Fasching in Stade wird zum Auslaufmodell

Bald Vergangenheit? Umzug mit dem Narrenschiff "Gertrude" durch die Stader Innenstadt
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Fastnachtsgilde plant Auflösung im Herbst / Vereins-Chef beklagt hohe Auflagen und Nachwuchssorgen

tp. Stade. Karneval in Stade ist offenbar ein Auslaufmodell, der Jecken-Ruf „Stade Ahoi!“ droht zu verhallen. Die Fastnachtsgilde, deren Tradition bis ins Mittelalter zurückreicht, hegt Pläne, den Verein auf der Mitgliederversammlung im Oktober aufzulösen. Drei Viertel der 40 in der Gilde organisierten Narren müssen dem zustimmen.
Der Negativtrend zeichnete sich seit längerem ab: Das WOCHENBLATT berichtete im vergangenen Jahr über stetig zurückgehende Teilnehmer- und Zuschauerzahlen beim Faschingsumzug mit dem Narrenschiff "Gertrud" durch die City und bei weiteren Veranstaltungen.

"Persönlich tut es mir weh", sagt der Vorsitzende und Stadtbüttel Holger Patzelt, der seit fast zwölf Jahren im Vorstand ist. Schließlich gehe ein Stück "Stader Geschichte" verloren. Die im Verein tatsächlich aktiven Mitglieder würden immer weniger. Hinzu kommen Nachwuchssorgen. "Die Kinderfastnacht war zwar immer noch gut besucht", so Patzelt, aber der Aufwand habe sich kaum gegenüber dem Ertrag gerechnet.
Nachdem die Gilde im vergangenen Jahr den Umzug mangels Anmeldungen absagen musste, wollte der Verein in diesem Jahr mit neuem Konzept starten. Jedoch nur mit mäßigem Erfolg.

Nicht zuletzt seien die behördlichen Auflagen gestiegen, was eine Durchführung der Veranstaltungen schwieriger werden ließ, erklärt Patzelt. So musste die Gilde erstmals für Umzug und Party am Abend einen Sicherheitsdienst engagieren. "Die hohen Auflagen sind nicht mehr anders zu erfüllen. "Das geht ans Geld", klagt Patzelt.

Es spricht von einem "Wandel der Gesellschaft", die sich nur bespaßen lassen möchte, ohne etwas dafür zu tun. Das Ehrenamt, man sehe es auch am "Aktuellen Stade", werde den Freiwilligen "durch Überregulierung madig gemacht".

Wie berichtet, gab kürzlich der Verein Aktuelles Stade die Einstellung des Geschäftsbetriebes seiner „Stade aktuell GmbH“ Ende 2017 bekannt.
Die Faschingstradition in Stade, die mit den Brauerknechts-Gildebrüder begann, reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Die Fastnachtsgilde griff den alten Brauch im Jahr 1983 wieder auf.

Bald Vergangenheit? Umzug mit dem Narrenschiff "Gertrude" durch die Stader Innenstadt
Gilde-Chef Holger Patzelt als Stadtbüttel
Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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