Überlastungsanzeige nach Beginn der zweiten Pandemie-Welle
Corona: Zeitweise personelle Engpässe im Stader Gesundheitsamt

Abstrich bei einem Corona-Test. Das Ergebnis wird noch immer per Fax übermittelt
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jd. Stade. Sind die Gesundheitsämter für ihre Aufgaben gerüstet? Diese Frage stellte vor Kurzem die FDP-Landtagsfraktion im Rahmen einer dringlichen Anfrage an die Landesregierung. Die Liberalen wollten wissen, ob die Ämter technisch und personell angemessen ausgestattet sind. Sozialministerin Dr. Carola Reimann (SPD) wies in ihrer Antwort darauf hin, dass sich die Zahl der Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern seit Beginn der zweiten Corona-Welle vervielfacht habe - bis hin zum Fünffachen der Stammbesetzung. Reimann räumte aber auch ein, dass es in der Zwischenzeit vielerorts personelle Engpässe gab, was zu Überlastungsanzeigen der Gesundheitsämter geführt habe. Auch das Gesundheitsamt Stade hat dem Land gemeldet, überlastet zu sein.

Personelle Engpässe gab es im Stader Gesundheitsamt, als im Herbst die zweite Corona-Welle anrollte. So erfolgte am 8. November eine Überlastungsanzeige gegenüber dem Landesgesundheitsamt, da - so die Begründung des Landkreises - "aufgrund gestiegener Fallzahlen eine Kontaktpersonennachverfolgung nicht mehr vollumfänglich tagesaktuell geleistet werden konnte". Die Meldung wurde erst am 30. November zurückgezogen, nachdem zusätzliches Personal eingestellt wurde.

Doch die Corona-Zahlen stiegen im Dezember weiter an. Die 19 Personen, die bei der Nachverfolgung von Kontakten eingesetzt waren, reichten nicht mehr aus. Ende Dezember bat das Gesundheitsamt andere Behörden im Rahmen der Amtshilfe um personelle Unterstützung. Seit Anfang Januar sind nun Mitarbeiter aus verschiedenen Ämtern bei der Kontaktnachverfolgung, im Labor des Gesundheitsamtes und im Verwaltungsbereich eingesetzt. Diese Amtshilfe ist zum Teil bis Ende Februar bzw. Ende März befristet. Nach Angaben des Landkreises hat sich die Zahl der Mitarbeiter im "Corona-Einsatz" seit Beginn der Pandemie mehr als vervierfacht.

Mittlerweile hat der Rückgang der Corona-Fallzahlen im Landkreis zu einer Verbesserung der Lage geführt. Nachdem die Zahl der akut Infizierten Ende Dezember über die 300er-Marke geklettert war, bewegt sie sich seit Ende Januar in einem Wert um die 200 - mal mehr, mal weniger. Zuletzt sogar deutlich weniger. Dieser relativ moderate Wert erleichtert die Nachverfolgung der Kontakte von infizierten Personen. Nach Angaben des Landkreises können die Fälle momentan "tagesaktuell" abgearbeitet werden. Derzeit kümmern sich im Gesundheitsamt 33 Personen um die Kontaktnachverfolgung. Deren Stundenzahl entspricht fast 25 Vollzeitstellen.

Testergebnis wird per Fax übermittelt

Doch wie läuft das Prozedere bei der Bearbeitung der Corona-Testergebnisse überhaupt ab? Tatsächlich kommt im Stader Gesundheitsamt noch immer die gute alte Methode der Faxübertragung zum Einsatz. Negative Ergebnisse werden von den Laboren ausschließlich per Internet-Fax übermittelt, bei positiven Befunden wird die Meldung zusätzlich digital übertragen.

Gab es auch im Landkreis Stade Impfvordrängler?

Seit dem 1. Januar wird die spezielle Software DEMIS eingesetzt, die allen Gesundheitsämtern und Laboren für Meldungen über Corona-Infektionen zur Verfügung steht. Auch für die Erfassung der Kontakte gibt es digitale Lösungen wie das in den Medien immer wieder erwähnte Programm SORMAS. Das Stader Gesundheitsamt arbeitet damit (noch) nicht, obwohl der Bund den Einsatz von SORMAS flächendeckend fordert.

Sofern der Abstrich im Corona-Testzentrum des Landkreises vorgenommen wurde, vergehen im Schnitt etwa 24 Stunden vom Test bis zur telefonischen Benachrichtigung der getesteten Person über das Ergebnis. Noch schneller geht es über die Corona-WarnApp. Die soll aber nicht immer ganz zuverlässig sein.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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