Auf Stintfang mit Netz und Reuse

Elbfischer Wilfried Kock
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Harte Arbeit als Medizin: Wilfried Kock aus Abbenfleth ist der letzte Elbfischer im Nebenerwerb

tp. Abbenfleth. Auf der Elbe ist es jetzt im Winter kalt, stürmisch und dunkel, trotzdem zieht es Wilfried Kock (59) fast täglich hinaus auf den Fluss. Der wettergegerbte Anpacker aus Stade-Abbenfleth ist einer der letzten Fischer auf dem Elbstrom. In seinem Revier zwischen Finkenwerder und der Insel Krautsand fängt er vor allem Aale, Lachse und Stinte, die jetzt Saison haben.

Als kleiner Junge bekam Wilfried Kock seine erste Angelrute geschenkt - der Beginn einer Leidenschaft. Angeln und die Jagd mit Reusen, die er in den damals vor fetten Aalen wimmelnden Gräben seiner Heimat Kehdingen auslegte, lernte er von seinem Vater, der früh verstarb. Wilfried Kock behielt die Familientradition bei.
Das erste eigene Boot, eine Räuchertonne auf dem kleinen Obsthof der Familie an der Abbenflether Hafenstraße, und schließlich ein eigener Kundenstamm: Mit den Jahren wurde aus dem Freizeitangler ein echter Fischer. Wilfried Kock betrieb das raue Handwerk im Nebenerwerb zu seinem erlernten Beruf, Bürokaufmann.

Mehr als drei Jahrzehnte, zuletzt in verantwortlicher Position, arbeitete der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Töchtern bei der Hamburger Sietas-Werft. Mit der Insolvenz der Werft verlor auch Wilfried Kock seinen Job. Inzwischen ist er Frührentner.

"Doch ich kann nicht lange zu Hause hocken", sagt Wilfried Kock entschlossen und mit nordischem Zungenschlag. So schaffte er sich mehr Reusen an, die er jeweils zu 20 Stück an 250 Meter langen Leinen auf dem Grund der Elbe auslegt. Als Köder dienen Süßwasserkrabben.

Meistens fährt er mit seinem kleinen Motorboot vom Hafen der Bützflether Süderelbe auf die Elbe hinaus, wo sein größeres Fischerboot bei den Fangkörben und Netzen vor Anker liegt. Einen echten Fischkutter mit schützendem Dach hat er nie besessen. Nach eigener Kenntnis gehören er und ein Freund aus Schleswig-Holstein zu den letzten verbliebenen einfachen Nebenerwerbsfischern auf der Unterelbe. "In diesem ursprünglichen Stil sind wir weit und breit ohne Konkurrenz", sagt Kock mit Stolz.

Mit dem Boom regionaler, möglichst naturbelassener Lebensmittel stieg auch das Kundeninteresse an Wilfried Kocks frischem Fisch aus eigenem Fang. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Brit (55) verkauft er auf Märkten seinen Fisch nebst Hühnerfleisch, Eiern, Äpfeln, Birnen, Saft und Marmelade. Er erfüllt auch Extrawünsche: "Die Asiaten schätzen rohen Lachs für die Sushi-Küche und Wollhandkrabben." Mit einem Räucherfisch-Stand ist Wilfried Kock an diesem Wochenende erstmals auf dem Weihnachtsmarkt in Drochtersen dabei, und es gibt wieder viel zu tun.

Eigentlich sollte Wilfried Kock kürzer treten: Ende August erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich ganz ohne Rehabilitations-Maßnahmen, zu denen ihm Ärzte rieten, erholte. "Handfeste Arbeit in der Natur ist die beste Medizin für Körper und Geist", sagt der Fischer voller Überzeugung: "Wenn über der Insel Pagensand die Sonne aufgeht und ich morgens die frische Seeluft atme, fühle ich mich einfach gesund und glücklich."

• Kontakt: Tel. 04146 - 5320, E-Mail: fisherman-abbenfleth@t-online.de

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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