Neubau erfolgt nicht vor Herbst 2026
L111 bei Bützfleth: Marode Brücke bleibt weiter ein Nadelöhr
- Die halbseitig gesperrte Brücke ist ein Nadelöhr im Verlauf der Landesstraße 111
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Mit der Fertigstellung der Küstenautobahn A20 und des A26-Abschnitts von Stade bis zum Kehdinger Kreuz wird es in diesem Jahrzehnt wohl nichts mehr. Daher wird die Landesstraße 111 auch in den kommenden Jahren die wichtigste Verbindung zwischen Nordkehdingen und der Kreisstadt Stade bleiben. Auf der Strecke sind insbesondere Autofahrer unterwegs, die die Elbfähre in Wischhafen nutzen. Auch Lkw mit dem Ziel Industriegebiet Bützfleth befahren die L111. Doch kurz vor dem nördlichen Bützflether Ortseingang besteht schon seit Längerem ein ärgerliches Nadelöhr: Dort ist die kleine Brücke über den Bützflether Kanal halbseitig gesperrt, weil die Konstruktion der Verkehrsbelastung nicht mehr standhält. Ein Ersatzneubau für die marode Brücke ist schon seit Jahren geplant, scheiterte aber an den typischen Widrigkeiten: Mal fehlte das Geld, mal das Personal. Doch wie lange soll dieser Zustand noch anhalten?
Für Lkw ab 24 Tonnen gesperrt
Diese Frage hat sich auch der Stader Landrat Kai Seefried (CDU) bereits öfter gestellt. Er ist auf der Strecke täglich als Pendler unterwegs - so wie viele Kehdinger, die in Stade oder bei den Unternehmen auf Bützflethersand arbeiten. Der Landkreis habe wiederholt vor einer Brückensperrung gewarnt und auf die Notwendigkeit eines Neubaus hingewiesen. Fatal wäre tatsächlich, wenn die Brücke gar nicht mehr befahren werden dürfte. Pkw-Fahrer müssten dann den Umweg über die "Moorstrecke" nehmen. Für größere Lkw stellt diese zum Teil sehr holperige und schmale Ausweichstrecke aber keine Alternative dar. Diese müssten dann wohl über die Bundesstraßen 73 und 495 fahren, um zur Elbfähre zu gelangen. Schwertransporte und Lkw mit einem Gesamtgewicht von mehr als 24 Tonnen dürfen die marode Brücke schon jetzt nicht passieren.
Brücke wird regelmäßig kontrolliert
Derzeit muss offenbar (noch) keine Vollsperrung befürchtet werden. Die "angeordnete einstreifige Verkehrsführung" habe zu einer "signifikanten Entlastung des Bauwerks" geführt, heißt es aktuell in der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Melanie Reinecke. Die Brücke sei derzeit für die "verkehrliche Belastung ausreichend tragfähig". Diese Einschätzung bestätigt die Leiterin der Stader Geschäftsstelle der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Friederike Wöbse. "Wir überwachen die Brücke sehr intensiv", sagt die Behördenchefin. Ein Bauwerksprüfer nehme die Konstruktion regelmäßig in Augenschein, zudem würden die Streckenkontrolleure ein- bis zweimal wöchentlich vorbeischauen. Neben dieser "visuellen Bauwerksüberwachung" ist vorgesehen, ein sogenanntes Monitoringsystem zu installieren. Sensoren erkennen Veränderungen sofort und melden die Daten in Echtzeit.
- Diesen Anblick kennen die Pendler zur Genüge: Die Ampel vor der Brücke zeigt Rot
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Baubeginn wohl im Oktober 2026
Wann kommt aber endlich eine neue Brücke? Wöbse rechnet damit, dass ihre Behörde noch im ersten Quartal dieses Jahres, also spätestens bis Ende März, den Antrag auf Planfeststellung einreicht. Der Landkreis, der zuständig für das Planfeststellungsverfahren sei, wisse bereits Bescheid. Zeitgleich werden die Ausschreibungsunterlagen für den Brückenneubau erstellt. "Wenn alles gut läuft, wird voraussichtlich im Oktober 2026 Baubeginn sein", erklärt Wöbse. Sie geht von Baukosten im unteren einstelligen Millionenbereich aus. Die entsprechenden Mittel seien vom Land bereits fest eingeplant worden. Auch die erforderlichen personellen Ressourcen für die Planung und Baubetreuung seien in der Landesbehörde vorhanden - anders als in der Vergangenheit, als die Umsetzung der Brückenpläne nicht zuletzt an den Personalkapazitäten scheiterte.
Bis die neue Brücke steht, müssen Pendler und andere Autofahrer, die auf der L111 unterwegs sind, mit einer roten Ampel vor der Brücke und mehr oder weniger langen Wartezeiten leben.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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