Landkreis Stade betreibt "Hafenärztlichen Dienst"
Schiffe im Stader Seehafen: Hygiene an Bord wird kontrolliert
- Für den "Hafenärztlichen Dienst ist" Hygienekontrolleurin Lea Schertges im Hafen Bützfleth und auf dem LNG-Terminal im Einsatz
- Foto: Christian C. Schmidt/LK Stade
- hochgeladen von Jörg Dammann
Er ist der siebtgrößte Hafen Deutschlands: Den Stader Seehafen an der Elbe bei Bützfleth laufen jedes Jahr mehr als 700 Schiffe aus aller Welt an. Rund vier Millionen Tonnen werden im Bützflether Hafen jährlich umgeschlagen. Die Schiffe legen an der zwei Kilometer langen Kaimauer an, um überwiegend Baustoffe wie Sand, Ton und Kies für die Bauwirtschaft im Elbe-Weser-Dreieck sowie Düngemittel für den Landhandel und weitere Massengüter wie Kohle anzulanden. Über einen Hafen können aber auch ansteckende Krankheiten oder die Erreger von Tierseuchen "importiert" werden. Das zu verhindern, ist Aufgabe des sogenannten "Häfenärztlichen Dienstes". Dieser spezielle Dienst sorgt dafür, dass an Bord die Hygienevorschriften eingehalten werden, die Besatzung bei einem Unfall mit Schmerzmitteln versorgt ist und keine Krankheiten über den Hafen ins Land eingeschleppt werden. Seit Beginn des neuen Jahres ist das Gesundheitsamt des Landkreises Stade für den "Hafenärztlichen Dienst" im Bützflether Elbhafen zuständig. Vorher lag die Zuständigkeit für ein paar Jahre beim Landkreis Cuxhaven.
Gesundheitserklärung wird online übermittelt
Für die „Überwachung der Schiffsanläufe“, wie es im Amtsdeutsch heißt, müssen Kapitän und (soweit an Bord) der Schiffsarzt vor der Einfahrt des Schiffes online die „Seegesundheitserklärung“ übermitteln, erläutert Hygienekontrolleurin Lea Schertges vom "Hafenärztlichen Dienst" des Landkreises Stade. Gefragt wird im Formular beispielsweise nach Todesfällen an Bord, ob jemand auf dem Schiff erkrankt ist, ob sich erkrankte Tiere an Bord befinden und sogar, ob blinde Passagiere an Bord entdeckt worden sind. "Bei Unstimmigkeiten wird der örtliche Schiffsagent der Reederei eingeschaltet und es werden gegebenenfalls Schutzmaßnahmen veranlasst", sagt Schertges. Die zwei Ärzte des "Hafenärztlichen Dienstes" beraten die Schiffsführungen u.a. bei der Ausstattung mit verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln, damit diese bei Unfällen auf hoher See verabreicht werden können.
- Hygienekontrolleurin Lea Schertges nimmt eine Trinkwasserprobe an Bord des „Tidenkieker“
- Foto: Christian C. Schmidt/LK Stade
- hochgeladen von Jörg Dammann
Begehung des Schiffes
Auch die erforderliche Schiffshygienebescheinigung kontrolliert der "Hafenärztliche Dienst". Wenn eine Schiffshygienebescheinigung erneuert werden muss, wird der Agent kontaktiert, um einen Termin zur Begehung des Schiffs zu vereinbaren. Bei dieser Begehung werden hygienerelevante Bereiche wie die Kombüse, Kajüten und Krankenstationen sowie die Aufbereitung von Trink- und Abwasser überprüft. Auch die Qualität des Trinkwassers muss überprüft werden. Unter deutscher Flagge fahrende Schiffe unterliegen der Trinkwasserverordnung, während internationale Schiffe nach EU-Normen geprüft werden können, bei denen die Grenzwerte deutlich höher sind, so Schertges.
Nicht nur Gastanker und Bauxitfrachter, die den Industriehafen Bützfleth anlaufen, nimmt der "Hafenärztliche Dienst" unter die Lupe. Dem schwimmenden LNG-Terminal „Energos Force“ widmen sich die Mitarbieter des Dienstes zu Kontrollzwecken ebenfalls. Auch das Trinkwasser von Binnenschiffen wird überprüft. Dazu gehören Ausflugsschiffe wie der „Tidenkieker“ und die „Greundiek“, Behördenschiffe und Fähren.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
|
| Webseite von Jörg Dammann | |
| Jörg Dammann auf Facebook | |
| Jörg Dammann auf Instagram | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.