Eisenzeit, Burginsel & Schalenstein
Geschichte unter unseren Füßen: Archäologie im Kreis Stade
- Kreisarchäologe Daniel Nösler in seinem Archiv im Schloss Agathenburg
- Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke
- hochgeladen von Jörg Dammann
Alte Siedlungen, verborgene Burgmauern und ein geheimnisvoller Stein – was sich wie der Anfang eines Abenteuerromans liest, gehört für Kreisarchäologe Daniel Nösler zum Arbeitsalltag. In der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses gewährte er einen spannenden Blick hinter die Kulissen der archäologischen Denkmalpflege im Landkreis Stade – und zeigte, wie viel Geschichte unter unseren Füßen schlummert.
Eisenzeit-Siedlung bei Ahlerstedt
Besonders viel Aufmerksamkeit zog eine Grabung bei Ahlerstedt auf sich: Dort kam eine rund 2.500 Jahre alte Siedlung aus der Eisenzeit ans Licht – und das, weil ein neuer Sportplatz gebaut werden sollte. Dass die Ausgrabung überhaupt möglich war, ist vor allem dem Engagement der ehrenamtlichen Archäologinnen und Archäologen zu verdanken. Die Arbeitsgemeinschaft Archäologie des Stader Geschichts- und Heimatvereins war mit vollem Einsatz dabei. „Ohne sie wäre das alles nicht machbar gewesen“, betonte Nösler – und würdigte zugleich das 20-jährige Bestehen der Gruppe.
Ein Schalenstein zieht um
Ein anderes Fundstück ist noch ein paar Jahrhunderte älter - und stellt ein ziemliches Schwergewicht dar: Ein sogenannter Schalenstein, entdeckt bei Issendorf, konnte gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft geborgen werden. Der fast eine halbe Tonne schwere Stein stammt wahrscheinlich aus der Bronzezeit und wurde vermutlich für kultische Handlungen genutzt. Er ist nun öffentlich im Harsefelder Klosterpark aufgestellt.
Burginsel Horneburg – Geschichte unter den Füßen
Auch in Horneburg wird fleißig geforscht – und zwar unter der Erde. Mit Hightech-Messverfahren wurden auf der Burginsel alte Gebäudestrukturen sichtbar gemacht, die tief im Boden verborgen liegen. Die Erkenntnisse flossen in die Umgestaltung der Anlage ein und sollen bald auch virtuell erlebbar sein. Bei Erdarbeiten stieß man zudem auf interessante Funde – planmäßige Ausgrabungen wären jedoch zu aufwendig gewesen.
Sondengänger nur mit Genehmigung
Zum Schluss wurde es noch einmal praktisch: Der CDU-Politiker Robert Kamprad wollte wissen, ob man mit dem Metalldetektor einfach so losziehen darf. Die Antwort von Nösler: Nein. Wer auf Schatzsuche gehen will, braucht eine Genehmigung – und muss vorher einen Theorie- und Praxiskurs absolvieren. Rund hundert Metallfunde werden jedes Jahr gemeldet – und von der Kreisarchäologie gesichtet und teilweise katalogisiert.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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