Warten aufs Endlager
Radioaktiver Müll aus dem Atomkraftwerk weiterhin in Stade

Der radioaktive Abfall aus dem Zwischenlager (Foto) in Stade wird ab 2027 ins Logistikzentrum nach Nordrhein-Westfalen gebracht
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jab. Stade. Es war das erste Atomkraftwerk, das nach dem Beschluss der damaligen rot-grünen Bundesregierung 2003 nach rund 30 Jahren vom Netz genommen wurde: das Atomkraftwerk in Stade. Seitdem wurde es Stück für Stück zurückgebaut. Verantwortlich dafür ist der Betreiber "Preussen Elektra". Um die radioaktiven Abfälle lagern zu können, wurde ein Zwischenlager auf dem Gelände direkt neben dem AKW gebaut. Das Lager wurde Anfang des Jahres 2020 von der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) übernommen. Sie informierte den Rat der Hansestadt Stade sowie die Öffentlichkeit nun zum Sachstand sowie zum künftigen Umgang mit dem Abfall.

Zwischenlager für radioaktive Abfälle

Die im Jahr 2017 gegründete Gesellschaft ist von der Bundesregierung beauftragt, radioaktive Abfälle in ganz Deutschland zwischenzulagern sowie die Lager an den Standorten der Kraftwerke zu verwalten und instandzuhalten.

Das Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle auf dem Gelände des Atomkraftwerks Stade wurde Anfang dieses Jahres von der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) übernommen. Hier werden vor allem Reststoffe aus dem Rückbau des Kernkraftwerks deponiert, bis im Jahr 2027 das geplante Logistikzentrum in Würgassen in Nordrhein-Westfalen fertiggestellt ist. Dorthin wird der Abfall aus Stade gebracht. Über das Zwischenlager, die Sicherheitsstandards sowie den Zeitplan der kommenden Jahre informierten Vertreter der BGZ Politik und Öffentlichkeit kürzlich während einer Sitzung des Rates des Hansestadt.

"Konrad" in Salzgitter als Endlager

Im Logistikzentrum werden die Abfälle verschiedener Zwischenlager wie dem in Stade aufgenommen und passend für die Endlagerung zusammengestellt. Dadurch soll der Einlagerungsprozess beschleunigt werden. Gleichzeitig mit dem Logistikzentrum soll auch das Endlager "Konrad" bei Salzgitter so weit sein, dass Container mit radioaktiven Abfällen dort in den ehemaligen Schacht des Eisenerzbergwerks eingelagert werden können.

Kontrolle der Container

13 Mitarbeiter vom BGZ-Standort Unterweser kümmern sich neben drei weiteren Lagern um das Zwischenlager in Stade. Hauptsächlich besteht ihre Arbeit in der Dokumentation sowie der Kontrolle der Container mit den Abfällen. Zuständig für den Rückbau und das Verpacken der anfallenden Abfälle ist allerdings der Betreiber des Atomkraftwerks "Preussen Elektra". Abfälle würden verbrannt, in Fässer gefüllt und betoniert in Containern verschlossen. Ratsfrau Karin Aval (Grüne) hakte kritisch bei den Vertretern der BGZ nach, als es um die Haltbarkeit und somit die Sicherheit der Behälter ging. Schließlich hätten in der Vergangenheit beschädigte Fässer in Atommülllagern für Schlagzeilen gesorgt. Man habe daraus gelernt, heißt es seitens der BGZ. Die Container sowie die Messwerte zur Strahlung würden außerdem regelmäßig kontrolliert.

Verstrahlung der Umgebung nicht möglich

"Sollten bei Kontrollen Beschädigungen oder Ähnliches festgestellt werden, würden weitere Schritte mit dem AKW-Betreiber abgesprochen werden." Schließlich sei dieser für das Verpacken zuständig. Im Zwischenlager würden nur kontaminationsfreie Behälter angenommen, wodurch eine Verstrahlung der Umgebung bei einer Beschädigung nicht möglich sei, so die BGZ. Allerdings seien Schäden unwahrscheinlich, da es sich bei den sogenannten "Gebinden" um ein endlagerungsfähiges Produkt handele. Die Haltbarkeit der Container soll dementsprechend bis zur Einlagerung im Endlager gegeben sein. Danach solle das dortige Gestein für einen sicheren Einschluss sorgen.

Sicher vor Hochwasser, Terror und Flugzeugabstürzen

Sowohl an die verpackten Abfälle als auch an das Zwischenlager selbst würden hohe Anforderungen gestellt, so die BGZ. Das deutsche Atomgesetz, das Strahlenschutzgesetz, die Strahlenschutzverordnung sowie die Vorsorge- und Schutzmaßnahmen müssten stets eingehalten werden, so die Vertreter der BGZ. Gegen Hochwasser, Terrorangriffe und Flugzeugabstürze soll das Lager somit gesichert sein. 2019 erhielt das Lager zudem eine neu ausgestellte Genehmigung und sei somit "auf dem neuesten Stand der Technik".

Der radioaktive Abfall aus dem Zwischenlager (Foto) in Stade wird ab 2027 ins Logistikzentrum nach Nordrhein-Westfalen gebracht
Container mit radioaktivem Abfall: Ähnlich wie im Zwischenlager in Ahaus sieht es auch in Stade aus
Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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