Bürgermeister würdigt Hochwasser-Einsatz
Sperrwerkswärter an der Lühe haben guten Job gemacht

Lühe-Samtgemeinde-Bürgermeister Timo Gerke (re.) hat die Sperrwerkswärter als Dankeschön zum Kaffeekränzchen eingeladen | Foto: SG Lühe
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Das war Weihnachten 2023 knapp: An der Lühe stand das Wasser nach tagelangen heftigen Regenfällen fast bis zur Deichkrone. Schlimmeres konnte damals mithilfe des Sperrwerks an der Lühemündung verhindert werden. Dessen Tore wurden so geöffnet, dass die Wassermassen aus dem oberen Flusslauf der Lühe bei Niedrigwasser in die Elbe abfließen konnten. Für die Sperrwerkswärter stellt diese  Ausnahmesituation eine erhebliche Belastung dar. Sie mussten an den Feiertagen fast rund um die Uhr Dienst schieben, um Überschwemmungen entlang der Lühe zu verhindern. Jetzt würdigte Lühe-Rathauschef Timo Gerke den besonderen Einsatz des Sperrwerks-Teams. 

Extreme Wasserstände an der Lühe, Sturmflut an der Elbe

Gerke hatte die Männer vom Lühe-Sperrwerk zu einem Dankeschön-Nachmittag ins Rathaus eingeladen. "Mit ihrem besonnenen und abweichenden Handeln von der Betriebsordnung während des Weihnachtshochwassers 2023 trugen sie maßgeblich dazu bei, größere Schäden für die Bewohner der Samtgemeinde Lühe zu verhindern", erklärt der Samtgemeinde-Bürgermeister. Die Wärter hatten die Tore des Flut-Bollwerks so gesteuert, dass möglichst viel Wasser abfließen konnte. Erst bei Erreichen eines gleichen Wasserstandes wurde das Sperrtor wieder geschlossen. Dadurch konnte vermieden werden, dass sich die ohnehin angespannte Hochwasserlage weiter verschärft. Der Wasserstand lag an Heiligabend und den folgenden Tagen in der Region auf einem kritischen Niveau. 

So bringt das Lühe-Sperrwerk Entlastung bei Hochwasser

Einsatz für die Sicherheit der Samtgemeinde

Als Zeichen des Dankes bekamen die Sperrwerkswärter vom Bürgermeister selbstgebackenen Kuchen serviert. "Ihr Einsatz war von unschätzbarem Wert für die Sicherheit unserer Samtgemeinde", betonte Gerke. Die Hochwasserlage in der Region hatte nicht nur die Sperrwerkswärter vor Herausforderungen gestellt. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und viele freiwillige Helfer waren Tag und Nacht im Einsatz, um Wasser über den Deich zu pumpen und Keller leerzupumpen. Unterstützung gab es von den Kräften der Deich-, Wasser- und Bodenverbände

Dank des koordinierten Zusammenwirkens aller Beteiligten habe man die Situation unter Kontrolle gebracht und Schäden minimiert, so Gerke. Er zollt der Leistung aller Beteiligten große Anerkennung: "Die Samtgemeinde Lühe ist stolz auf den Zusammenhalt und das Engagement ihrer Bürger, die in schwierigen Zeiten solidarisch zusammenstehen."

Nach dem Winter-Hochwasser: Was muss an der Lühe passieren?

Zeitaufwändige Sperrwerksschließungen

Um die Hochwassersituation zu entspannen, war das Lühe-Sperrwerk zwischen dem 20. Dezember 2023 und dem 5. Januar 2024 insgesamt 23-mal früher als laut Betriebsordnung erforderlich geschlossen. In 19 weiteren Fällen wurde es in diesem Zeitraum bei Niedrigwasser oder kurz danach geschlossen. Ein solcher
Ausnahmebetrieb zur Entlastung der Hochwasserlage zehre mit der Zeit auch an den Reserven der Sperrwerkswärter, erklärt Klaus Jänsch, Stader Geschäftsbereichsleiter beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Der NLWKN ist zuständig für den Betrieb der Sperrwerke entlang der niedersächsischen Küste.

Jänsch weist darauf hin, dass derart häufige Sperrwerksschließungen einen sehr hohen Zeitaufwand erfordern. So muss der Pegel am Sperrwerk bereits vor der Schließung genau beobachtet werden, um den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Das Gleiche gilt für das Öffnen der Sperrwerkstore. Hier müsse genau der Zeitpunkt abgepasst werden, an dem die Wasserstände von Lühe und Elbe gleich hoch sind, so Jänsch. Dies habe höchste Anspannung für die Sperrwerkswärter bedeutet. Denn es sei kaum abzuschätzen gewesen, wie schnell das Wasser vom Oberlauf der Lühe nachströmt.

„Zwischen den Aufenthalten am Sperrwerk blieben somit oft nur drei, vier Stunden, in denen die Sperrwerkswärter die Chance hatten, ein wenig zu schlafen. In so einer Ausnahmesituation gerät der Tagesrhythmus völlig durcheinander“, meint Jänsch.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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