Kommunalwahl 2026 in Niedersachsen
Wer wird Bürgermeister? Diese 22 Kandidaten stehen im Landkreis Stade zur Wahl

Um die elf Bürgermeister-Posten im Landkreis Stade bewerben sich insgesamt 22 Kandidaten - davon allein sechs in Stade | Foto: Adobe Stock -  beeboys/jd
  • Um die elf Bürgermeister-Posten im Landkreis Stade bewerben sich insgesamt 22 Kandidaten - davon allein sechs in Stade
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Der Countdown läuft: Am 13. September sind die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Stade zur Kommunalwahl aufgerufen. Inzwischen sind die Wahlvorschläge geprüft und zugelassen – und damit steht auch fest, wer sich um die Chefsessel in den Rathäusern bewirbt. Die meisten Kandidaten für den Chefsessel im Rathaus treten in Stade an. In anderen Teilen des Landkreises ist der Wahlzettel dagegen ausgesprochen übersichtlich. Bei sechs der elf Bürgermeister-Direktwahlen steht jeweils nur eine Bewerberin oder ein Bewerber zur Wahl. 

Das kreisweit größte Bewerberfeld
Das größte Kandidatenfeld gibt es erwartungsgemäß in der Kreisstadt. Sechs Männer wollen künftig an der Spitze der Stadtverwaltung der Hansestadt Stade stehen. Für die CDU tritt Jurist Arne Kramer an, für die SPD Bildungsreferent Kai Koeser. Enrico Bergmann, Unternehmer, geht für die FDP ins Rennen. Tristan Jorde, Verbraucherschützer in Hamburg, ist der Wahlvorschlag der Linken. Offiziell als "Einzelwahlvorschlag" geht der Gastronom Jörg Baumann ins Rennen. Hinter ihm steht die "Wählergemeinschaft parteilos Stade", die das WOCHENBLATT in seiner weiteren Berichterstattung mit WPS  abkürzen wird. Quasi auf den letzten Drücker ist Richard Klaus, IT-Unternehmer und Kandidat der Piratenpartei, hinzugekommen. 

Als aussichtsreichste Bewerber gelten Kramer und Koeser. Ob es aber einem der beiden gelingen wird, bereits im ersten Wahlgang mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen einzusammeln, ist mehr als fraglich. Kommt kein Bewerber auf mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen, folgt am 27. September eine Stichwahl. Nach niedersächsischem Kommunalwahlrecht ist bei mehreren Kandidaten die absolute Mehrheit erforderlich, um als Bürgermeister gewählt zu sein.

Ein Trio kämpft um die Nachfolge
Halb so groß wie in Stade ist das Bewerberfeld in der Hansestadt Buxtehude. Dort sind drei Kandidaten zugelassen: Clemens Ultsch für Die Linke, Katharina Mewes für die Buxtehuder Bürgergemeinschaft/Freie Wählergemeinschaft (BBG/FWG) und Ralf Dessel, derzeit Erster Stadtrat. Dessel tritt offiziell für die „Buxtehuder Wählergruppe Ralf Dessel“ an. Damit gehört Buxtehude zur Minderheit der Kommunen im Landkreis Stade, in denen die Wähler tatsächlich zwischen mehreren Bewerbern für die Rathausspitze entscheiden können. Eine Stichwahl gilt nach der jetzigen Sicht der Dinge eher als unwahrscheinlich. Dessel wird von CDU, SPD und FDP unterstützt. Eine absolute Mehrheit für ihn im ersten Wahlgang ist daher ziemlich wahrscheinlich.


Drei wollen Bürgermeister werden

Besonders interessant wird die Wahl in Nordkehdingen. Dort geht es schließlich um den ersten hauptamtlichen Bürgermeister der neuen Einheitsgemeinde. Drei Bewerber sind zugelassen: Frank Griemsmann, bisher Vize-Verwaltungschef im Freiburger Rathaus, ist zwar offiziell Einzelbewerber. Doch es schon jetzt so gut wie sicher, dass er die Nachfolge seiner scheidenden Chefin Erika Hatecke antreten wird. Griemsmann hat die Rückendeckung von CDU, SPD und FWG. Die AfD schickt Uwe Torner ins Rennen, für die Linken kandidiert Helge Winnat.

Und Nordkehdingen sorgt bei dieser Kommunalwahl noch für eine Besonderheit, die zumindest den Wahlhelfern etwas Arbeit erspart. Die bisherige Samtgemeinde und ihre fünf Mitgliedskommunen Balje, Flecken Freiburg/Elbe, Krummendeich, Oederquart und Wischhafen werden mit Wirkung zum 1. November 2026 aufgelöst und zur neuen Gemeinde Nordkehdingen zusammengeschlossen. Künftig gibt es nur noch einen Gemeinderat für ganz Nordkehdingen. Die amtliche Kandidatenliste ist bereits ausdrücklich für den neuen „Gemeinderat der Gemeinde Nordkehdingen“ aufgestellt. Kurz gesagt: weniger Räte, weniger Stimmzettel für die örtliche Ebene – und am Wahlabend zumindest an dieser Stelle eine etwas flottere Auszählung.

Das sagen die Parteien zu den Themen Wirtschaft, Arbeitsplätze und Verkehr

Amtsinhaber kontra AfD-Bewerber
In Drochtersen kommt es zu einem Zweikampf. Mike Eckhoff, seit dem Jahr 2015 Bürgermeister der Gemeinde, bewirbt sich erneut um das Amt. Herausgefordert wird er von Sebastian Sieg, der für die AfD kandidiert. Die beiden Namen sind die einzigen für die Bürgermeisterwahl zugelassenen Vorschläge.
Auch in der Samtgemeinde Lühe gibt es eine echte Auswahl. Amtsinhaber Timo Gerke, der als Einzelbewerber antritt, möchte Samtgemeindebürgermeister bleiben. Er ist parteilos, kann aber auf die Unterstützung durch die SPD setzen. Gegen ihn kandidiert Gerd Dehmel für die CDU. Es bleibt abzuwarten, ob die CDU Steinkirchener Rathaus zurückerobern kann. Bei der Kommunalwahl 2021 erlitt der damalige Amtsinhaber von der CDU, Michael Gosch, eine deutliche Wahlschlappe. Gerke holt damals fast 60 Prozent der Stimmen.

Sechsmal heißt es: Ja oder Nein
Ganz anders sieht die Situation in den Samtgemeinden Apensen, Fredenbeck, Harsefeld, Horneburg und Oldendorf-Himmelpforten sowie in der Gemeinde Jork aus. Dort gibt es jeweils nur eine Kandidatin beziehungsweise einen Kandidaten. Die Wähler können lediglich Ja oder Nein ankreuzen. In Apensen steht Tanja von der Bey allein auf dem Wahlzettel. In Fredenbeck ist Tim Siol der einzige Bewerber. Beide sind Verwaltungsfachwirte, haben das Geschäft in Rathäusern und Behörden von der Pike auf gelernt. Von der Bey ist derzeit beim Landkreis tätig, Siol ist Verwaltungs-Vize von Lühe-Rathauschef Timo Gerke.

In der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten ist Matthias Reichert der einzige Bewerber für den hauptamtlichen Verwaltungsposten. Der "Kehdinger Jung" (gebürtig in Wischhafen) ist gelernter Versicherungskaufmann und studierter Wirtschaftsjurist. Seit 2020 leitet Reichert die Wirtschaftsförderung des Landkreises Stade. Die dritte Frau, die sich kreisweit für den Führungsposten im Rathaus bewirbt, ist Maren Kleinschmidt. Kleinschmidt ist derzeit Bürgermeisterin der Gemeinde Lengede im Landkreis Peine und wird in der Samtgemeinde Harsefeld von SPD, Grünen und FWG unterstützt. In Horneburg tritt Amtsinhaber Knut Willenbockel ohne Gegenkandidaten an. Gleiches gilt in Jork für Bürgermeister Matthias Riel. 

Kommunalwahl 2026 im Landkreis Stade: Was Wählerinnen und Wähler jetzt wissen müssen

Ehrenamtliche Bürgermeister wählt der Rat
An dieser Stelle sei noch einmal ein wichtiger Hinweis gestattet: Nicht jeder, der später Bürgermeister ist, wird am 13. September direkt von den Bürgern gewählt. Direkt gewählt werden tatsächlich nur die sogenannten Hauptverwaltungsbeamten (HVB) - also die hauptamtlichen Bürgermeister der Einheitsgemeinden und Städte, die Samtgemeindebürgermeister sowie der Landrat. Anders ist es bei den Mitgliedsgemeinden einer Samtgemeinde. Die Bürgermeister beispielsweise des Fleckens Harsefeld, des Fleckens Horneburg oder der Gemeinden Himmelpforten und Oldendorf bekleiden diese Funktion als Ehrenamt. Die Bürger wählen dort zunächst ihren jeweiligen Gemeinderat. Dieser wählt anschließend aus seiner Mitte den Bürgermeister beziehungsweise die Bürgermeisterin – üblicherweise auf der konstituierenden Sitzung nach der Kommunalwahl. Diese Sitzungen finden Anfang November statt.

Auch der Landrat steht zur Wahl
Und schließlich gibt es noch einen weiteren Chefsessel zu vergeben: den des Landrats. Amtsinhaber Kai Seefried (CDU) tritt erneut an. Gegen ihn kandidiert Werner Jacobs für die AfD. Damit haben die Bürger des gesamten Landkreises auch bei dieser Direktwahl zwei Namen zur Auswahl.

Am 13. September geht es damit um weit mehr als die Zusammensetzung der Räte. In vielen Rathäusern wird zugleich entschieden, wer künftig Verwaltung und Kommunalpolitik an führender Stelle zusammenbringen soll. Mancherorts haben die Wähler sechs Namen zur Auswahl – andernorts nur einen. Entscheiden müssen sie trotzdem.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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