Ausbruch der Vogelgrippe in Niedersachsen
Bloß nicht: Zu Corona jetzt auch noch die Geflügelpest

Zugvögel wurden damals von vielen als Bedrohung empfunden
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(jd). Als ob das Coronavirus nicht schon reicht: In Niedersachsen ist von ein paar Tagen auch noch die Vogelgrippe ausgebrochen. Betroffen ist bisher nur der Landkreis Aurich. Dort wurde die Vogelgrippe bei einem Putenzuchtbetrieb in der Gemeinde Dornum festgestellt. Das teilte das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit. In dem Betrieb, in dem rund 10.000 Puten gehalten wurden, war das Vogelgrippe-Virus zunächst bei Eigenkontrollen festgestellt worden. Daraufhin wurde der Bestand amtlich beprobt. Das Labor des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) bestätigte den Verdacht auf Vogelgrippe, die auch als Hühnerpest bezeichnet wird. Die Tiere wurden alle getötet. Die Bürger müssen sich aber keine Sorgen machen: Es ist bisher kein Fall bekannt, dass der jetzt festgestellte Virustyp H5N8 auf Menschen übergesprungen ist. Dennoch weckt allein der Begriff Vogelgrippe unangenehme Erinnerungen.

Es war im Frühjahr 2006, als in Deutschland die Angst vor der Vogelgrippe umging. Hierzulande war das Virus damals zum ersten Mal bei zwei Schwänen und später auch in einem Geflügelhof nachgewiesen worden. Zuvor hatte die Vogelgrippe, die im Dezember 2003 zunächst in China ausgebrochen war, in Südostasien zu zahlreichen Todesfällen bei Menschen geführt.

Damals war die Sorge groß, dass der mutierte Erreger eine weltweite Pandemie hervorrufen könnte. Zunächst war das Vogelgrippe-Virus nur von Tier auf Mensch übertragen worden. Die Virologen befürchteten aber, dass sich die Vogelgrippe rasant rund um den Globus verbreitet, wenn es sich so weit verändert, dass eine Infektion von Mensch zu Mensch möglich ist. Die Forscher bezeichneten diesen besonders aggressiven den Virentyp als H5N1.

Bei dieser Form der Vogelgrippe treten wie bei Corona grippeähnliche Symptome auf, wenn ein Mensch daran erkrankt. Dazu zählen hohes Fieber, Husten, Atemnot und Halsschmerzen. Da die Vogelgrippe-Viren hauptsächlich den Atemtrakt befallen, kam es bei den Erkrankten häufig zu einer schweren Lungenentzündung, was in vielen Fällen zum Tod führte.

Auch im Landkreis Stade gab es seinerzeit in der Bevölkerung große Ängste, gilt doch die Unterelbe-Region als eines der größten Vogelzuggebiete Europas. Viele Menschen befürchteten, dass durch die Abertausende Zugvögel, die vor allem in Kehdingen rasteten, die Vogelgruppe ins Gebiet zwischen Oste und Este eingeschleppt wird. So mancher verzichtete auf Spaziergänge, Kinder wurden strikt ermahnt, keine Vogelfedern aufzusammeln. Die Behörden reagierten mit einer Stallpflicht. Auch für Hobbyzüchter galt die Auflage, ihre Hühner oder anderes Federvieh im Stall zu behalten.
Doch anders als jetzt beim Coronavirus blieb die große Pandemie-Welle damals aus. Im Laufe des Jahres verschwand es aus Deutschland und damit auch aus den Schlagzeilen. Es ist viele Jahre her, dass in Deutschland der Erregertyp H5N1 zuletzt bei einem Wildvogel nachgewiesen wurde. Weltweit hat das Virus, das vereinzelt immer noch beim Menschen auftritt, bisher einige Hundert Todesfälle verursacht.

In Deutschland hingegen wird - wie beim aktuellen Fall in Niedersachsen - bei Tierbeständen immer wieder die Variante H5N8 nachgewiesen. Auch wenn diese Form des Vogelgrippe-Virus für Menschen derzeit offenbar keine Bedrohung darstellt, muss das nicht so bleiben. Wie jedes Grippevirus können sich die Erreger der Vogelgrippe genetisch verändern. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich in Asien bereits Virentypen vermischt, sodass neue Arten der Vogelgrippe entstanden sind. Laut WHO könnten diese Vermischungen wiederum auf den Menschen überspringen und womöglich eine weltweite Grippewelle auslösen.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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