Camera Obscura in Stade liegt auf Eis

Schüler zeichnen mit Hilfe der Camera Obscura den Turm der St. Cosmae-Kirche
   Fotos: tp/ Fotoclub Das Auge/Zeichnung: Hans Nau
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  • Schüler zeichnen mit Hilfe der Camera Obscura den Turm der St. Cosmae-Kirche
    Fotos: tp/ Fotoclub Das Auge/Zeichnung: Hans Nau
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Fotoclub "Das Auge" sucht neue Räume über den Dächern der Stadt / Hilfe von der Museumsverwaltung

tp. Stade. Still und heimlich verschwand die "Camera Obscura Stadea" buchstäblich von der Bildfläche. Die letzte Führung durch die begehbare Lochkamera zur traditionellen Bildprojektion, die ihre Räume unter dem Dach des Schleusenhauses hatte, fand Ende Oktober 2015 statt. Dann zog der Stader Fotoclub "Das Auge", der die Kamera nach historischem Vorbild im Jahr 2008 in das Dachzimmer einbaute, aus. Seitdem fehlt in der Stadt eine lehrreiche Besucher-Attraktion, die Schulkinder und Touristen gleichermaßen begeisterte. Hintergrund ist ein Nutzungskonflikt mit dem Kunstverein Stade, der im Schleusenhaus die Galerie "Kunstpunkt" betreibt.

"Schade, dass die Camera Obscura nicht mehr da ist", bedauert WOCHENBLATT-Leserin Helga Braack, die vor einigen Jahren an einer Führung teilnahm. Die Kulturfreundin fragt: "Wo ist sie abgeblieben?"

Die Antwort kann der Direktor der Museen Stade, Dr. Sebastian Möllers, geben: "Die Camera Obscura wurde sorgfältig in einer großen Kiste verstaut und im städtischen Magazin in Stade-Ottenbeck eingelagert." Die Stadt Stade unterstütze den Fotoclub bei der Suche nach einem neuen Standort, so Möllers. Und: "Wir würden die Camera Obscura gerne in unser museumspädagogisches Programm aufnehmen."

Schließlich sei das mit Spendengeld des Chemie-Unternehmens Dow und weiterer Sponsoren entwickelte Angebot erfolgreich gewesen. Die Camera Obscura gehörte auch zum Portfolio der Stade Marketing und Tourismus GmbH, z.B. in der "Langen Nacht", einem Sommerabend mit Kunst, Kultur, geöffnete Museen und Erlebnisführungen.

Der Chef des Fotoclubs, Jörg Keßler, gibt nur zögerlich Auskunft über die Beweggründe des Vereins, das Schleusenhaus nach acht Jahren zu verlassen, die Camera Obscura Ende Juni 2016 auszubauen und schweren Herzens auf Eis zu legen. Klar ist: Es gab Meinungsverschiedenheiten mit der Spitze des Kunstvereins, der zwischenzeitlich einen neuen Vorstand gewählt hat. Keßler möchte die Angelegenheit aus der Öffentlichkeit heraushalten und schaut nach vorn. Unter dem Motto "Neuer Blickwinkel" sucht der Fotoclub als Eigentümer gemeinsam mit der Stadt nach einem geeigneten Quartier.

Doch der alte Standort scheint kaum ersetzbar: Vom Schleusenhaus an der Altländer Straße genießen Besucher den Ausblick auf die Stader Skyline mit dem Stadthafen und dem Holzhafen, den beiden Altstadtkirchen, dem Hafenkran, den modernen Wohnhäusern und dem Gasometer in der "kleinen Stader Hafencity" sowie auf die belebte Hansestraße.

Kreativ mit der Lochkamera
(tp).
Die "Camera Obscura Stadea" ist ein begehbarer Raum, in den ein lebendiges Bild der Umgebung projiziert wird. Ein höhenverstellbarer Tisch dient als Projektionsfläche. Als Optik dient - wie in den Anfängen der Fotografie - eine simple Kombination aus Spiegel und Linse. Der Spiegel lenkt die einfallenden Lichtstrahlen nach unten um. Durch Drehen und Kippen des Spiegels ist es möglich, in verschiedene Richtungen zu schauen und einen Kreis von 360 Grad abzudecken.
Die "Stadea" ist eine von sechs Anlagen ihrer Art in Deutschland. Besonderes Kreativ-Angebot in Stade: Teilnehmer konnten mit Hilfe der Lochkamera eine auf den Tisch projizierte Stadtansicht auf Papier zeichnen und ihr Bild mit nach Hause nehmen. 

• Wer seine Räume zur Verfügung stellen möchte, meldet sich bei Jörg Keßler unter Tel. 04141 - 66676.
http://www.fotoclub-das-auge.de 

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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