Kein zweiter Anlauf für Björn Protze
Kreis Stade: SPD verzichtet auf Kandidaten für Landratswahl
- Hier gratuliert der unterlegene SPD-Bewerber Björn Protze (li.) Kai Seefried zu seinem Wahlsieg bei der Landratswahl 2021. Jetzt steht fest: Protze wird nicht erneut antreten
- Foto: jab
- hochgeladen von Jörg Dammann
Bei der Landratswahl 2026 wird die SPD im Landkreis Stade keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken. Das hat der Unterbezirksvorstand jetzt offiziell beschlossen. Damit haben sich die Spekulationen erledigt, ob der Stader SPD-Kommunalpolitiker Björn Protze nach seiner Wahlniederlage 2021 erneut gegen den amtierenden Landrat Kai Seefried (CDU) antreten wird.
Protze, der die SPD-Fraktion im Stader Kreistag anführt, erzielte bei den Kommunalwahlen im Herbst 2021 mit rund 44 Prozent der Stimmen einen Achtungserfolg, der selbst viele Genossen überraschte. In den eigenen Reihen hatte man lediglich mit einem Ergebnis von 30 Prozent plus gerechnet. Protze profitierte aber damals vom bundesweiten Aufwind der SPD – ein Effekt, der offenbar bis auf Kreisebene durchschlug. Davon kann heute keine Rede mehr sein. Selbst in Niedersachsen, wo die SPD seit 2013 die Landesregierungen anführt, wackelt der Machterhalt. Vor diesem Hintergrund setzt der Unterbezirksvorstand nun andere Prioritäten.
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Umfassende Wahlanalyse vorgenommen
„So wie bisher kann es nicht weitergehen“, heißt es nun in einer internen Mitteilung an die Parteibasis. Nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Europa- und Bundestagswahl habe man sich zu einer umfassenden Wahlanalyse entschieden – mit klaren Konsequenzen. „Wir haben uns als Vorstand ausführlich Gedanken zur Kommunalwahl 2026 gemacht und gemeinsam entschieden, keinen eigenen Landratskandidaten aufzustellen“, sagt Corinna Lange, Vorsitzende der Kreis-SPD und Landtagsabgeordnete.
Diese Entscheidung sei zwar nicht leichtgefallen, aber sie notwendig, um die Kräfte auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Kommunalwahl 2026.
Lobende Worte für den Landrat
Man nehme wahr, dass die Kreisverwaltung mit Landrat Seefried an der Spitze viele Themen angehe und einen sehr kooperativen Stil pflege – auch im Umgang mit der SPD-Kreistagsfraktion, so Lange. Auch die Zusammenarbeit des Kreishauses mit den Städten und Gemeinden im Landkreis verlaufe konstruktiv. Protze steht nach eigenen Angaben hinter dem Beschluss: „Diese Entscheidung wurde gemeinsam mit dem SPD-Unterbezirksvorstand, der Kreistagsfraktion und mir als Person getroffen. Ich werde mich in der kommenden Wahlperiode mit voller Kraft auf mein Engagement als Kreistagsabgeordneter konzentrieren – idealerweise in einer Fraktion, die als stärkste Kraft aus der Kommunalwahl hervorgeht.“
Erste Themenschwerpunkte diskutiert
Der inhaltliche Auftakt zur Neuaufstellung ist bereits gemacht: Bei einer dreitägigen Klausurtagung in Bad Bevensen diskutierten Unterbezirksvorstand und Kreistagsfraktion erste Themenschwerpunkte. Im Mittelpunkt sollen "starke, lokal verankerte Kandidatinnen und Kandidaten" stehen - sowie ein Wahlprogramm, das nicht nur mit den Mitgliedern, sondern auch in offenen Beteiligungsformaten gemeinsam mit Bürgern, Vereinen und Organisationen entwickelt werden soll.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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