Keine Verbesserungen bei der Bahn im Landkreis spürbar

Wer seinen Anschlusszug bei der Bahn erreichen möchte, muss sich oftmals sehr beeilen Foto:jab
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Informationen zu Verspätungen und Fahrplanänderungen kommen nicht bei Bahnpendlern an / Ideen der Experten müssen Taten folgen

jab. Landkreis. Die Bahn bewegt die Massen - aber nicht im eigentlichen Sinne, sondern auf emotionaler Ebene. Die Baustellen auf der Bahnstrecke Richtung Hamburg, die sich noch Jahre hinziehen werden, stellen die Nerven der Pendler auf eine harte Zerreißprobe. Aber nicht erst seit Beginn der Bauarbeiten gibt es viele Probleme wie Verspätungen und schlechten Informationsfluss seitens der Bahn. Das zeigen die Reaktionen der WOCHENBLATT-Leser.

Viele Bahnpendler haben sich auf den WOCHENBLATT-Aufruf gemeldet, von ihren Erlebnissen auf ihrer Pendlerstrecke zu berichten. Dabei waren sich die meisten einig - so wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen. Den Ideen der Bahnexperten zur Verbesserung der Situation müssen endlich Taten folgen, die auch beim Kunden ankommen.

Denn bisher merken die Bahnfahrer nicht viel von den geplanten Verbesserungen in der Informationspolitik, von denen die Experten kürzlich noch im Verkehrsausschuss des Landkreises Stade gesprochen hatten. Wolfgang Rüsch aus Himmelpforten fährt mehrmals im Monat mit der Bahn Richtung Hamburg und sieht keine positive Entwicklung bezüglich der Informationen, die an den Haltestellen angezeigt bzw. durchgesagt werden. Er berichtet von einer Fahrt, bei der die Bahnfahrer weder durch die Fahrtanzeigen noch durch Durchsagen am Bahnhof über etwaige Fahrplanänderungen informiert wurden. Nicht einmal der ausgehängte Fahrplan war an die besonderen Umstände angepasst, geschweige denn wurde auf den Schienenersatzverkehr zwischen Neugraben und Harburg hingewiesen.

Über fehlende Anzeigen kann Edwin Ackermann - auch aus Himmelpforten - ebenfalls ein Lied singen. Während einer Reise mit der Bahn gab es bei Ankunft am Hamburger Hauptbahnhof keinen Hinweis darauf, was mit ihrem eigentlich eingeplanten Zug Richtung Himmelpforten los war. Dieser wurde nicht am vorgesehenen Gleis angezeigt. Auf Nachfrage erfuhren er und seine Frau, dass ihre Bahn erst ab Harburg fahren sollte, sie also den Metronom Richtung Uelzen nehmen und dann in Harburg aussteigen sollten. Gesagt, getan: Allerdings hatte dieser Zug Verspätung und der Anschlusszug konnte nicht warten. Im Zug dann die erleichternde Ansage: Die Bahn wartet doch. Ihre schweren Koffer musste das Ehepaar dann schnellstmöglich über die Treppen hieven, um den Anschlusszug zu erreichen. "Dabei hätten wir uns den ganzen Stress sparen können. Ein kleiner Hinweis auf der offiziellen Anzeige im Hauptbahnhof hätte genügt", so Ackermann.

Ein weiterer Aufreger bei den Bahnpendlern ist die Unzuverlässigkeit, die nicht nur in Baustellen-Zeiten auftritt, sondern bei der Bahn an der Tagesordnung zu sein scheint. Hanne Krieger aus Horneburg fuhr regelmäßig nach Hamburg Barmbek und irgendwas war immer: wetterbedingte Verspätungen, Bauarbeiten oder betriebsfremde Personen im Gleis. Oftmals sei sie in Neugraben "gestrandet" und wusste nicht weiter. Sie habe sich allerdings angewöhnt, direkt am Parkhaus Menschen mit Stader Kennzeichen anzusprechen. "Ich habe immer verständnisvolle und nette Mitfahrgelegenheiten gefunden", sagt sie.

Jutta Thias-Becker aus Buxtehude wäre nach eigener Aussage gar nicht erst von Hamburg nach Buxtehude gezogen, wenn sie damals schon geahnt hätte, wie die Bahnsituation heute ist. Sie macht sich große Sorgen, so noch neun Jahre bis zu ihrer Rente durchzuhalten, da durch den Ärger und die Verspätungen ein normales Tagespensum auf der Arbeit kaum zu schaffen sei - ganz abgesehen von Terminen, die Pendler selten einhalten können. Sie erhofft sich in dieser Zeit mehr Unterstützung von Arbeit- und Gesetzgebern. Ein Recht auf Home Office und flexiblere Arbeitszeiten würde schon viel helfen, meint sie.

Diese Punkte sieht auch Gaby Tauchert aus Estorf ähnlich. Auch Büros, die Unternehmen außerhalb Hamburgs in Außenstellen in Niedersachsen einrichten könnten, wären für sie eine weitere Möglichkeit, den Stress der Pendler unter den schwierigen Bedingungen etwas zu minimieren. Sie sieht im derzeitigen Bahnchaos ein gesamtgesellschaftliches und komplexes Problem, weswegen auch jeder bei dessen Lösung gefragt sei. Die Ideen sollten dann aber nicht endlos diskutiert, sondern unverzüglich umgesetzt werden, so Tauchert.

Die vielen zugesandten Reaktionen zeigen, dass dieses Thema bei den Bahnpendlern noch lange nicht vom Tisch sein wird. Das WOCHENBLATT bleibt weiterhin am Ball.

Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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