Blick hinter die Kulissen beim Konzert von Michael Schulte
So läuft ein Open Air im Stader Lichtspielgarten ab

Schon geübt, was Autokonzerte angeht: Singer-Songwriter Michael Schulte
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jab. Stade. Eine Fläche von 7.500 Quadratmeter, maximal 170 Stellplätze, ca. 30 Mitarbeiter, eine Leinwand von 11,30 mal 6,35 Metern, aufgehängt an fünf Containern – das sind die nackten Zahlen zum Lichtspielgarten, der Stader Kulturbühne in Corona-Zeiten. Dort trat am Wochenende der Musiker Michael Schulte auf. Was alles hinter einer solchen Veranstaltung steckt, kann in Zahlen aber nicht ausgedrückt werden. Das WOCHENBLATT sprach vor und während des Konzerts mit Menschen, die dazu beigetragen haben, dass solche Konzerte trotz Corona überhaupt möglich sind.

Auto mit Luftballons in Herzform dekoriert

Nur noch wenige Minuten, dann beginnt der Einlass zum Michael-Schulte-Konzert. Langsam ist die Anspannung der Mitarbeiter, die sich um den Einlass kümmern, zu spüren. Zwei, die schon Stunden vorher mit ihrem Auto an der Auffahrt zum Gelände warten, sind Petra Schlamp aus Hamburg und Petra Gaiser aus Sindelfingen. Die beiden Freundinnen, die sich auf einem Konzert von Schulte kennengelernt haben, waren schon um 14 Uhr vor Ort, um einen der begehrten Plätze in den ersten Reihen zu ergattern. „Wir sind immer die Ersten“, so die Freundinnen. Das knallrote Auto haben sie mit Luftballons in Herzform an den Spiegeln und Schildern auf der Motorhaube dekoriert.

Selfie mit den Fans

Punkt 16.30 Uhr geht es los, die Ordner bringen sich in Position, die Einweiser schwärmen aus. Die ersten Autos rollen auf das Gelände. 90 Minuten Zeit bleiben bis zum Konzertbeginn. Jedes Fahrzeug erhält eine Stellplatznummer, die sichtbar ins Fenster gelegt werden muss. Die Einweiser helfen, den richtigen Platz zu finden. Nach und nach füllt sich die Wiese. Für Schlamp und Gaiser hat sich das Warten gelohnt. Sie stehen mit ihrem roten Flitzer nicht nur in der ersten Reihe, Michael Schulte kam auch an den Wagen, um mit den beiden ein Selfie zu machen.

"Seine unverwechselbare Stimme zieht uns einfach in seinen Bann"

Für Gaiser wird es das 98. Schulte-Konzert sein. Sie ist auch die Administratorin der Michael-Schulte-Fangruppe bei Facebook. Noch vor seiner Zeit bei "The Voice" und der Teilnahme beim ESC war sie schon Fan von ihm. "Seine unverwechselbare Stimme zieht uns einfach in seinen Bann", so die Freundinnen.

Während das Fan-Duo von Schulte schwärmt, bereiten sich hinter der Bühne Techniker und Band auf den anstehenden Auftritt vor. In einem Container ist der Wirkungsbereich von Veranstaltungstechniker Hanno Petersen. Auf dem riesigen Bildschirm sieht er verschiedene Kameraeinstellungen von der Bühne und dem Gelände. Während der späteren Vorstellungen sucht Petersen darüber die Bilder für die große Leinwand aus.
Was ein Autokonzert von einem normalen Auftritt unterscheidet: „Nachdem wir alles eingestellt haben, können wir während des Konzerts nicht mehr viel ändern. Die Besucher müssen die Feineinstellungen an ihren Radios vornehmen“, so Petersen.

In Stade Ort zum Durchstarten gefunden

Auch Yves Zeh, einer der Veranstalter, ist auf dem Gelände immer in Bewegung. Ständig erreichbar springt er ein, wenn es irgendwo Dinge zu klären gibt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Patrick Dietze organisiert er das Open Air. Eigentlich hat ihre Agentur ihren Sitz in Hamburg, doch die Elbmetropole hat sich lange gegen Autokinos gestellt. In Stade fanden die beiden einen Ort, an dem sie durchstarten konnten. Durch die Agentur kennt Zeh viele Künstler, die derzeit keine Veranstaltungen durchführen können. Daher sah er in dem Open Air eine gute Lösung für Künstler, Gastronomie und die Gesellschaft. So schufen sie eine Kulturbühne von, mit und für Stade.

Vermehrt auf Konzerte und Aufführungen setzen

Mit den Autokinos sind sie allerdings nicht ganz so zufrieden. „Die Resonanz nimmt immer weiter ab.“ Aus diesem Grund wollen sie auch verstärkt auf Konzerte und Aufführungen setzen. Vor allem regionale Künstler seien willkommen.

Einer dieser Künstler ist Michael Schulte. Mit seiner Band hat er bereits Erfahrungen bei Autokonzerten gesammelt. Allerdings weiß er auch um die Nachteile: Die Sicht auf die Fans ist schlechter, auch die Stimmung ist eine komplett andere. Die Interaktion sei ebenfalls schwieriger. Die Möglichkeit, trotz Corona aufzutreten, sei aber dennoch eine schöne Sache. Trotzdem hofft er, dass bald wieder Normalität eintritt. Auch in Stade zu spielen, hat etwas Gutes: „Es hat schon was, abends in sein eigenes Bett zu hüpfen.“ Er nutzt momentan die Zeit zum Urlaub machen mit seiner Familie und zum Songschreiben, verrät er vor dem Auftritt.

Fans jubeln ihrem Star aus den Autos zu

Neue sowie alte Songs präsentiert Schulte dann auch wenig später auf der kleinen Bühne im Lichtspielgarten. Inzwischen hält es viele nicht mehr auf ihren Autositzen. Auf dem Dach und in den Fenstern ihrer Autos sitzen die Zuschauer und jubeln ihrem Star zu. Masken, Westen und sogar eine gelbe Perücke werden im Takt geschwungen, die Lichthupe betätigt, es wird geklatscht und gesungen. Auch die beiden Petras singen lauthals die Lieder mit. Gegen Ende springt Schulte sogar von der Bühne und läuft durch die Reihen mit den rund 130 Autos. Selfies und Fotos werden geschossen. Der Kontakt zu seinem Publikum ist Schulte trotz Corona enorm wichtig. Weiter geht es auf der Bühne.

Für eine Zugabe steht Schulte allein auf der Bühne – nur er und seine Gitarre sind über das Radio zu hören. Das allerletzte Lied spielt er gemeinsam mit seiner Band. Dann ist das Event vorbei. Durch das Radio tönt die Ansage, wie das Verlassen des Geländes zu erfolgen hat. Für die beiden Petras war das nicht das letzte Konzert des Tages. Sie werden sich direkt wieder vorne am Eingang zu den restlichen rund 150 Fahrzeugen anstellen, in der Hoffnung, wieder einen Platz in den vorderen Reihen zu ergattern.

Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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