Lettische Umweltexperten zu Gast
Unterelbe als Vorbild für Naturschutz
- Projektpartner Marcel Holy von der Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer erklärt den baltischen Gästen das Prädationsmanagement am Dümmer
- Foto: Hanna Prüter/NLWKN
- hochgeladen von Pauline Bellmann
Wie lassen sich Lebensräume für Wiesenvögel wirksam schützen? Mit dieser Frage reiste im April dieses Jahres ein Expertenteam aus Lettland nach Niedersachsen. Vor Ort tauschten sich die Gäste mit dem Team des Projekts „LIFE IP GrassBirdHabitats“ aus, das vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geleitet wird.
Drei Schutzgebiete – drei Perspektiven
Im Mittelpunkt des Besuchs standen sogenannte Feuchtgrünländer: Wiesen- und Weideflächen, die regelmäßig vernässt sind und bedrohten Wiesenvögeln als Brut- und Rastplatz dienen. Die Gruppe besuchte drei zentrale Projektgebiete.
Am Dümmer werden Feuchtwiesen gezielt wiedervernässt, um optimale Bedingungen für seltene Brutvögel zu schaffen. Auf der Insel Langeoog steht der Schutz von Küstenvogel-Kolonien im Spannungsfeld zwischen Natur und Tourismus im Fokus.
- rojektleiter Heinrich Belting erläutert den Gästen aus dem Baltikum die Funktionsweise der windbetriebenen Wasserpumpen, die die Wasserstände auf den Wiesenvogelflächen regulieren
- Foto: Hanna Prüter/NLWKN
- hochgeladen von Pauline Bellmann
Auch sehr vielfältig präsentiert sich die Region an der Unterelbe. Hier formen Feuchtgrünland, Salzwiesen und Flussmarschen ein artenreiches Mosaik. Das Gebiet ist nicht nur wichtiger Brutstandort, sondern auch ein bedeutender Rastplatz für Zugvögel auf ihren Routen durch Europa.
Austausch über gemeinsame Herausforderungen
Im Gespräch mit dem lettischen Team wurden Möglichkeiten diskutiert, wie sich Naturschutz und Landwirtschaft besser aufeinander abstimmen lassen – etwa durch angepasste Mähzeiten oder eine extensive Beweidung. Die vorgestellten Maßnahmen stießen auf großes Interesse und wurden rege diskutiert.
„Der Blick über den Tellerrand lohnt sich“, sagt Dr. Hanna Prüter vom NLWKN. „In Lettland und Niedersachsen stehen wir vor ähnlichen Herausforderungen wie in vielen Gebieten Europas. Wie schaffen wir es, Feuchtgrünländer so zu bewirtschaften, dass sie geeignete Lebensräume für seltene Vogelarten bleiben oder es wieder werden?“
Vernetzt für die Artenvielfalt
Der Besuch ist Teil des EU-Förderprogramms LIFE, das neben der Umsetzung von Schutzmaßnahmen auch den internationalen Wissensaustausch unterstützt. Ein enger Austausch über regionale und überregionale Belange im Zusammenhang internationaler Schutzkonzepte soll langfristig sowohl den Wiesenvögeln als auch deren Schützern dienen.
Redakteur:Pauline Bellmann aus Buxtehude |
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