Erstes Abitur an städtischer Schule nach 40 Jahren in Stade
"Versuchskaninchen" der IGS gelangen in die Freiheit

Die ersten Abiturienten der IGS Stade Foto: jab
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jab. Stade. Lange ist es her, dass an einer städtischen Schule in Stade das Abitur abgenommen wurde. Denn vor 40 Jahren gab die Stadt das Vincent-Lübeck-Gymnasium als Träger ab. Mit der Gründung der Integrierten Gesamtschule (IGS) Stade 2010 hat sich das in diesem Jahr geändert: Der erste Abiturjahrgang der IGS hat die Schule verlassen.

Als Versuchskaninchen haben sich die Schüler scherzhaft während ihrer Zeit an der IGS selbst bezeichnet. Als „rABIts“ brechen sie nun auf in die Freiheit. Denn sie haben jedes Experiment erfolgreich überstanden, so der Schulleiter Jörg Moser-Kollenda während der Entlassungsfeier. Die heutigen Abiturienten waren 2010 die ersten, die an der IGS angemeldet wurden – und das, obwohl es die Schule noch gar nicht gab, sondern nur gute Vorsätze, sagte er. Geprägt war die Schulzeit der Absolventen von ständigen Baustellen, schließlich befand sich die Schule noch im Umbau. Die Baustellen haben die Schüler, so Moser-Kollenda, stoisch ertragen. Denn auch jetzt ist der Umbau noch nicht vollständig abgeschlossen.

Die permanenten Umbauten hatten für die Schüler allerdings auch enorme Vorteile. Sie hatten in sämtlichen Räumen eine gute Ausstattung durch beispielsweise digitale Tafeln und sind damit auch die Vorreiter in der Stadt Stade. Dafür waren aber hohe Investitionen nötig. Bis heute sind in den Umbau 10,5 Mio. Euro geflossen, so die Bürgermeisterin Silvia Nieber. Die Wörter Baustelle und Baustein dominierten ihre gesamte Rede. „Auch das Leben ist wie eine Baustelle“, sagte sie. Die Bürgermeisterin machte den Abiturienten so deutlich, dass sie nun mit dem Abschlusszeugnis ebenfalls einen sinnbildlichen Baustein in der Hand halten, mit dem sie das Fundament ihres Lebens gebaut haben.

Neben den Baustellen bleiben den Schülern aber vor allem die gute Zeit und die Lehrer in Erinnerung. Für Luca Woltemade (19) beispielsweise ist es ein komisches Gefühl, sich von der Schulzeit zu trennen. Die IGS war tatsächlich wie ein zweites Zuhause für sie. Der erst in der elften Klasse dazu gestoßene Jannis Napierski (19) hat sich ebenfalls sehr wohl gefühlt. „Die Menschen waren hier viel netter“, meint er. Sein Mitschüler Jonas Winter (18) sieht es genauso und ist dankbar, dass er sich besonders durch die tollen Lehrer im persönlichen und menschlichen Bereich weiterentwickeln konnte. Geradine Petsch (19) empfand die Zeit teilweise turbulent, da sie nun mal der erste Jahrgang waren. Allerdings war es eine schöne Zeit, mit einem tollen Zusammenhalt in der Schülerschaft.

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