Petra Tiemann (SPD) ist ab November wieder Landtagsabgeordnete
Die Rückkehr der Dame in Rot

Rotes Shirt, rote Schuhe: Petra Tiemann bevorzugt für ihre Kleidung die Farbe der Sozialdemokratie  Foto: jd
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  • hochgeladen von Jörg Dammann

(jd). Ihr Comeback im niedersächsischen Landtag steht kurz bevor: Petra Tiemann wird ab November wieder dem Landesparlament angehören. Die SPD-Frau rückt für ihren Parteikollegen Uwe Santjer nach. Der Cuxhavener tritt am 1. November in seiner Heimatstadt das Amt des Oberbürgermeisters an. Geplant ist, dass Tiemann Santjers Platz zu Beginn der nächsten Plenarwoche am 19. November einnimmt.

Mit Tiemanns Wiedereinzug in den Landtag setzt sich ihre politische Karriere dort fort, wo sie vor zwei Jahren abrupt endete. Der 15. Oktober 2017 war ein rabenschwarzer Tag für die Vollblutpolitikerin: Obwohl oder besser weil die Niedersachsen-SPD einen grandiosen Wahlerfolg erzielte, verlor die Kutenholzerin ihr Mandat. Die Genossen holten sich wider Erwarten sämtliche Sitze über Direktmandate. Damit war Tiemann der sicher geglaubte Einzug über die Landesliste verwehrt. Dass sie im Kampf um das Direktmandat in ihrem Wahlkreis ihrem Kontrahenten Kai Seefried (CDU) unterliegen würde, stand vorher schon so gut wie fest.

Mit ihrem Listenplatz 8 landete Tiemann schließlich an erster Stelle auf der politischen Ersatzbank. Die Kandidaten auf den Plätzen davor waren alle über ein Direktmandat gewählt worden. Doch die Ersatzfrau, die nie einen Hehl daraus machte, wie sehr sie sich nach dem Landtag zurücksehnt, musste sich gedulden: Stephan Weil nahm keinen Ministerposten in Berlin an, Olaf Lies wechselte nicht in die freie Wirtschaft und auch sonst erfreuten sich die Mitglieder der SPD-Fraktion bester Gesundheit.

Ernsthafte Hoffnungen durfte sich Tiemann seit einem Jahr machen: Im November 2018 verkündete Santjer, dass er zur Wahl für den Chefposten im Cuxhavener Rathaus antritt. Am 26. Mai stand schließlich fest: Tiemann kann nachrücken. Santjer hatte die Wahl gewonnen. Richtig abgetreten war die "Lady in red" - sie bevorzugt rote Kleidungsstücke bzw. Accessoires - ohnehin nie: Als stellvertretende Landesvorsitzende mischte die "rote Petra" weiterhin ganz oben mit. In der Landesspitze ihrer Partei ist Tiemann für die Themen Frauenrechte und Parität in den politischen Gremien zuständig. Welche Ausschüsse sie im Landtag übernimmt, steht allerdings noch nicht fest.

Jetzt zu sagen, Tiemann sei auf dem Sprung nach Hannover, wäre übrigens falsch: Sie ist bereits in Hannover. "Dort arbeite ich seit einem Jahr als Fachreferentin bei der Landesvereinigung für Gesundheit und der Akademie für Sozialmedizin", berichtet sie im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Schwerpunktmäßig betreue sie dort ein Projekt, bei dem es um die Dokumentation von Krebserkrankungen gehe. Ziel sei es, ein Portal zu schaffen, um so die Angebote bei der medizinischen Versorgung von Krebspatienten landesweit zu verzahnen.

"Diese Tätigkeit hat mir sehr gefallen, sodass ich in der kommenden Woche mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied nehme", sagt Tiemann. Ihren Resturlaub in der ersten Novemberhälfte werde sie nutzen, um alle Formalitäten rund um die Rückkehr in den Landtag zu erledigen. Ein alter und neuer Kollege habe sie kürzlich mit folgenden Worten begrüßt: "Da ist ja unsere Abgeordnete a.D. und in spe."

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