Blutige Eskalation eines Sorgerechtsstreits
Sechs Tote in Stade: Täter neigte schon vorher zu Gewaltausbrüchen

Tatort Stade: Die Bluttat ereignete sich in der Dankersstraße | Foto: jd
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Jesteburg
Zeuge überführte den Unfallverursacher - Polizei schnappte zu

Am Samstagnachmittag, 24. Oktober, beschädigte gegen 16.55 Uhr ein 44-jähriger Fahrzeugführer im Kleckerwaldweg zwei Verkehrspoller und entfernte sich anschließend unerlaubt von der Unfallstelle. Ein Zeuge folgte der durch den Unfall verursachten Ölspur, die zu einem beschädigten, abgestellten Pkw führte. Im Rahmen der anschließenden Unfallaufnahme wurde bei dem 44-Jährigen eine Atemalkoholkonzentration von 1,65 Promille festgestellt. Zudem war der Mann nicht im Besitz einer gültigen...

Blaulicht
Für den heutigen Montagnachmittag wird erneut vor einer Sturmflut gewarnt | Foto: Daniel Beneke
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Sturmflutwarnung für den Landkreis Stade
Die erste Herbst-Sturmflut in diesem Jahr an der Unterelbe

Auch wenn an den meisten Bäumen noch das Laub hängt: Der Herbst ist da – und er hat sich am vergangenen Wochenende auch deutlich zu Wort gemeldet: Über den Norden fegte das Sturmtief "Maja" hinweg. Mit im Gepäck hatte die stürmische Maja die erste Sturmflut in dieser Saison. An der Küste hieß es im Vordeichgelände überall "Land unter". Auch entlang der Elbe und damit auch im Landkreis Stade kletterten die Pegel in der Nacht von Sonntag auf Montag auf Werte jenseits der Sturmflutmarke. Das...

Blaulicht

Verkehrskontrolle in Stade
Polizei beschlagnahmt 240 Liter Diesel

Zwölf Kanister mit insgesamt 240 Litern Diesel haben Polizisten am Freitagabend, 23. Oktober, bei einer Verkehrskontrolle in Stade entdeckt. Weil die Herkunft des Kraftstoffs unklar ist, besteht der Verdacht, dass es sich um Diebesgut handeln könnte. Gegen 18 Uhr stoppte eine Stader Streifenwagenbesatzung auf der Buxtehuder Straße (L111) einen Ford Transit mit Verdener Kennzeichen, der in Richtung Autobahn 26 unterwegs war. Am Steuer saß ein 23-jähriger Mann aus Bremen. Bei der Kontrolle fanden...

Blaulicht

Winsen
Pkw brannte an der Osttangente

Am Samstagmorgen, 24. Oktober, wurden gegen 6 Uhr Polizei und Feuerwehr zu einem brennenden Pkw an der Osttangente alarmiert. Der Fahrzeugführer war auf der BAB 39 unterwegs, als er bemerkte, dass sein Pkw kein Gas mehr annahm. Nachdem er die Autobahn verlassen und seinen Pkw am Fahrbahnrand abgestellt hatte, bemerkte er Flammen im Bereich des Motorraums. Als Brandursache wird ein technischer Defekt vermutet.

Blaulicht

Heidenau
Einbruch in Einfamilienhaus

Im Zeitraum von Samstag, 17. Oktober, bis Freitag, 23. Oktober, kam es im Heidenauer Eichenweg zu einem Einbruch in ein Einfamilienhaus. Die bislang unbekannten Täterschaft verschafften sich durch das Aufhebeln eines Fensters Zutritt zum Gebäude und durchsuchte anschließend die Räumlichkeiten. Personen, die Hinweise zu der Tat oder dem Täter geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei in Buchholz unter Tel. 04181-2850 zu melden.

Blaulicht
Die Feuerwehrleute beseitigten den umgestürzten Baum, während die Fahrgäste in der S-Bahn ausharren mussten | Foto: Feuerwehr Stade
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Sturmtief „Maja“ hielt Feuerwehren auf Trab
S-Bahn prallt in Stade gegen Baum: 145 Fahrgäste saßen im Zug fest

Sturmtief „Maja“ hat am Wochenende im Landkreis Stade zahlreiche Feuerwehreinsätze ausgelöst. Besonders brenzlig wurde es am Sonntagabend: Eine S-Bahn kollidierte auf dem Weg nach Hamburg mit einem umgestürzten Baum. Alle 145 Fahrgäste blieben unverletzt. Gegen 19 Uhr wurde im Bereich der Vorwerkstraße in Stade ein großer Baum entwurzelt. Er stürzte über einen Fußweg, durchschlug einen Absperrzaun und blieb mit seiner Krone auf den Bahngleisen liegen. Der Lokführer einer herannahenden S-Bahn...

Blaulicht

Seevetal
Jugendlicher ohne Führerschein im Pkw gestoppt

Am frühen Sonntagmorgen, 25. Oktober,  kontrollierten gegen 5.00 Uhr Polizeibeamte in Seevetal-Ramelsloh auf der Horster Landstraße einen Pkw, der von einem erst 16-Jährigen geführt wurde. Die Weiterfahrt wurde untersagt und der Jugendliche an seine Erziehungsberechtigen übergeben. Gegen ihn wurde ein Strafverfahrenwegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet.

Blaulicht

Körperverletzung in Winsen
Zwei 13-Jährige in Deichstraße angegriffen – Zeugen gesucht

Zwei 13-Jährige sind am Sonntagabend in Winsen (Luhe) von einer Gruppe Jugendlicher verfolgt und angegriffen worden. Die Täter flüchteten in Richtung Innenstadt. Die Polizei bittet um Hinweise. Winsen (Luhe). Am Sonntag, 25. Oktober, kam es gegen 19 Uhr in Winsen zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Nach Angaben der Polizei verfolgten vier bis fünf Jugendliche zwei 13-Jährige und griffen sie anschließend in der Deichstraße an. Die beiden Minderjährigen wurden unter anderem im Gesicht...

Blaulicht

Buchholz
Verkehrsunfall mit drei Leichtverletzten

Am Sonntagmorgen, 25. Oktober,  kam es gegen 10.15 Uhr auf der B 75 an der Einmündung Fasanenstieg in Buchholz zu einem Verkehrsunfall zwischen zwei Pkw. Als der 36-jährige Fahrzeugführer eines Volvos aus dem Fasanenstieg kommend auf der B75 wendete, missachtete er die Vorfahrt des in Norden auf der B75 fahrenden VW Lupo. Durch den Zusammenstoß wurden die insgesamt drei Fahrzeuginsassen leicht verletzt. Im Rahmen der Unfallaufnahme ergaben sich Hinweise auf eine mögliche Alkoholisierung des...

Blaulicht
Im Rüstjer Forst werden im Rahmen der Übung auch aufwendige technische Hilfeleistungen – wie die Rettung von Verletzten aus unter Bäumen begrabenen Fahrzeugen – geprobt

  | Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke
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500 Helfer bei Katastrophenschutz-Großübung
Waldbrand im Rüstjer Forst und Stromausfall in Stade

Ein schweres Unwetter zieht über die Region, ein Waldbrand breitet sich rasant aus, große Teile der Stadt Stade sind ohne Strom. Gleichzeitig muss das Elbe Klinikum Patienten in andere Krankenhäuser verlegen. Was wie ein Katastrophenszenario klingt, war am Samstag Teil einer umfangreichen Übung des Landkreises Stade. Unter dem Namen „Cascadia“ trainierten rund 500 überwiegend ehrenamtliche Einsatzkräfte vom frühen Morgen bis in den Nachmittag hinein die Bewältigung einer außergewöhnlichen...

Nach Schüssen in einer Stader Wohneinrichtung für junge Mütter mit Kindern gab es am Montag einen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften. Die Polizei hatte zunächst bestätigt, dass dort fünf Menschen getötet wurden. Eine sechste Person erlag später im Krankenhaus den schweren Verletzungen. Entgegen anderslautenden Meldungen wurden keine weiteren Personen verletzt. Bei den Opfern handelt es sich jeweils um drei Mitarbeitende des Jugendamtes der Region Hannover und der Wohneinrichtung. Die Mutter-Kind-Wohngruppe befindet sich in einem Haus an der Stader Dankersstraße. "Bei uns finden werdende Mütter und junge Frauen mit Kind für eine begrenzte Zeit einen neuen Lebensort", heißt es auf der Internetseite der Einrichtung, die sich in privater Trägerschaft befindet.


Mutmaßlicher Täter ist ein 45-Jähriger aus Garbsen bei Hannover

Wie die Polizei am Abend auf einer Pressekonferenz mitteilte, stehen die Todessschüsse im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit. Der mutmaßliche Täter, ein 45-jähriger Mann aus Garbsen (Region Hannover) mit - laut O-Ton Polizei - "türkischen  Wurzeln" soll nach Stade gekommen sein, um bei einem Termin Fragen zum Sorgerecht hinsichtlich seiner drei Monate alten Tochter zu klären. Die 34-jährige Kindsmutter ist mit dem kleinen Mädchen in der Stader Wohneinrichtung untergebracht. Es gibt eine entsprechende Kooperation zwischen dem Jugendamt der Region Hannover und dem privaten Träger der Einrichtung. Die Mutter und das drei Monate alte Baby sowie alle anderen in der Mutter-Kind-Wohngruppe lebenden Frauen und Kinder blieben körperlich unversehrt. 

Vor Ort sind auch ein Pastor als Notfallseelsorger sowie das Kriseninterventionsteam der Johanniter | Foto: jd
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Bei der Polizei kein Unbekannter
Bei dem Termin in Stade hat der mutmaßliche Täter vier weibliche und zwei männliche Personen mit einer Schusswaffe niedergestreckt. Bei den Opfern handelt es sich um zwei Frauen sowie einen Mann, die als Mitarbeitende der Stader Wohneinrichtung vor Ort waren. Die drei weiteren erschossenen Personen waren Mitarbeitende des Jugendamtes der Region Hannover. "Die Kolleg*innen in Hannovers Jugendamt stehen unter Schock und wir trauern gemeinsam um die Opfer des Anschlags", erklärt die hannoversche Kinder- und Jugenddezernentin Susanne Blasberg-Bense. Die Beschäftigten im Jugendamt seien tief erschüttert - "weil sie die Opfer teils persönlich kannten, weil sie durch den Anschlag in Stade vor Augen geführt bekommen, welche Gefahr in ihrer alltäglichen Arbeit liegt", so Blasberg-Bense.

Misshandlung von Schutzbefohlenen
Zum Typ und zur Herkunft der Waffe wollten die Ermittler bislang keine Angaben machen. Der Mann besitzt jedenfalls keinen Waffenschein. Wie er sich die Waffe beschaffen konnte, ist nun Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Der 45-Jährige soll bei der Polizei in Hannover kein Unbekannter sein. Über ihn liegen "polizeiliche Erkenntnisse" u.a. im Bereich der Bedrohung vor. Mit schweren Gewalttaten trat er aber bisher offenbar nicht in Erscheinung. Allerdings läuft im Fall seiner drei Monate alten Tochter ein Ermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft Hannover. Darüber haben die BILD-Zeitung und der SPIEGEL berichtet. Es soll um die Misshandlung von Schutzbefohlenen -  sprich: dem kleinen Mädchen - gehen. Laut BILD-Bericht soll das damals wenige Wochen alte Baby im April wegen eines Schütteltraumas in der Uniklinik Hannover behandelt worden sein. Später soll der Mann noch das Klinik-Personal bedroht haben.

Streit um das Sorgerecht
In diesem Zusammenhang stand offenbar die Unterbringung von Mutter und Kind in der Stader Wohngruppe. Wie der NDR berichtet, sei das Kind zunächst vom Jugendamt in Obhut genommen worden. Es habe dann zurück zu seiner Mutter gedurft - mit der Auflage, dass beide in eine Mutter-Kind-Einrichtung ziehen. Der Sorgerechtsstreit, der schließlich in der Stader Bluttat eskalierte, wurde auch vor Gericht ausgetragen. Es soll dazu zwei Verhandlungstermine am Amtsgericht Neustadt am Rübenberge gegeben haben. Im Rahmen des Sorgerechtsverfahrens sollte es am Montag in Stade ein sogenanntes "Hilfeplangespräch" geben, wie die Region Hannover mitteilte. Ein solcher amtlicher Termin wird vom Jugendamt anberaumt, um zu klären, inwieweit Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder seitens der Behörden unterstützt werden können. 

Mehrere Notrufe gingen ein
Die Schüsse fielen am Montagmittag. Laut Polizei gingen gegen 12 Uhr mehrere Notrufe aus der Dankersstraße ein. Ein Anwohner berichtete dem WOCHENBLATT, gegen 12.15 Uhr mehrere Schüsse gehört zu haben. Sofort rückten Polizeifahrzeuge aus. Kurz darauf wurde der Bereich weiträumig abgesperrt. Nachdem das Ausmaß der Bluttat deutlich wurde, forderte man Verstärkung aus den benachbarten Landkreise und offenbar auch Spezialkräfte an. Genaue Zahlen zu den Einsatzkräften wollte die Polizei nicht nennen. Es wurde lediglich bestätigt, dass es sich um eine Zahl um dreistelligen Bereich gehandelt hat.

Über die ersten Ermittlungsergebnisse berichtete die Polizei auf einer Pressekonferenz am Montagabend:

Pressekonferenz nach sechsfachem Tötungsdelikt in Stade: Polizei geht von Beziehungstat aus

Wagen auf der B73 gestoppt
Der mutmaßliche Täter flüchtete mit einem Pkw, der von einer 65-jährigen Frau gelenkt wurde. Die Frau soll nach Polizeiangaben einen Bezug zur Familie des Täters haben. Auf das Fluchtauto wurde mehrfach geschossen. Ob die ersten Schüsse bereits in der Dankersstraße fielen, blieb zunächst offen. Die Flucht erfolgte zunächst  in Richtung der Stader Ortschaft Haddorf zur B73. Dabei waren Polizeiwagen den Flüchtenden dicht auf den Fersen. In einem Video ist zu sehen, wie der Wagen schließlich mit kaputten - wahrscheinlich zerschossenen -  Reifen stoppte vor einer Straßensperre der Polizei und die beiden Insassen von den Beamten überwältigt wurden. Gestellt wurde der 45-jährige mit seiner Fahrerin auf der B73 kurz hinter einer Bushaltestelle an der Abzweigung nach Haddorf (siehe Karte). Die Fahrstrecke zwischen dem Tatort und dem Ort der Festnahme beträgt genau fünf Kilometer, was einer Fahrzeit von rund zehn Minuten entspricht.

Polizistinnen aus der Betreuungsgruppe erörtern offenbar mit Landkreis-Mitarbeitern die Lage | Foto: jd
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Das drei Monate alte Baby wurde vom Jugendamt in Obhut genommen. Die Mutter befand sich am Abend noch in Polizeigewahrsam. Sie ist aufgrund der Umstände der Tat aktuell auf eine dauerhafte Betreuung angewiesen und muss entsprechend geschützt werden. Die anderen Mütter aus der Wohngruppe sind mit ihren Kindern jetzt provisorisch in einer anderen Wohneinrichtung in Stade untergebracht worden. Ein Streifenwagen und weitere Polizeikräfte befinden sich vor Ort - offenbar, um die Einrichtung zu bewachen. 

Tatort Stade: Die Bluttat ereignete sich in der Dankersstraße | Foto: jd
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Derzeit bereitet die Polizei die Einrichtung einer Mordkommission (MoKo) vor. Die Ermittlungen werden aufgrund des Umfangs und der Komplexität des Tatgeschehens in Kürze von dieser übernommen. Die Ermittlerinnen und Ermittler werten unter anderem aktuell die eingehenden Hinweise aus der Bevölkerung über das eingerichtete Hinweisportal aus.

Die Polizei bittet weiterhin um Unterstützung der Ermittlungen. Insbesondere Bild- und Videomaterial, das im Zusammenhang mit dem Ereignis stehen könnte, wird für die Ermittlungen benötigt und kann über das Hinweisportal hochgeladen werden. Jeder Hinweis wird geprüft und kann für die weiteren Ermittlungen von Bedeutung sein. Unter nds.hinweisportal.de/toetungsdelikt-stade können Zeuginnen und Zeugen Hinweise sowie Fotos oder Videos direkt an die Ermittlerinnen und Ermittler übersenden.

Mordkommission ermittelt - Weiter Zeugen gesucht - Täter flüchtig - Streifendienst verstärkt
Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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