Erdkabel führt durch den Nordkreis
Weitere Windstromstrasse durch den Landkreis Stade geplant

Die Karte zeigt den Verlauf der bevorzugten Trasse V48-11 (in Pink). Etwas heller ist die Alternativtrasse dargestellt, die westlich von Wischhafen verlaufen soll. Die schwarze Linie stellt die Kreisgrenze dar. | Foto: Amprion/jd
  • Die Karte zeigt den Verlauf der bevorzugten Trasse V48-11 (in Pink). Etwas heller ist die Alternativtrasse dargestellt, die westlich von Wischhafen verlaufen soll. Die schwarze Linie stellt die Kreisgrenze dar.
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Durch den Landkreis Stade soll neben der SuedLink-Trasse von Tennet künftig eine weitere unterirdische Stromleitung verlaufen - allerdings nicht wie beim Tennet-Projekt quer durch das Kreisgebiet, sondern gerade mal rund 15 Kilometer durch den Nordkreis. Geplant wird die Erdkabel-Trasse vom Stromkonzern Amprion, der neben Tennet und zwei weiteren Unternehmen das Höchstspannungsnetz in Deutschland betreibt.

Amprion hat seinen Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen. Und dorthin soll auch der Strom mit der geplanten Leitung transportiert werden. Ziel ist es, u.a. die Industrie an Rhein und Ruhr zu versorgen. Wie bei Tennet ebenfalls mit Windenergie aus dem Norden. Amprion plant zwei Leitungen Richtung Ruhrgebiet - eine von Wilhelmshaven aus, die andere aus dem schleswig-holsteinischen Heide. Das ist auch die Trasse, die den Landkreis Stade tangiert. 

Erste Probebohrungen für SuedLink-Trasse im Landkreis Stade

Dabei handelt es sich um den sogenannten Vorschlagstrassenkorridor B, wie Amprion jetzt bekanntgegeben hat. Mit dieser zunächst 1.000 Meter breiten Trasse geht das Unternehmen in die sogenannte Bundesfachplanung. Die favorisierte Strecke muss nun das Genehmigungsverfahren durchlaufen. Frühestens im Jahr 2025 wird dann ein rund 40 Meter breiter Trassenverlauf festgelegt. Dort soll das Erdkabel in mehr als anderthalb Meter Tiefe verlegt werden. Doch bis zur Fertigstellung dauert es: "Ab Anfang der 2030er Jahre transportiert Korridor B Strom von der windreichen Nordseeküste ins Ruhrgebiet", heißt es in einer Amprion-Mitteilung. 

So soll die Trasse verlaufen

Der vorgeschlagene Korridor B trifft nach der Elbquerung nördlich von Hamelwörden auf das Gebiet des Landkreises Stade. Von dort führt er in westlicher Richtung zwischen Oederquart und Kajedeich weiter - quer durch die dortigen Windparks. Bei Oederquart-Süderende knickt der Korridor um 90 Grad in Richtung Süden zum Bruchweg ab. Kurz danach erreicht er bei Schwarzenmoor schon die Grenze zum Landkreis Cuxhaven. Es gibt noch einen Alternativkorridor: Der wiederum schwenkt gleich bei Hamelwörden Richtung Süden ab und führt westlich unmittelbar an Hollerdeich, Wischhafen und Neuland vorbei. Anschließend kreuzt er die B495 und knickt bei Wolfsbruchermoor nach Südwesten ab. Bei Gehrden passiert er die Kreisgrenze.

Das Gleichstrom-Erdkabel soll jede Menge nachhaltige Strompower ins Ruhrgebiet bringen. Es hat eine Kapazität von vier Gigawatt, was laut Auskunft von Amprion der Leistung von fünf Kohlekraftwerken entspricht. Außerdem wird für die Zukunft geplant: Es kommen Leerrohre für weitere Erdkabel in den Boden. Damit kann die Kapazität verdoppelt werden. " Auf diese Weise leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag für das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2045", so Amprion. 

Deutlich weiter fortgeschritten sind die Planungen für die SuedLink-Trasse von Tennet. Das Unternehmen plant, dass bereits 2027 Strom vom hohen Norden nach Bayern fließt. Der Bau der Mini-Tunnelröhre für die Stromleitungen unter der Elbe soll im kommenden Jahr starten.

SuedLink-Stromtrasse über die Geest
Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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