Barger Heide
360 Schafe und Ziegen sorgen für natürlichen Naturschutz

Schäferin Johanna Hehmsoth zusammen mit ihrer Schafherde in der Barger Heide | Foto: Hansestadt Stade
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  • Schäferin Johanna Hehmsoth zusammen mit ihrer Schafherde in der Barger Heide
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Tierische Landschaftspfleger im Einsatz: Rund 360 Heidschnucken und Ziegen ziehen derzeit durch die Barger Heide bei Stade. Gemeinsam mit zwei Herdenschutzhunden sorgen sie dafür, dass die einzigartige Heidelandschaft erhalten bleibt. Die traditionelle Beweidung schützt seltene Pflanzen, drängt invasive Arten zurück und macht den Einsatz schwerer Maschinen teilweise überflüssig.

Ein ungewöhnlicher Anblick bietet sich derzeit Spaziergängern in der Barger Heide: Hunderte Schafe und Ziegen ziehen über die Heideflächen. Seit Ende September ist die Herde der Schäferei Hehmsoth für vier Wochen im traditionellen Hütebetrieb unterwegs. Tagsüber grasen die Tiere auf den Flächen und bewegen sich dabei auch über die Wege. Nachts werden sie in einem doppelt gesicherten Pferch untergebracht, der sie unter anderem vor Wolfsangriffen schützen soll.

Heidschnucken und Ziegen erhalten die Heidelandschaft

Was für Besucher ein schönes Naturerlebnis ist, erfüllt einen wichtigen Zweck: Die Tiere übernehmen die Landschaftspflege. Sie fressen Gräser, junge Gehölze und Heidekraut. Dadurch verjüngt sich die Heidevegetation, und die charakteristische offene Landschaft bleibt erhalten.

„Die Heidelandschaft ist durch Menschenhand entstanden und muss auch durch Menschenhand erhalten werden. Dazu können wir Maschinen einsetzen – oder eben Schafe und Ziegen“, erklärt Schäferin Johanna Hehmsoth.

Besonders wertvoll ist der Einsatz der Ziegen. Sie helfen dabei, die Spätblühende Traubenkirsche zurückzudrängen. Diese invasive Gehölzart stammt ursprünglich aus Nordamerika und breitet sich auch in der Barger Heide aus. Sie verdrängt heimische Pflanzen und gefährdet damit die typische Heidevegetation. Indem die Ziegen junge Triebe und aufkommende Gehölze fressen, bremsen sie deren Ausbreitung.

Natürliche Heidepflege statt schwerer Maschinen

Die tierischen Landschaftspfleger leisten aber noch mehr. Durch die Beweidung werden Gräser zurückgedrängt und Heidepflanzen gefördert. Gleichzeitig entziehen die Tiere den Flächen Nährstoffe.

Das funktioniert durch einen einfachen natürlichen Kreislauf: Tagsüber nehmen Schafe und Ziegen beim Fressen Nährstoffe auf. Nachts sammeln sich diese durch die Ausscheidungen im Pferch. So bleiben die Heideflächen langfristig nährstoffarm – eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt der empfindlichen Heidelandschaft.

Die Beweidung ersetzt damit einen Teil der maschinellen Landschaftspflege und unterstützt den Naturschutz auf besonders schonende Weise.

Barger Heide steht seit 2017 unter Naturschutz

Die Barger Heide wurde 2017 zum Naturschutzgebiet erklärt. In den folgenden Jahren wurde die Landschaft mit umfangreichen Maßnahmen ökologisch aufgewertet. Dazu gehörten vor allem das Entfernen unerwünschter Gehölze, das sogenannte Entkusseln, sowie das Abtragen nährstoffreicher Bodenschichten, das Plaggen.

Doch die Pflege ist damit nicht abgeschlossen. Ohne regelmäßige Eingriffe würden Gräser, Sträucher und Bäume die offenen Heideflächen zunehmend überwachsen.

Deshalb setzt die Hansestadt Stade inzwischen im dritten Jahr auf die traditionelle Beweidung.

„Die Beweidung mit Schafen und Ziegen ist für uns eine besonders naturnahe und zugleich bewährte Form der Heidepflege. Wir freuen uns, dass wir diese traditionelle Pflegemethode inzwischen im dritten Jahr in der Barger Heide einsetzen können“, sagt Anja Sawatzki von der Abteilung Umwelt- und Freiraumplanung der Hansestadt Stade.

Besucher sollen Abstand zur Herde halten

Wer die Heidschnucken und Ziegen in der Barger Heide beobachten möchte, sollte einige Regeln beachten. Die Hansestadt Stade bittet Spaziergänger, Hundehalter und Reiter um besondere Rücksicht.

Für Hunde gilt im gesamten Gebiet ganzjährig Leinenpflicht. Außerdem müssen sie ausreichend Abstand zur Herde halten. Auch Reiterinnen und Reiter sollten Wege meiden, auf denen sich die Tiere gerade aufhalten.

So können die rund 360 Schafe und Ziegen ihre wichtige Arbeit ungestört fortsetzen – und dafür sorgen, dass die Barger Heide auch künftig eine offene, artenreiche Heidelandschaft bleibt.

Warum grasen Heidschnucken und Ziegen in der Barger Heide bei Stade?

Rund 360 Heidschnucken und Ziegen übernehmen in der Barger Heide die Landschaftspflege. Sie fressen Gräser, junge Gehölze und Heidekraut, halten die Heideflächen offen und fördern die Verjüngung der Heidevegetation. Dadurch bleibt die typische Heidelandschaft erhalten.

Wie lange sind die Heidschnucken und Ziegen in der Barger Heide unterwegs?

Die Herde der Schäferei Hehmsoth ist seit Ende September für vier Wochen im traditionellen Hütebetrieb in der Barger Heide im Einsatz. Tagsüber grasen die Tiere auf den Heideflächen, nachts werden sie in einem doppelt gesicherten Pferch untergebracht.

Welche Rolle spielen die Ziegen bei der Heidepflege in der Barger Heide?

Die Ziegen helfen dabei, die invasive Spätblühende Traubenkirsche zurückzudrängen. Sie fressen junge Triebe und aufkommende Gehölze, die heimische Pflanzen verdrängen würden. So tragen sie zum Erhalt der artenreichen Heidelandschaft bei.

Seit wann wird die Barger Heide mit Schafen und Ziegen gepflegt?

Die Hansestadt Stade setzt inzwischen im dritten Jahr auf die traditionelle Beweidung der Barger Heide. Das Naturschutzgebiet besteht seit 2017 und wurde zuvor durch Maßnahmen wie Entkusseln und Plaggen ökologisch aufgewertet.

Warum ist die Beweidung mit Heidschnucken besser als reine Maschinenarbeit?

Schafe und Ziegen übernehmen die Landschaftspflege auf natürliche Weise. Sie halten die Flächen nährstoffarm, fördern Heidepflanzen und ersetzen einen Teil der maschinellen Pflege. Nach Angaben der Hansestadt Stade ist dies eine besonders naturnahe und bewährte Methode zum Erhalt der Heide.

Was sollten Besucher beim Spaziergang durch die Barger Heide beachten?

Die Hansestadt Stade bittet Besucher, ausreichend Abstand zur Herde zu halten. Für Hunde gilt im gesamten Naturschutzgebiet ganzjährig Leinenpflicht. Auch Reiterinnen und Reiter sollten Wege meiden, auf denen sich die Schafe und Ziegen gerade aufhalten, damit die Tiere ungestört arbeiten können.

Schäferin Johanna Hehmsoth zusammen mit ihrer Schafherde in der Barger Heide | Foto: Hansestadt Stade
Eine Heidschnuckenherde bevölkert derzeit die Barger Heide | Foto: Hansestadt Stade
Redakteur:

Nicola Dultz aus Buxtehude

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