Agentur für Arbeit legt Jahresbilanz 2019 für den Bezirk Stade vor
Ein "robuster" Arbeitsmarkt

In diesen Branchen befinden sich im Landkreis Stade die meisten Arbeitnehmer in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung   Grafik: msr
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  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. Euphorie lösen diese Werte nicht aus, sie geben aber Anlass, weiter zuversichtlich zu sein: Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen im Arbeitsagentur-Bezirk Stade ist 2019 im Jahresdurchschnitt wiederum gesunken - um 474 auf 14.317 arbeitslos gemeldete Personen. Das stellt im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 3,2 Prozent dar. Bei der Vorlage der Arbeitsmarkt-Bilanz für 2019 zog Dagmar Froelich, Chefin der Stader Agentur für Arbeit, ein erfreuliches Fazit: Trotz der "leicht abgeschwächten Konjunktur" habe sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2019 weiter positiv entwickelt.

Im Bereich der Arbeitsagentur Stade habe es einen Anstieg bei der Erwerbstätigkeit gegeben, mehr Menschen gingen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, so Froelich. Besonders erfreulich sei, dass immer mehr Langzeitarbeitslose einen Job bekämen.

Weniger erfreulich ist der Rückgang bei der Nachfrage nach Arbeitskräften vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Insgesamt bewertet Froelich die Situation in ihrem Bezirk als zufriedenstellend, auch wenn sich die Konjunktur abgeschwächt hat: "Der regionale Arbeitsmarkt ist insgesamt robust und die wirtschaftliche Abkühlung konnte dem Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt nichts anhaben."

Anhand einiger Zahlen machte Froelich deutlich, wie sich die Situation für 2019 aus Sicht der Arbeitsagentur dargestellt hat:

Zahl der Arbeitslosen
Die Arbeitsagentur Stade liegt mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit von durchschnittlich 3,2 Prozent unter dem Durchschnitt in Niedersachsen (minus 4,3 Prozent). Der Wert entspricht in etwa den bundesweiten Zahlen (minus 3,1 Prozent). Die höchsten Arbeitslosenzahlen wurden im Januar und Februar (jeweils mehr als 15.000) verzeichnet, die niedrigsten gab es von September bis November mit Werten unterhalb der 14.000er-Marke. Die Arbeitslosenquote lag 2019 bei 4,7 Prozent, im Vorjahr betrug sie noch 4,9 Prozent. Landes- und bundesweit sind es jeweils 5,0 Prozent.

Arbeitslosigkeit und Hartz IV
Vergleicht man die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen, die Arbeitslosengeld beziehen, und derjenigen, die Grundsicherung (Hartz IV), so stellt sich die Entwicklung unterschiedlich dar. Bei den Leistungsbeziehern von Mitteln aus der Arbeitslosenversicherung war ein Anstieg von 3,7 Prozent zu verzeichnen, während es bei den Empfängern von Grundsicherung einen Rückgang von 6,9 Prozent gab. Dieser Personenkreis stellt mit 62 Prozent aber weiterhin den größten Anteil der Arbeitslosen.
Struktur der Arbeitslosigkeit
Am meisten profitierten die Langzeitarbeitslosen von der besseren Beschäftigungssituation. Mit minus 9,4 Prozent war der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei diesem Personenkreis am stärksten. Der geringste Rückgang (minus 0,1 Prozent) wurde bei den Ausländern verzeichnet. Dazu zählen auch die gemeldeten Flüchtlinge. Einen Ausreißer gab es bei der Gruppe der Älteren (55 Jahre und älter). Dort wurde sogar ein Anstieg verzeichnet, allerdings nur um 0,5 Prozent.

Dynamischer Arbeitsmarkt
Im Jahr 2019 haben sich 40.321 Personen arbeitslos gemeldet, zugleich haben sich aber 40.341 Personen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet. Die Menschen verharren also in den meisten Fällen nicht in der Arbeitslosigkeit. Eine solche hohe Dynamik auf dem Arbeitsmarkt spricht eher für eine gute Wirtschaftslage. Die Region zwischen Elbe und Weser steht hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung relativ gut da, liegt aber unter dem Landes- und Bundestrend.

Lage auf dem Stellenmarkt
Der Agentur für Arbeit Stade wurden 2019 weniger freie Arbeitsstellen als im Vorjahr gemeldet (minus 10,6 Prozent). Insgesamt gab es beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur 12.017 Meldungen für freie sozialversicherungspflichtige Stellen. Der größte Anteil entfiel auf den Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeitsfirmen) mit 28,1 Prozent. An zweiter und dritter Stelle folgen der Handel (13,3 Prozent) und das Gesundheits- und Sozialwesen (10,9 Prozent). Die drei mit Abstand beschäftigungsstärksten Branchen im Agenturbezirk Stade sind das Gesundheits- und Sozialwesen, der Handel (inklusive Kfz) sowie das verarbeitende Gewerbe.

Ausblick auf dieses Jahr

"Am Arbeitsmarkt ist die Situation derzeit ungewiss und wir müssen den Trend abwarten", sagt Dagmar Froelich. Im laufenden Jahr erwarte man eine weiter wachsende Beschäftigung, aber keinen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Trotz Beschäftigtenrekord verzeichne die Arbeitsagentur seit Mitte 2019 deutlich höhere Ausgaben für Arbeitslosengeld. Zudem nehme die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter ab.
Froelich verweist auf strukturelle Probleme, wie vor allem die fehlenden oder passenden Qualifikationen bei den Arbeitslosen. Diese Probleme würden noch zunehmen. Mit Unterstützungsangeboten müssen Arbeitsagentur und Jobcenter dazu beitragen, den Fachkräftebedarf zu sichern.

"Die Hauptaufgaben für dieses Jahr sind die Weiterbildung und Qualifizierung sowie die weitere Reduzierung von Langzeitarbeitslosigkeit", erklärt Froelich. Ein weiterer Schwerpunkt werde die intensive Beratung von Jugendlichen sein. Diese müssten verstärkt für eine duale Ausbildung gewonnen werden.

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