Jugend forscht am Athenaeum Stade
Ausdauernd zeigt sich Jannis Ruder
- Jannis belegt 3 Mal hintereinander den 2. Platz beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht
- Foto: Sandra Polenz
- hochgeladen von Sandra Polenz
sapo. Stade. Drei Jahre in Folge den zweiten Platz im Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ im Fachbereich Physik zu belegen, ist kein Zufall. Jannis Ruder (16) zeigt, was Forscherdrang, Ausdauer und Eigeninitiative bewegen können – und das in einem hochkomplexen Bereich: der Quantenphysik.
Von Raketen zu Quantencomputern
Schon als kleiner Junge baute Jannis Raketen und verschlang Dokumentationen über Wissenschaft und Technik. Seit der vierten Klasse ist er freiwilliger Teilnehmer der „Jugend forscht“-AG am Athenaeum Stade, unterstützt von seinen Eltern, die ihn von Himmelpforten nach Stade fahren – obwohl sie beruflich in ganz anderen Bereichen tätig sind. „Sein Wissensdurst war von klein auf beeindruckend“, berichtet Lehrer und Tutor Hans-Otto Carmesin, der Jannis für seine selbstständige und gründliche Arbeitsweise sowie die breit gestreuten Interessen schätzt.
Quantenphysik verständlich gemacht
Im aktuellen Projekt baute Jannis eine Schnittstelle zwischen einem elektrischen und einem optischen Quantencomputer. Quantencomputer sind schneller und stromsparender als herkömmliche Computer und werden für wissenschaftliche Berechnungen eingesetzt. „Die Schnittstelle ist wichtig für den Datentransfer und damit für die praktische Anwendung dieser Technik“, erklärt Jannis. Während der Quantencomputer selbst ein Gemeinschaftsprojekt war, entwickelte Jannis die Schnittstelle als eigenes Teilprojekt.
Ein besonderes Highlight: Die Anmeldung eines Patents zur Kombination mehrerer Datenströme, gekoppelt an einen Algorithmus. „Das war ein toller Moment“, erinnert sich Jannis. Doch der Weg dorthin war nicht immer einfach, denn die Finanzierung stellte eine große Herausforderung dar. Unterstützung kam schließlich von der Anna und Klaus Siemsen Stiftung, dem Förderverein des Athenaeum und dem Niedersächsischen Sponsorenpool.
Quantencomputer als Zukunftstechnologie
Seit drei bis vier Jahren läuft das Quantencomputerprojekt bereits am Athenaeum Stade, Jannis stieß ein halbes Jahr nach Beginn dazu und treibt es seitdem aktiv voran. Für ihn steht fest: Das Thema ist noch lange nicht abgeschlossen. „Ich möchte das Projekt weiterführen und weiterentwickeln, weil Quantencomputer die Zukunft der Computer sind“, sagt Jannis überzeugt. Tutor Hans-Otto Carmesin ergänzt: „Diese Technologie wird einmal alltagstauglich sein und uns allen dienen.“
Mit seiner Ausdauer, seiner Begeisterung für Wissenschaft und dem festen Glauben daran, dass Forschung die Welt verbessern kann, ist Jannis ein weiteres Beispiel dafür, wie viel Potenzial im wissenschaftlichen Nachwuchs des Athenaeum Stade steckt.
Redakteur:Sandra Polenz aus Buxtehude |
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