Stadt will sich aus der Krankenhaus-Gesellschaft zurückziehen
Elbe Kliniken: Die Stadt Stade bereitet sich auf den Ausstieg vor

Der Landkreis Stade und die Stadt Stade teilen sich die Anteile an den Elbe Kliniken derzeit jeweils zur Hälfte
  • Der Landkreis Stade und die Stadt Stade teilen sich die Anteile an den Elbe Kliniken derzeit jeweils zur Hälfte
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. Kommt nach 20 Jahren die Trennung? Seit 2001 sind die Stadt und der Landkreis Stade gemeinsam Träger der Elbe Kliniken - als gleichberechtigte Anteilseigner, die jeweils 50 Prozent halten. Diese Zweckehe könnte bald ein Ende finden. Die Hansestadt möchte ihren Anteil an den Landkreis abgeben.
Der politische Wille steht in Stade jedenfalls fest: Die Stadt soll aus den Elbe Kliniken aussteigen. Auf seiner jüngsten Sitzung hat der Rat einstimmig beschlossen, dass Verhandlungen darüber geführt werden, unter welchen Bedingungen sich Stade aus der Krankenhaus-Gesellschaft herauslösen kann. Ein Gutachter soll beauftragt werden, sozusagen als "Scheidungsanwalt" die rechtlichen Möglichkeiten abzuklopfen.

Was aber in Stade - und wohl auch im Landkreis - niemand will, ist die Privatisierung der Elbe Kliniken. Auf der Ratssitzung wurde deutlich, dass in dieser Frage ein Konsens quer durch alle Fraktionen besteht. Mit einem strengen Sparkurs und nicht zuletzt durch den vor Jahren erfolgten Ausstieg aus dem Tarifvertrag hatten die Elbe Kliniken dafür gesorgt, dass sie nicht in die roten Zahlen rutschen und damit in Gefahr geraten, von einem privaten Krankenhausbetreiber übernommen zu werden.

Corona hat das Wirtschaften für das Krankenhaus nicht leichter gemacht. Zudem stehen u.a. wegen des Neubaus des Stader Bettenhauses in den kommenden Jahren Millioneninvestitionen an. Dafür müsste eigentlich das Land aufkommen, doch die Elbe Kliniken werden wohl wie bisher rund 20 Prozent selbst aufbringen müssen. Wie berichtet, hatte der Landkreis bereits signalisiert, erstmals seit Gründung der Elbe Kliniken den Krankenhausbetrieb zu bezuschussen - im Rahmen eines sogenannten Betrauungsaktes.

Steigt die Stadt Stade bei den Elbe Kliniken aus?

Doch genau da wollte die Stadt nicht mitspielen. Den Elbe Kliniken durch zusätzliche Zahlungen unter die Arme zu greifen - womöglich sogar in gleicher Höhe wie der Landkreis: Dann müsste Stade ja doppelt zahlen, meint Bürgermeister Sönke Hartlef (CDU). Einmal direkt als 50-prozentiger Anteilseigner und dann indirekt über die Kreisumlage. "Unterm Strich würde Stade dann fast zwei Drittel des Zuschusses tragen", sagt Hartlef.
Einzig logische Konsequenz wäre daher der Ausstieg der Hansestadt aus den Elbe Kliniken. Das dürfte man auch im Kreishaus begriffen haben. Landrat Michael Roesberg möchte nun, dass noch während seiner Amtszeit ein Eckpunktepapier erarbeitet wird, das den Rahmen für einen Übergang der Krankenhaus-Gesellschaft in das alleinige Eigentum des Landkreises vorgibt.

Dieses Papier soll im kommenden Jahr bis zur politischen Sommerpause vorliegen. Hartlef betrachtet das als einen sehr ambitionierten Zeitplan und hat seine Zweifel, ob das tatsächlich in diesen wenigen Monaten hinzubekommen ist. Schließlich geht es auch um viel Geld.

Auf dem Papier beträgt der Anteil der Stadt fünf Millionen Euro. Betrachtet man aber den Buchwert der Gebäude und Grundstücke - abgesehen vom maroden Bettenhaus in Stade -, liegt der Anteil der Stadt bei 33 Millionen Euro. Ob der Landkreis aber überhaupt bereit ist, für die Elbe Kliniken auch nur einen Cent zu zahlen oder die Stadt womöglich noch ein Sümmchen draufpacken muss, um sich loszukaufen, ist noch völlig offen.

"Hier besteht noch viel Gesprächsbedarf", meint Hartlef. Dafür will er sich ausreichend Zeit nehmen. "Wir lassen uns nicht drängeln."

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

Aktuelle Geschichten vom Tag!

Panorama
In Jesteburg (107,68) und Salzhausen (110,36) bleibt der Inzidenzwert vergleichsweise hoch

Aktuelle Corona-Zahlen vom 20. Januar
Von 26,54 bis 110,36: Inzidenzwerte im Landkreis Harburg liegen weit auseinander

(sv). Der Sieben-Tage-Inzidenzwert im Landkreis Harburg ist wieder leicht zurückgegangen: von 66,82 am Dienstag auf 64,06 am Mittwoch. In einigen Gemeinden bleibt der Wert allerdings unverändert hoch: "Spitzenreiter" sind derzeit Jesteburg (107,68) und Salzhausen (110,36). In der Samtgemeinde Elbmarsch dagegen sank der Wert von Dienstag (108,72) auf Mittwoch (62,13) drastisch. Der niedrigste Wert wird derzeit aus der Gemeinde Stelle (26,54) gemeldet.  Nach dem Rückgang der vergangenen Tage ist...

Panorama
Winsens Bürgermeister Andrè Wiese   Foto: Stadt Winsen
3 Bilder

Bürgermeister geben Sozialministerium die Schulnote 6

Winsens Bürgermeister André Wiese redet Klartext gegen das Sozialministerium thl. Winsen. "Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast lachen über so viel Inkompetenz", sagt Winsens Bürgermeister André Wiese (CDU) und fügt hinzu: "Die Leistung des Niedersächsischen Sozialministeriums zur Information der über 80-Jährigen zu den bevorstehenden Impfungen ist in Schulnoten eine glatte Sechs!" Ein Bürgermeister redet Klartext. Auslöser ist die Aussage des Ministeriums, dass man dort, um alle...

Service

Im Vergleich zu Weihnachten nur noch halb so viele akute Corona-Fälle
Erfolg der Corona-Beschränkungen? Zahlen im Landkreis Stade sinken

jd. Stade. Zeigen die im Dezember erfolgten Verschärfungen der Corona-Beschränkungen erste Wirkung im Landkreis Stade? Der Wert für die Sieben-Tage-Inzidenz ist am Dienstag auf 67,0 gefallen. In den vergangenen zehn Tagen lag dieser Inzidenzwert zunächst im 80er-Bereich und dann im 70er-Bereich. Einen Tiefstand weist auch die Zahl der aktuell Infizierten auf. Derzeit sind es lediglich 161 Personen, die der Landkreis als "aktuell Erkrankte" meldet. Dabei handelt es sich um diejenigen Menschen,...

Panorama

Bisher 16 Bewohner infiziert / Eine Person in Klinik verstorben
Wieder Corona-Hotspot: Das Johannisheim in Stade

jd. Stade. Nach dem erneuten Corona-Ausbruch im Stader Johannisheim sind mittlerweile alle 37 Bewohner des Wohnbereichs A getestet worden. Dabei war bei weiteren 14 Bewohnern das Testergebnis positiv. Diese Personen waren vor zwei Tagen noch per Schnelltest auf das Coronavirus getestet worden - mit einem negativen Ergebnis. "Insgesamt sind nun 16 unserer  Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Zwei jüngere Mitarbeiterinnen sind ebenfalls infiziert, zeigen aber keine Symptome", berichtet Claus...

Sport
Marleen Kadenbach (li.), hier im Hinspiel gegen Dortmund, war mit sechs Treffern die beste Werferin bei den Luchsen

Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten
Bittere 15:39-Auswärtsniederlage in Dortmund

(cc). Im ersten Rückrundenspiel der 1. Bundesliga haben die Handball-Luchse (HL) Buchholz 08-Rosengarten (Tabellenrang 13) am Dienstagabend eine bittere 15:39 (8:19)-Auswärtsniederlage beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund kassiert. Beste Werferin bei den „Luchsen“ war Marleen Kadenbach mit sechs Treffern. Bis zur neunten Spielminute hielten die Gäste beim Spielstand von 4:6 noch respektabel mit. In der Folgezeit zog Dortmund aber unaufhaltsam davon und führte zur Halbzeit bereits mit 19:8. In...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen