Das WOCHENBLATT fragte Politiker nach ihrer Wahlprognose
Bürgermeisterwahl in Stade: Wer macht das Rennen?

Vier Kandidaten stehen auf dem Wahlzettel  Foto: jd
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Kristina Kilian-Klinge (CDU)

"Hartlef liegt vorn"
"Die Tatsache, dass es vier Kandidaten gibt, macht es für die beiden Favoriten Nieber und Hartlef natürlich schwer, auf Anhieb auf mehr als 50 Prozent zu kommen. Eine Stichwahl halte ich deshalb für nicht unwahrscheinlich. Von vielen habe ich gehört, dass eine große Unzufriedenheit mit der Arbeit von Silvia Nieber besteht. Sönke Hartlef hat insbesondere als Ortsbürgermeister von Bützfleth gezeigt, was man gemeinsam mit Bürgern erreichen kann. Angesichts der vielen positiven Feedbacks sehe ich Sönke Hartlef vor Silvia Nieber."

Kai Holm (SPD)

"Nieber 50 % plus X, Hartlef 30%, Klaus 7%, Rutkowski 3%"
"Silvia Nieber hat bewiesen, dass sie eine gute Bürgermeisterin für Stade ist. Auch in den zurückliegenden Monaten des Wahlkampfes erwies sich immer deutlicher, dass sie als Einzige die notwendige Kompetenz, Sachkenntnis sowie Durchsetzungsfähigkeit besitzt, dieses wichtige Amt auszuüben. Silvia Nieber kann Bürgermeisterin - so denken meiner Einschätzung nach große Teile der Bevölkerung."

Carsten Brokelmann (WG)

"Nieber 50%, Hartlef 45%, Klaus 3%, Rutkowski 2%"
"Es ist schwer, eine Einschätzung abzugeben. Der Bürgermeisterwahlkampf war für mich nicht besonders spürbar und wird auch noch etwas durch die Europawahl überlagert. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass Niebers Herausforderer eine Wechselstimmung erzeugen konnten. Deshalb tippe ich auf eine Wiederwahl von Silvia Nieber. Ich hoffe, es gibt keine Stichwahl, weil es dann erfahrungsgemäß schwer sein wird, eine angemessene Wahlbeteiligung zu erreichen."

Tobias Archut (Grüne)

"Nieber 40%, Hartlef mehr als 30 %, Klaus mehr als 20%, Rutkowski 2%"
"Frau Nieber wird es in der Stichwahl schaffen. Sie war bei dem lahmen Wahlkampf längst nicht so dominant, wie sie es nach ihrer eigenen Einschätzung meint. Hartlef wird einsehen müssen, dass Freundlichkeit allein nicht reicht, um eine Wahl zu gewinnen. Er hätte irgendwann in den Angriffsmodus übergehen und Nieber attackieren müssen. Bodo Klaus wird die Stimmen der Protestwähler auf sich ziehen. Frank Rutkowski ist leider nicht so genial wie sein Parteigründer Martin Sonneborn."

Wolf V. Lübcke (Piraten)

"Nieber 44 %, Hartlef 35%, Klaus 18% und Rutkowski 3%"
"Es wird zu einer Stichwahl kommen, aus der am Ende Nieber als Siegerin hervorgeht. Sie hat sich zwar in letzter Zeit, insbesondere durch ihren Kurs bezüglich der STRABS, bei vielen Stadern unbeliebt gemacht, aber weil dieses Thema jetzt vom Tisch ist, dürfte sie für viele wieder wählbar sein. Herr Hartlef hat leider keinen ernsthaften Anspruch auf das Bürgermeisteramt gezeigt. Ich denke, dass er keine Chance hat. Bodo Klaus wird einen deutlichen Achtungserfolg erringen und damit eine Stichwahl erzwingen."

Wolfgang Ehlers (FDP)

"Nieber schafft es womöglich im ersten Anlauf"
"Auf konkrete Zahlen möchte ich mich nicht festlegen. Aber ein nettes Lächeln vom Wahlplakat genügt sicher nicht, um eine Amtsinhaberin aus ihrem Amt zu verdrängen. Frau Nieber hat durch ihre 180-Grad-Wende bei der STRABS ein schwieriges 'Verliererthema' abgeräumt und damit Stärke bewiesen, was ich ihr hoch anrechne. Sie kämpft um ihr Amt, und es könnte sein, dass es damit für einen Sieg im ersten Wahlgang reicht. Aus meiner Sicht ist die Wahrscheinlichkeit für eine Stichwahl gesunken."

Holger Dankers (Linke)

"Nieber 49 %, Hartlef 46 %, Klaus 3 %, Rutkowski 2 %"
"Die Stichwahl wird dann Silvia Nieber mit 55 Prozent für sich entscheiden. Die beiden Höchstplatzierten haben im politischen Tagesgeschäft nur geringe Unterschiede gezeigt. Frau Nieber hat für vieles - auch Dinge, die mit großer Ratsmehrheit beschlossen worden - allein die Schuld bekommen. Das werden viele, spätestens beim zweiten Wahlgang, noch einsehen und Nieber wählen, weil sie wissen, was sie an ihr haben."

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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