Eltern und Erzieherinnen sorgten sich wegen Schadstoffbelastung
Johannis-Kita erhält eine Lüftung

Die Johannis-Kita stand wegen der Raumluft-Probleme in der Kritik Foto: tp/Archiv
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  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. Wiederholt berichtete das WOCHENBLATT im vergangenen Herbst über die Sorgen von Eltern und Beschäftigten hinsichtlich einer möglichen Schadstoffbelastung in dem erst im Sommer 2017 neu errichteten Johannis-Kindergarten. Die Betroffenen warfen dem evangelischen Kitaverband als Betreiber und der Stadt als Eigentümer vor, unzureichend zu informieren und Messergebnisse vorzuenthalten. Mittlerweile erhielten die Eltern Einsicht in die Gutachten. Demnach liegen vor allem erhöhte Werte im Bereich der flüchtigen organische Stoffe (engl.: volatile organic compounds= VOC) vor, die überwiegend in Lösungsmitteln enthalten sind. Mit mehr Lüften bekomme man das Problem in den Griff, hieß es zunächst seitens der Stadt. Inzwischen ist man schlauer: Das Fenster hin und wieder anzukippen, reicht offenbar nicht aus. Jetzt soll eine dezentrale Lüftung eingebaut werden.

"Es geht hier um die Raumluftqualität", erklärt Bürgermeisterin Silvia Nieber in ihrer Antwort auf eine Anfrage der CDU. Damit unterstreicht sie die Haltung der Verwaltung, wonach die häufig in Teppichklebern, aber auch in Möbeln vorkommenden VOCs nicht als Schadstoffe betrachtet werden. Einige Fachleute sehen das anders. Zwar sind keine Grenzwerte überschritten worden, die Gutachter haben aber "hervorstechende Werte" ermittelt. In einigen Räumen habe es "auffällige und sehr stark erhöhte Konzentrationen" gegeben.

Laut Nieber kann die VOC-Konzentration in der Raumluft in Verbindung mit dem jetzigen Lüftungskonzept (manuelle Fensterlüftung) zu Problemen führen. Die spezielle Gebäudegeometrie erfordere eine aktive Lüftung durch die Nutzer, so Nieber. "Das lässt sich hier so nicht umsetzen." Vorgesehen und beauftragt ist daher, in allen fünf Gruppenräumen eine Lüftungsanlage einzubauen.

Für die Installation der Anlage muss die Betondecke des Flachdachs durchbohrt werden. Nach Auskunft von Nieber ist nicht zu befürchten, dass das Dach durch den Einbau der Lüftungsrohre undicht wird. Das Vorhaben sei mit dem Architekten und dem Lüftungsplaner abgestimmt worden. Die Umsetzung werde begleitet von der Baufirma Quinting, die 2017 den Neubau ausgeführt habe. Die Firma sei auch für die Abdichtung des Daches zuständig.

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