Sport als Rezept gegen die Langeweile

Das Multikulti-Team besteht aus vielen verschiedenen Nationen. Initiator für die Gründung des Teams ist Jamal Said (hinten 8.v.li.), Apotheker aus Stade mit afghanischen Wurzeln
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bc. Stade. Langeweile ist das alles beherrschende Thema bei den Flüchtlingen in den Massenunterkünften. Arbeiten dürfen sie noch nicht. Viele werden in diesen Tagen erst registriert, obwohl sie schon seit acht Wochen in Stade leben. Die Warterei auf den Asylantrag ist frustrierend. Jamal Said, Apotheker aus Stade mit afghanischen Wurzeln, hat ein Rezept gegen die Langeweile.

Auf seine Initiative hat sich am Mittwoch die erste Fußballmannschaft nur für Flüchtlinge im Landkreis Stade gegründet. Said vermutet, dass es sogar die erste in ganz Niedersachsen ist. Die Schirmherrschaft für das Team hat der VfL Stade übernommen. Der Verein stellt den Übungsleiter und die Hallenzeit. Die Sportsponsoring-Gemeinschaft „Stade21“ spendierte Fußballschuhe, die Firma „Rhinos Sports“ 22 Trikots.

Said: „Diese Mannschaft ist ein Zeichen der Völkerverständigung und Integration.“ 32 Flüchtlinge aus der Unterkunft des Deutschen Roten Kreuzes in der Berufsschule (BBS) an der Glückstädter Straße versammelten sich am Mittwoch im Vereinshaus des VfL in Ottenbeck. Sie alle waren ganz heiß darauf, endlich gegen das runde Leder kicken zu dürfen. „Wir sind dankbar, dass wir in Deutschland so toll willkommen geheißen wurden. Fast wie in einer Familie“, sagte einer der Flüchtlinge.

VfL-Präsident Carsten Brokelmann ergänzte: „Wir freuen uns, dieses Projekt unterstützen zu können. Sport kennt keine Grenzen, was Sprache und Religion angehen.“

So spielen in dem Multikulti-Team jetzt ganz unterschiedliche Nationen zusammen: Syrer, Afghanen, Iraner, Iraker. Mohamed Balde (22) stammt aus dem Norden Malis. Eine Region, die immer wieder von Terroristen heimgesucht wird. Seit acht Wochen lebt er in der BBS. Außer Lesen kann er nicht viel machen. Früher kickte er in der höchsten Jugendliga in Bamako, der Hauptstadt des Landes. „Ich bin so froh, dass ich jetzt auch in Deutschland spielen darf“, sagt der hoch aufgeschossene, talentierte Fußballer.

Da der ausländerrechtliche Status der Flüchtlinge in den Notunterkünften in der Regel ungeklärt ist, können sie noch nicht am normalen Punktspielbetrieb teilnehmen. Dass aber begabte Fußballer, die als regulär zugewiesene Asylbewerber schon länger in Stade leben, schnell den Aufstieg schaffen können, zeigt das Beispiel der 1. Mannschaft des VfL Stade in der Bezirksliga. Dort spielen nämlich bereits zwei Syrer.

Das Multikulti-Team besteht aus vielen verschiedenen Nationen. Initiator für die Gründung des Teams ist Jamal Said (hinten 8.v.li.), Apotheker aus Stade mit afghanischen Wurzeln
Mohamed Balde lebt seit acht Wochen in der Notunterkunft. Er ist froh, dass er jetzt endlich wieder in einer Mannschaft Fußball spielen kann
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Björn Carstens aus Buxtehude

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