Stade erhält beim bundesweiten Fahrradklima-Test des ADFC lediglich die Schulnote 4
Kein gutes Pflaster für die Radfahrer in der Hansestadt

Das Thema Radfahren stand im Fokus der ADFC-Befragung    Foto: www.pd-f/Kay-Tkatzik
  • Das Thema Radfahren stand im Fokus der ADFC-Befragung Foto: www.pd-f/Kay-Tkatzik
  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. Eine glatte Vier für Stade: Mit dieser Schulnote wurde die Hansestadt beim Fahrradklima-Test 2018 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) bewertet. Damit nimmt Stade beim bundesweiten Ranking der Städte zwischen 20.000 und 50.000 Einwohner Platz 201 von 311 ein. Im Vergleich zu den letzten beiden Erhebungen in den Jahren 2014 und 2016, bei denen es die Noten 3,6 bzw. 3,7 gab, stellt das Ergebnis für 2018 eine Verschlechterung dar. Mit dieser Bewertung ist Stade als eher fahrradunfreundlich einzustufen.

Die beste Zensur mit 2,7 erzielt Stade hinsichtlich der Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Rad. Im Dreierbereich bewegt man sich bei der Ausschilderung der Radwege, den Abstellplätzen für Räder und dem Sicherheitsgefühl der Radfahrer. Noten mit einer Vier vor dem Komma wurden u.a. beim Winterdienst für die Radwege und deren Reinigung sowie bei der Ampelschaltung für Radfahrer vergeben. Eine 4,5 gibt es für unzureichende Kontrolle von Falschparkern auf den Radwegen. Dass Stades Radwege an vielen Stellen zu schmal sind, wurde bereits häufiger kritisiert. Dafür bekommt die Stadt jetzt die Quittung präsentiert: Note 4,7!

Näher beleuchtet wurden die Aspekte Stellenwert des Radfahrens, Komfort und Sicherheit aus Radler-Perspektive, Infrastruktur und Radverkehrsnetz sowie Familienfreundlichkeit und das allgemeine Klima in Bezug auf den (Rad-)Verkehr. So sollten die Teilnehmer der Befragung beispielsweise den Punkt Baustellen bewerten. Sie konnten sich auswählen, ob die positive Aussage (Note 1: "Bei uns werden die Radfahrer bequem und sicher an Baustellen vorbeigeführt") oder die negative Feststellung (Note 6: "Bei uns werden Radfahrer an Baustellen meistens zum Absteigen und Schieben gezwungen") zutrifft oder die Bewertung irgendwo dazwischen liegt. Mit 4,8 schnitt Stade gerade bei diesem Aspekt besonders schlecht ab.

Bundesweit beteiligten sich an der ADFC-Umfrage, die im Herbst 2018 stattfand, rund 170.000 Personen. 74 Prozent der Teilnehmer gaben an, täglich mit dem Rad unterwegs zu sein und daher die Gegebenheiten vor Ort genau zu kennen - auch aus der Perspektive eines Autofahrers, denn drei Viertel von ihnen besitzen einen Pkw. Bei der Umfrageaktion erhielten Städte in der Größenordnung von Stade eine Durchschnittsnote von 3,9. In Stade nahmen 282 Bürger an der Umfrage teil.

• Mehr zur Bewertung für Stade unter www.fahrradklima-test.de/karte. Dort in der Suchmaske "Stade" eingeben.

Langwierige Suche nach einem Verkehrsplaner

Radfahren in Stade ist oftmals kein Vergnügen. Holperige und oftmals viel zu schmale Radwege machen nicht gerade Lust darauf, sich auf den Drahtesel zu schwingen. Der schlechte Zustand der Radwege sei exemplarisch für die Situation des Radverkehrs in Stade, sagen diejenigen, die sich beim Thema Radfahren in der Hansestadt engagieren. Der Verwaltung wurde bereits vorgeworfen, nicht gerade fahrradfreundlich zu agieren. Auch die Politik fordert ein Radverkehrskonzept, das auch den Radweg nach Riensförde einbezieht. Solch ein Konzept sei bisher aus personellen Gründen nicht erstellt worden, heißt es aus dem Rathaus. Dafür soll ein Verkehrsplaner eingestellt werden. Doch bisher hat sich offenbar noch kein geeigneter Bewerber gefunden.

Die CDU verwies erst kürzlich im Finanzausschuss darauf, dass bereits im Sommer 2017 beschlossen worden sei, die Stelle eines Verkehrsplaners auszuschreiben. Dessen Aufgabe soll es sein, einen Verkehrsentwicklungsplan für Stade zu erstellen, wozu eben auch ein Konzept für den Radverkehr gehört. Entsprechende Stellenanzeigen habe die Stadt auch geschaltet, so Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD). Doch zwei Bewerbungsrunden seien bisher erfolglos geblieben. Auf eine dritte Stellenausschreibung, die bis Ende März lief, haben sich 15 Bewerber gemeldet. Diese Bewerbungen befinden sich laut Nieber noch in der Sichtung.

Die erste Ausschreibung erfolgte bereits im Frühjahr 2018 - ganz klassisch über Zeitungsinserate sowie über Internetforen. Damals meldeten sich neun Bewerber, von denen einer der Verwaltung als geeignet erschien, aber von der Politik abgelehnt wurde. Im Rahmen der zweiten Runde wurde im Herbst 2018 gezielt an der TU Harburg sowie bei einem neuen Internetforum gesucht. Das Ergebnis: drei Bewerber, die nicht in Frage kamen.

Bei der aktuellen dritten Runde hat die Stadt die Modalitäten geändert. Das Anforderungsprofil wurde erweitert und es wurde mit einer besseren Bezahlung gelockt. Es bleibt abzuwarten, ob die Stadt damit Erfolgt hatte. Die Bewerbungsgespräche finden Ende April statt.

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