Bundestagswahl im Herbst: Oliver Grundmann (CDU) will sein Direktmandat gegen Kai Koeser (SPD) verteidigen
Grundmann oder Koeser: Wer löst das Ticket nach Berlin?

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Grundmann sitzt seit 2013 im Bundestag. Nach zwei Wahlperioden ist er mittlerweile ein "alter Hase" im Berliner Politikgeschäft. Koeser hingegen tritt als Neuling an und ist auch in der Kommunalpolitik ein bisher unbeschriebenes Blatt - ganz im Gegensatz zu seinem Kontrahenten von der CDU, der dem Kreistag und dem Stader Stadtrat angehört.

Derzeit kann sich Koeser lediglich als designierter Kandidat bezeichnen, denn eine formelle Nominierung fand bisher noch nicht statt. Koeser war im September von den Vorständen der Unterbezirke Stade und Rotenburg einstimmig aufgestellt worden. Eine Wahlkreiskonferenz, auf der Koeser offiziell bestätigt werden sollte, wurde Corona-bedingt verschoben.

Dieses Nominierungs-Prozedere hat Grundmann bereits hinter sich - und wird wohl eher mit gemischten Gefühlen daran zurückdenken. Denn parteiinterne Konkurrenz aus dem Landkreis Rotenburg wollte ihm die Kandidatur streitig machen. Einer der beiden Mitbewerber machte allerdings schon nach einer Woche einen Rückzieher. Auf der Nominierungsversammlung Ende September setzte sich Grundmann am Ende deutlich gegen seine Mitbewerberin durch.

• Damit die Wähler einen ersten Eindruck erhalten, stellt das WOCHENBLATT beide Kandidaten in einem kurzen Porträt vor. Zu ihren Plänen und Zielsetzungen für Berlin sind Grundmann und Koeser außerdem fünf identische Fragen gestellt worden. In einer der folgenden Ausgaben des WOCHENBLATT werden dann die Direktkandidaten der anderen Parteien vorgestellt, sofern sie bereits feststehen.


Kai Koeser (SPD): Bisher kein politisches Mandat

Kai Koeser

Einem Rat oder einem anderen politischen Gremium hat Kai Koeser (42) noch nie angehört. Das bedeutet aber nicht, dass der gebürtige Stader bisher politisch nicht aktiv gewesen ist. Im Gegenteil: Der Pflegevater zweier Mädchen, der mit einem Mann verheiratet ist, engagiert sich seit Jahren bei kommunalpolitischen Themen. Seit Herbst 2019 leitet Koeser den SPD-Ortsverein in der Hansestadt. Außerdem ist er Beisitzer beim Bezirksvorstand der SPD Nord-Niedersachsen.
Politisch geprägt habe ihn der Kampf gegen die Diskriminierung von homosexuellen und HIV-positiven Menschen, so Koeser, der 2016 in die SPD eingetreten ist. Im Unterbezirk Stade gehört er zu den Initiatoren der Arbeitsgemeinschaft "SPDqueer". Die AG setzt sich für die Belange von Menschen mit sogenannter "queerer" (Geschlechts-)Identität ein. Unter den Begriff "queer" fallen u.a. Personen mit homo- und bisexueller Orientierung sowie trans- und intersexuelle oder auch transidente Menschen.
Beruflich ist der gelernte Hotel- und Restaurantfachmann seit einigen Jahren als Fundraiser für gemeinnützige Organisationen tätig. Dabei geht es u.a. um die Akquise von Spendengeldern. Aktuell arbeitet Koeser in Hamburg im Bereich des Kulturfundraising. Er hatte sich zuvor zwei Jahre Elternzeit zur Erziehung der Kinder genommen.
Jenseits seiner beruflichen und politischen Tätigkeit ist Koeser aktiv im Kirchenvorstand der Stader Johannisgemeinde und ist Mitglied der Kirchenkreissynode und der Synode der evangelischen Landeskirche. In seiner Freizeit nimmt er auch mal unpolitische Ziele ins Visier: Koeser bezeichnet sich selbst als "begeisterten Schützen".

Oliver Grundmann (CDU): Schon in der Jugend politisch aktiv

Oliver Grundmann

Seit seiner Jugend ist Oliver Grundmann (49) politisch aktiv. Bereits mit 16 trat er in die Junge Union und in die CDU ein. Seit 1996 sitzt der Jurist im Stader Rat, war zeitweise stellvertretender Bürgermeister der Hansestadt. Fünf Jahre später erfolgte die Wahl in den Kreistag und seit 2013 sitzt er im Bundestag. 16 Jahre lang war Grundmann Vorsitzender der Stader CDU. Als er dieses Amt 2019 abgab, wählte man ihn zum Ehrenvorsitzenden.
Der verheiratete Vater dreier Kinder sagt von sich selbst, "nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren" zu sein. Er betont immer wieder, in einfachen Verhältnissen aufgewachsen zu sein und sich hochgearbeitet zu haben. Der gelernte Chemielaborant machte auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur und nahm ein Jura-Studium auf, das er 2005 mit dem Zweiten Staatsexamen abschloss.
Nach dem Studium ging Grundmann als Justiziar zu einem mittelständischen Recyclingunternehmen im Landkreis und stieg dort zum Geschäftsführer auf. Für den Reserveoffizier der Bundeswehr (Hauptmann der Reserve) gilt die Devise: "Wer die Dinge anpackt und sich durchbeißt, der hat die Chance auf ein besseres Leben." Gern verweist er dabei auf seine eigene Vita.
Grundmann betont, dass ihn der Mauerfall 1989 politisch in besonderer Weise geprägt habe. Die Wende in der DDR habe ihm gezeigt, dass Politik und entschlossenes Handeln das Leben von Menschen verändern können. Einen kleinen Dämpfer musste Grundmann in seiner politischen Laufbahn aber auch hinnehmen: Der CDU-Politiker fiel im Herbst 2019 durch, als er für den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes kandidierte.

Oliver Grundmann als CDU-Direktkandidat für die Bundestagswahl 2021 nominiert

Die Bundestagskandidaten im WOCHENBLATT-Interview

Über mögliche Koalitionen, Chancen für die Region und politische Ambitionen: Kai Koeser (SPD) und Oliver Grundmann (CDU) antworten auf fünf Fragen

WOCHENBLATT: "Newcomer" gegen "Platzhirsch": So ließe sich die Kandidaten-Konstellation im Wahlkreis Stade I - Rotenburg II für die im Herbst anstehende Bundestagswahl überspitzt auf den Punkt bringen. Welche Chancen, Möglichkeiten und Vorteile sehen Sie in Ihrer jeweiligen Rolle?
Kai Koeser: Ich teile Ihre Einschätzung nicht ganz, wobei die Bezeichnung “Newcomer” auf mich politisch sicherlich zutrifft. Für die meisten Menschen werde ich ein komplett unbeschriebenes Blatt sein. Das ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance, denn ich komme mit meinen Ideen, meinen Werten und meinen Überzeugungen. So können mich die Wählerinnen und Wähler nun kennenlernen. Herr Grundmann und ich treten als Direktkandidaten an. Es wird also durchaus darum gehen, welche Ideen jeder von uns für das Land, unsere Heimatregion und die Zukunft hat. Die nächsten Jahre werden eine Zeit des Neuanfangs sein. Es gibt doch kaum eine bessere Zeit für einen “Newcomer”.
Oliver Grundmann: Nach sieben Jahren Bundestag habe ich eine klare Marschrichtung: Ich will ein Bundestagsabgeordneter sein, der etwas geschaffen hat, der am Ende etwas hinterlässt. Ich sage deshalb ganz klar: Ich will, dass unser Elbe-Weser-Dreieck zum führenden deutschen Energiestandort aufsteigt. Durch meine Funktionen im Deutschen Bundestag sitze ich an wichtigen Schaltstellen, um diese Jahrhundertchance in Angriff zu nehmen.
Ein weiterer großer Vorteil, der mir im Politikbetrieb außerordentlich hilft: Ich bin ein Mann der Praxis. Als ehemaliger Geschäftsführer der Privatwirtschaft kenne ich beide Seiten. Diejenigen, die Gesetze machen. Und diejenigen, die darunter leiden. Im Bundestag kämpfe ich immer und an vorderster Front gegen bürokratische, oder fast noch schlimmer, ideologische Bremsklötze jeder Art. Ich habe da zum Beispiel in der letzten Legislaturperiode sehr erfolgreich eine heftige Ausweitung der Klagerechte durch Umweltverbände verhindert.

WOCHENBLATT: Welche Themen haben Sie auf Ihrer Agenda und welche politischen Schwerpunkte wollen Sie in Ihrer Arbeit setzen, sofern Sie ein Bundestagsmandat erringen?
Kai Koeser: Mein Herzensthema sind die Kinder. Ich habe einige Jahre bei einem großen Kinderhilfswerk gearbeitet. Da habe ich mich theoretisch mit Kinderrechten auseinandergesetzt. Inzwischen bin ich Pflegevater und weiß aus eigener Erfahrung, dass es Kindern und Familien in unserem Land oft schwer gemacht wird. Das spüren wir gerade in der Corona-Krise ganz deutlich. Aber die Schwierigkeiten gehen viel tiefer. Kitas und Schulen müssen viel besser aufgestellt werden. Wir brauchen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter und Väter. Bei der Pflege muss viel passieren. Ich denke da an die Familien, die noch schulpflichtige Kinder und schon pflegebedürftige Eltern haben.
Oliver Grundmann: Erstens: Wir haben die historische Chance, unseren Norden zur Leitregion für die Energie-Zukunft Deutschlands zu machen. Ich stelle mich voll in den Dienst dieser Sache. Zweitens: Ich will den Menschen und Betrieben, die unter den Auswirkungen von Corona leiden, weiterhin eine gute Perspektive geben. Wer unverschuldet in Not ist, der soll nicht pleite gehen.
Drittens: Wenn es weiter aufwärts gehen soll, vor allem auch bei uns im ländlichen Raum, dann müssen wir die notwendigen Strukturen schaffen. Schienen, Straßen und schnelles Internet sind und bleiben die wichtigsten Lebensadern unserer Volkswirtschaft. Und viertens: Mit einer starken Wirtschaft im Rücken können wir Bildung, Forschung, Wohnungsbau, Teilhabe und ärztliche Versorgung auf dauerhaft hohem Niveau absichern.

WOCHENBLATT: Als Direktkandidat vertreten Sie auch die Region, in der Sie gewählt worden sind. Welche (wirtschaftlichen) Potenziale sehen Sie für den Niederelberaum und wie stellen Sie sich vor, sich als Stimme der Region in Berlin Gehör zu verschaffen?
Kai Koeser: Wir haben hier unglaublich viele Chancen, schon allein durch die Nähe zu den Metropolregionen Hamburg und Bremen. Aber auch in uns steckt ganz viel Potenzial. Wir haben eine heterogene und gesunde Wirtschaftsstruktur, das hat sich in der Krise gezeigt. Diese Unternehmen müssen wir stärken mit einer guten Verkehrsinfrastruktur, Breitband und guten Lebensbedingungen für Fachkräfte in der gesamten Region. Spannend ist für uns natürlich das Thema Wasserstoff. Hier können wir mit einer guten Gesamtstrategie eine echte Vorreiterrolle einnehmen. Dafür müssen die richtigen Leute gemeinsam an einem Strang ziehen. Die werde ich von uns überzeugen, weil ich an das Potenzial der Region glaube.
Oliver Grundmann: In Berlin habe ich ein weitreichendes Netzwerk. Meine Expertise wird im Bereich Wasserstoff und LNG oft zur Rate gezogen. Unsere Region hat das Potenzial, zur Drehscheibe für die Energie von morgen zu werden. Das Terminal zur Anlandung flüssiger Gase sehe ich hier als zentralen Baustein für einen künftigen „Energiehafen Unterelbe“. Und mehr noch: Wir werden auch direkt hier vor Ort Wasserstoff herstellen und veredeln. Eine phantastische Zukunftsvision wäre es, wenn wir gleich all unsere Expertise vor Ort in einem Start-up Excellence Center zusammenführen könnten. So könnte sich die Erfolgsgeschichte des CFK-Valley jetzt für Wasserstoff wiederholen. Man muss einfach mal groß denken. Und damit meine ich die gesamte Region.

WOCHENBLATT: Nach den aktuellen Umfragewerten wäre eine Fortsetzung von Schwarz-Rot genauso möglich wie ein schwarz-grünes Regierungsbündnis. Mit welchem Koalitionspartner könnten die politischen Werte und Ziele, die Sie vertreten, nach Ihrer Meinung am besten umgesetzt werden?
Kai Koeser: Wir müssen Antworten für die Zukunft finden. Wir müssen auf den Klimawandel und seine Folgen reagieren. Wir müssen in den nächsten Jahren sehr viele Weichen in die richtige Richtung stellen. Ich bin davon überzeugt, dass dies Menschen tun sollten, die Lust auf Zukunft haben. Es wird darum gehen, die Interessen von Wirtschaft und Umwelt mit denen der Menschen in Einklang zu bringen. Es geht um die Frage, in was für einem Land wir leben wollen. Darauf kann meiner Überzeugung nach am besten ein rot-grünes Bündnis die Antworten geben. Dafür werbe ich. Für die Fortsetzung von Schwarz-Rot fehlt mir die Fantasie.
Oliver Grundmann: Ich bin in einigen Punkten echt enttäuscht von unserem Koalitionspartner. Was die SPD-Umweltministerin unseren Landwirten unter dem Denkmantel des Insektenschutzes antun möchte, ist erschreckend. Wenn es etwa um die Frage des Importes von regenerativen Energieträgern geht, sind die Grünen ein ganzes Stück weiter. Hierzu führe ich derzeit vertrauensvolle Gespräche mit einigen Spitzengrünen in Berlin. Auch in Fragen der Staatsverschuldung und Generationengerechtigkeit bin ich den Grünen näher als der SPD. Wahrscheinlich ist es gut, dass sich die Sozialdemokraten in der Opposition erstmal die Wunden lecken und neu erfinden dürfen.
Gleichwohl müssen auch die Grünen lernen, Politik zu gestalten: An der Seitenlinie kluge Ratschläge geben, ist immer einfacher, als auf dem Platz Verantwortung zu übernehmen. Aus meiner Sympathie für die Liberalen habe ich kein Geheimnis gemacht.

Stader SPD-Chef fordert mehr Unterstützung

WOCHENBLATT: Mit welchen Argumenten wollen Sie die Wählerinnen und Wähler überzeugen, das Kreuzchen bei Ihrem Namen zu setzen? Was spricht dafür, Ihnen die Stimme zu geben?
Kai Koeser: Ich glaube an Politik auf Augenhöhe und werde als Abgeordneter immer ansprechbar sein. Von den Sorgen und Nöten der Menschen erfährt man schließlich nicht in irgendwelchen Vorstandszimmern. Ich stehe als Familienmensch für eine moderne Familien- und Gesellschaftspolitik. Ich will Politik machen, die das Leben der Menschen besser macht. Dafür setze ich mich seit Jahren beruflich und privat ein. Das werde ich weiter tun. Dabei helfen mir meine festen Wurzeln hier in der Heimat und unseren Traditionen. Sturmfest und erdverwachsen musste ich im Leben schon oft sein. In stürmischen Zeiten, in denen ein “Weiter so” uns nicht weiterbringt, ist das doch eigentlich eine ganz gute Kombination.
Oliver Grundmann: Die Menschen in meiner Heimat wissen, was sie an mir haben. Ich bin jemand, der nicht nur ankündigt, sich zu kümmern, sondern Dinge auch konkret in die Hand nimmt und gestaltet. Ich bin auch jemand, der geradeheraus sagt, was er denkt – der zum Beispiel auch Integrationsprobleme klar benennt, wo andere lieber wegschauen oder bewusst Dinge schönreden.
Und ich bin jemand, der weiß, dass unser Steueraufkommen nicht dem Staat gehört. Soziale Wohltaten ohne jede Gegenleistung sowie Umverteilung auf Kosten von Wirtschaftswachstum und Generationengerechtigkeit lehne ich entschieden ab. Vor allem aber bin ich jemand, der sein Land und seine Heimat über alles liebt und seinen Kindern eine bessere Welt hinterlassen möchte.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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