Ehemalige Stader Krankenschwestern berichten über Veränderungen im Laufe ihrer Dienstzeit
Wiedersehen weckte viele Erinnerungen

Die Gruppe der Berufskollegen des Krankenhauses mit Anneliese Klute (li.), Bernd Lambrecht (2.v.li.) und Marieta Schimatowitsch (Mitte li.)
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  • Die Gruppe der Berufskollegen des Krankenhauses mit Anneliese Klute (li.), Bernd Lambrecht (2.v.li.) und Marieta Schimatowitsch (Mitte li.)
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jab. Stade. Was hat sich in den vergangenen Jahren alles in der Pflege verändert? Davon konnten sich die frühere Krankenschwester Marieta Schimatowitsch und ihre ehemaligen Berufskolleginnen selbst ein Bild machen. Sie trafen sich im Stader Elbe Klinikum anlässlich des 50. Jubiläums von Schimatowitschs Examen in der Krankenpflege. Gemeinsam schwelgten sie in der beruflichen Vergangenheit und schauten sich die modern ausgestattete Kinderstation an.

"Von den heutigen Bedingungen konnten wir damals nur träumen", meint Schimatowitsch. Aber: "Wir haben uns begeistert für diesen wunderschönen Beruf." Und das trotz der Arbeitszeit mit 46 Stunden pro Woche und einem geringen Ausbildungsentgelt von rund 120 DM, aber mit freier Kost und Logis im Schülerinnenwohnheim. Schimatowitsch schloss ihre dreijährige Ausbildung 1969 in Stade mit dem Examen ab. Ab 1973 arbeitete sie als Kinderkrankenschwester. Zehn Jahre später erhielt sie von der damaligen Schuloberin Anneliese Klute das Angebot, als Schulassistentin in der Krankenpflegeschule zu arbeiten. 1996 übernahm sie, nachdem Klute in den Ruhestand gegangen war, bis 2010 die Schulleitung.

Hört man die ehemaligen Schwestern über die Ausstattung und die Behandlungsmethoden reden, wird der Unterschied zu heute besonders deutlich. Sie berichteten von Glasspritzen, an denen sich die Schwestern immer wieder verletzten, und einem Tropf, der für Kinder selbstgebastelt wurde, da es solch ein Gerät nur für Erwachsene gab. "Wenn wir das heute erzählen, fragen die Menschen, ob wir im Mittelalter gelebt haben", so die Berufskolleginnen. Sie sind wahrlich froh über die medizinische Weiterentwicklung seit dieser Zeit.
Während eines Rundganges auf der Kinderstation des Elbe Klinikums wurden weitere Erinnerungen wach. Die damalige Gestaltung der Zimmer und Flure wäre heute einer Kinderstation nicht mehr würdig. Waren es früher kahle Wände, leuchten dort heute bunte Bilder und fröhliche Farben. Schimatowitsch erzählt, dass eine typische Behandlung von Bronchitis bei Kindern damals mit Senfwickeln abgelaufen sei, mit denen die Kinder dann auf den Balkon in die Kälte gestellt wurden. "Damit sie schreien und mal wieder richtig tief durchatmen", so die ehemaligen Schwestern. Das sei heute unvorstellbar.

Auch die damaligen Besuchszeiten lassen noch immer Mitleid aufkommen. "Die Eltern durften ihre Kinder nur zweimal in der Woche für eine Stunde sehen. Wenn sie gingen, waren die Kleinen in Tränen aufgelöst", so Schimatowitsch. Die Besuchszeiten seien erst in den 1970er-Jahren geändert worden, erklärt sie. Wird ein junger Patient heute stationär aufgenommen, dürfen die Eltern auch über Nacht bei ihrem Kind bleiben.
Worüber heutige Ausbilder den Kopf schütteln müssten, ist die extreme Verantwortung, die den Schwesternschülerinnen bereits im ersten Lehrjahr übertragen wurde. Denn in der damaligen Zeit war es selbstverständlich, dass die Auszubildenden schon zu diesem Zeitpunkt zwei bis drei Wochen am Stück die Nachtwache komplett allein übernahmen. "Das würde man heute keinem mehr zumuten", so Schimatowitsch.

Heutzutage wird den Azubis die Verantwortung eher in dosierter Form übertragen, unter Aufsicht einer Fachkraft, die speziell für die Ausbildung zuständig ist. Die Schüler seien nicht einfach auf sich allen gestellt, sagt Bernd Lambrecht, Pflegedirektor der Elbe Kliniken. Je nach Ausbildungsniveau steige dann auch die Verantwortung.

Blickt man zurück, kamen in den 1980er-Jahren auf rund 20 Ausbildungsplätze etwa 400 oder mehr Bewerber. "Heutzutage ist es eine ganz andere Situation", so Lambrecht. "Der Bedarf an Pflegekräften ist unbegrenzt."

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