Politischer Aschermittwoch der Stader Kreis-CDU
Landrat Kai Seefried setzt auf MEGA – Make Europe Great Again!
- Parodie auf Trump: Landrat Kai Seefried präsentierte sich zum politischen Aschermittwoch mit rotem Baseball Cap und dem (abgewandelten) Spruch: Make Europe Great Again
- Foto: CDU
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Beim politischen Aschermittwoch der Stader Kreis-CDU im Fährhaus Kirschenland nahm sich Landrat Kai Seefried (CDU) auch die große Politik vor - mit einem humorvollen, aber auch bitter-ironischen Auftritt, der nachdenklich machte. Seefried parodierte den US-Präsidenten Donald Trump, der gerade dabei ist, mit seinen Tiraden das Weltgefüge ins Wanken zu bringen. In Trump-Manier stand der Landrat mit einem rotem Baseball-Cap am Rednerpult. Die Kappe und das Sweatshirt, das er trug, waren mit einer klaren Botschaft versehen. Auf beiden Kleidungsstücken prangte in großen Lettern der Spruch "Make Europe Great Again" - die europäische Antwort auf den Trump'schen Wahlkampf-Slogan. Seefried wollte damit deutlich machen, dass Europa in Zeiten der Unsicherheit vor allem eines braucht: Geschlossenheit, Stärke und eine klare Vision für die Zukunft.
Vergangene Jahre waren turbulent
„Aschermittwoch in besonderen Zeiten“ – mit diesem Titel versah Seefried seine Rede und erinnerte an die turbulenten letzten Jahre. Man denke nur an den Aschermittwoch 2020, als plötzlich eine gewisse Pandemie namens Corona die Pläne durchkreuzte und der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn kurzfristig absagen musste. Einige Jahre gab es dann gar kein Aschermittwochstreffen – Lockdowns und Kontaktbeschränkungen ließen grüßen. Doch damit nicht genug: Die letzten beiden Zusammenkünfte zu Aschermittwoch standen unter dem Eindruck des Ukraine-Krieges – ein Krieg mitten in Europa, den viele für undenkbar gehalten hatten.
Alles "große" Themen
Und 2025? Da stellte Seefried die Frage: „Was ist wirklich wichtig?“ Mit einem Augenzwinkern ging der Landrat die weltbewegenden Fragen des Alltags an: Schlaglöcher in der Straße (gemeint waren hier sicherlich die Kreisstraßen), die Überlegungen zur Vier-Tage-Woche, die Pflicht zur Gendersprache in den Verwaltungen (laut rot-grünem Koalitionsvertrag in Niedersachen) - und schließlich die große Diskussion darüber, ob das Bauernfrühstück auch weiterhin Bauernfrühstück heißen darf. Alles wichtige Themen, keine Frage.
Aber: „Ist das alles wirklich wichtig? Sind das unsere Probleme?“, fragte Seefried in die Runde. Seine klare Antwort: "Nein. Wichtig ist der Frieden." Der Landrat zitierte den denkwürdigen Spruch des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt (SPD): "Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts." Diese Botschaft aus der Zeit des Kalten Krieges hat angesichts der aktuellen Weltlage nichts an Bedeutung verloren.
Bürokratie-Wahnsinn und Berater-Inflation
In bester Aschermittwochs-Manier nahm Seefried die Bürokratie aufs Korn – und das mit einer gehörigen Portion Ironie. Schließlich gehöre es zu einem Aschermittwoch, mal politisch nicht ganz so korrekt sein zu müssen, so der Landrat. „Wir können gar nicht so viele Leute einstellen, um die gesetzlichen Vorgaben zu erledigen“, stellte er trocken fest. Ob Ausschreibungen für eine rechtssichere Ausschreibung, eine Flut von Förderprogrammen oder Berater für alles und jeden – der Landrat machte keinen Hehl daraus, dass der Verwaltungsapparat zunehmend an seine Grenzen stößt. „Ich werde im nächsten Leben Berater für Zukunftsregionen, das geht immer“, rief er ins Publikum – ein Seitenhieb auf die unzähligen „Experten“, die mittlerweile benötigt werden, um die Fördermittellandschaft überhaupt noch zu verstehen.
Bedrohliche Kostenexplosion
Ein weiteres Beispiel: Die explodierenden Kosten in der Jugend- und Sozialhilfe. „Für die Unterbringung oder Begleitung sogenannter schwieriger Jugendlicher oder unbegleiteter Minderjähriger zahlen die Jugendämter mittlerweile bis zu 50.000 Euro für ein Kind - pro Monat“, berichtete Seefried. Er habe schon zu seiner Sozialdezernentin gesagt: "Wir nehmen drei unserer Sozialpädagogen aus dem Jugendamt und machen uns selbstständig." Ein Gag – aber mit ernstem Kern. Anhand weiterer Zahlen machte Seefried deutlich, wie bedrohlich die Kostenexplosion auf allen Ebenen für unser Land ist. Seinem bitteren Fazit ("Unser Staat schafft sich ab, wenn wir weiter so machen. Wir kommen nicht mehr voran und können es auch nicht mehr bezahlen.") folgte der Appell: "Es gibt nur einen Weg: In diesem Land muss es endlich wieder einfach werden."
Ein starkes Deutschland und Europa
Zum Schluss der Blick auf die Weltpolitik: Seefried nahm sich den US-Präsidenten und dessen Entourage mit ihren Kapriolen zur Brust. Abseits von aller Aschermittwochs-Satire war die Botschaft des Landrates klar: Jetzt sei nicht die Zeit für die Spaltung der Gesellschaft, sondern für mehr Gemeinsamkeit und Gemeinschaft. „In unserem Land steckt so viel. Wir müssen es aber wieder zulassen – und wir müssen es wollen“, so Seefried. Das bedeute: Geschlossenheit, ein starkes Deutschland und ein ebenso starkes Europa.
Und genau dafür stand das Motto auf Seefrieds Cap und Shirt: Make Europe Great Again - MEGA!
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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