Stade - eine Studentenstadt ohne Studenten

Küchenarbeit muss sein: Jendrik Schirdewan (li.) Jan-Niklas Garbers
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  • Küchenarbeit muss sein: Jendrik Schirdewan (li.) Jan-Niklas Garbers
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"Wir sind einfach zu wenige": WG-Partner Jan-Niklas, Jendrik und Hagen fahren an Wochenenden oft nach Hause

tp. Stade. Im Flur ein Ikea-Regal mit Schuhen und Getränkekästen, ein Schreibtisch unterm Hochbett und für jeden ein eigenes Fach im Kühlschrank: In ihren vier Wänden leben Jan-Niklas Garbers (21), Jendrik Schirdewan (22) und Hagen Hagens (20) in Stade in einer klassischen Studenten-Wohngemeinschaft. Wenig Studenten-Flair hingegen bietet das Umfeld: In der Nachbarschaft des Mietsblocks in einer Nachkriegssiedlung an der Sachsenstraße wohnen überwiegend Familien mit Kindern und Rentner. Auch im weiteren Stadtgebiet gibt es keine Studentenszene: "Wir sind einfach zu wenige", sagt Jendrik mit Blick auf die niedrige Zahl von rund 100 Studenten an der Privaten Fachhochschule (PFH) Göttingen am Hansecampus Stade.

Die WG zwischen Jan-Niklas, Jendrik und Hagen, die im vierten Semester Verbundwerkstoffe/Composites studieren und parallel eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker absolvieren, war von Anbeginn auf begrenzte Zeit angelegt. Bereits im kommenden Jahr trennen sich die Wege der angehenden Leichtbau-Ingenieure. Im Rahmen des Studiums absolvieren sie im sechsten Semester ein Auslandshalbjahr, dann verlassen sie die knapp 90 Quadratmeter große Vier-Zimmer Wohnung im Obergeschoss, die sie von einer früheren Studentengeneration übernahmen.

Das spartanische Wohnzimmer nutzen die WG-Mitglieder gelegentlich zum Musikmachen: Hagen spielt Bass, Jan-Niklas E-Gitarre. Auch Haushaltsaufgaben werden hier verteilt: "Wir putzen gemeinsam, wenn es an der Zeit ist", sagt Jan-Niklas. Ebenso werden die Einkaufsfahrten locker nach Bedarf aufgeteilt. Alle drei besitzen einen eigenen Pkw, den sie wegen der "dürftigen Verkehrsinfrastruktur" in Stade nicht missen möchten. Um zu den Vorlesungen an der Airbus-Straße zu kommen, schwingen sich die jungen Männer meistens aufs Rad.

In den drei kleinen, mit Bett Schreibtisch, Laptop und Schrank schlicht ausgestatteten Schlafzimmern, die an Jugendzimmer erinnern, geht es vor allem ums Lernen. Da alle dasselbe Fach studieren, können sich die drei gegenseitig unterstützen: "Insbesondere beim kniffligen Rechnen mit komplexen Zahlen ist Hagens Rat gefragt: "Er ist unser Überflieger", loben Jan-Niklas und Jendrik ihren begabten WG-Partner.

Das duale Studium in Stade ist mit einem festen Stundenplan, Praktika und Co. straff strukturiert, sodass die meisten Studenten im der vorgegeben Mindestlaufzeit von acht Semestern fertig werden. So bleibt kaum Zeit für wilde Feten und langes Ausschlafen.

Das Männertrio geht nur hin und wieder in die Stader Disco "Metropol"oder ins Pub "Fiddler's Green". Meistens aber fahren die drei am Wochenende nach Hause. Jendrik zieht es in die ländliche Heimat bei Nordenham, Jan-Niklas spielt in Reeßum Fußball, Hagen pendelt zu seiner Freundin im Raum Bremen.

"Das klassische Studentenleben stellt man sich anders vor als in Stade", resümiert Jendrik.

100 Studierende am Hansecampus

(tp). Derzeit sind am Hansecampus Stade ca. 100 Campusstudierende Bachelor und Master in den Studiengängen "General Management" und Verbundwerkstoffe/Composites" immatrikuliert. Zudem kann man in Stade Fernstudiengänge in diversen Fächern wie Betriebswirtschaftslehre, Angewandte Psychologie für die Wirtschaft und Unternehmensrecht studieren. Es sind ca. 150 Fernstudierende immatrikuliert.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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