Initiativen begehen Gedenktag
Papierboote am Stader Fischmarkt als Zeichen der Solidarität

Sandra Doneck und Pragathan Rajeswaran legten Papierboote am Fischmarkt nieder
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jab. Stade. Mehrere Hundert Papierboote machten am Samstag am Stader Fischmarkt auf die Menschen aufmerksam, die in den vergangenen Jahren an den Grenzen Europas ihr Leben verloren haben. Mehrere Initiativen schlossen sich zusammen, um am Gedenktag für diese Menschen am 30. Januar ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Sandra Doneck legte zahlreiche Papierboote am Stader Fischmarkt nieder
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"Die Aktion soll ein niedrigschwelliges Angebot darstellen und zum Mitmachen animieren", sagt Sandra Doneck, die diese Idee aus Hamburg mitgebracht hat. Viele Menschen seien bei ihrer Flucht vor Hunger, Armut und Klimakatastrophen auf dem Weg nach Europa an den Grenzen gescheitert. Mit den unterschiedlichen Stader Initiativen wie "Omas gegen Rechts" wolle sie das Thema in den öffentlichen Diskurs bringen. Einige Menschen kamen auch in die Innenstadt, um ihre Boote, gefaltet aus alten Buchseiten, Flyern oder Geschenkpapier, aufzustellen. Gleichzeitig suchten die Organisatoren das Gespräch mit den Passanten, um aufzuklären.

Viele unterschiedliche Fluchtursachen

Die Organisatoren des Gedenktages wollten aufzeigen, wie unterschiedlich die Fluchtursachen sind. Ein Fluchtgrund, der immer noch nicht offiziell anerkannt ist, ist der Klimawandel, zu dem auch Industrieländer wie Deutschland beitragen. Die globale Klimaerwärmung verursacht vor allem in vielen südlichen Erdregionen Dürren, Überschwemmungen und schwere Stürme. "Durchschnittlich mehr als 26 Millionen Menschen mussten seit 2008 jährlich aufgrund der Klimakrise aus ihrer Heimat fliehen", heißt es seitens der Organisatoren.

Papierboote als Symbol für die Menschen, die an Europas Grenzen zu Tode kamen
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"Und das Problem wird sich in Zukunft noch verstärken", ist sich Doneck sicher. Vor allem der Kampf um die wenigen Ressourcen und die Veränderung des Klimas seien dann die Hauptfluchtursachen. Doneck kritisiert in diesem Zusammenhang auch, dass die Notrettung der Schlauchboote, die bis zur Obergrenze mit Menschen besetzt sind, u.a. auf dem Mittelmeer kriminalisiert werde. Zudem habe sich Deutschland Mitte 2018 verpflichtet, bis zu 1.314 Bootsflüchtlinge aufzunehmen. Doch seit Juni 2018 seien erst 845 schiffbrüchige Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

Unermüdlicher Einsatz

Initiativen setzen sich für Stade als sicheren Hafen ein

Die Aktion am Fischmarkt soll die Forderung der Initiativen unterstreichen, dass das Mittelmeer nicht weiter zum größten Friedhof der Welt wird. Der Antrag "Stade Sicherer Hafen" ist bereits zwei Mal im Stadtrat mehrheitlich abgelehnt worden. Dennoch werden die Aktionisten nicht müde, die Situation an Europas Grenzen immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken: Letztes Jahr gab es in der Hansestadt mehrere Aktionen zur Solidarität mit den Menschen im Flüchtlingslager Moria. Im Herbst brannte dort das Camp. Das Camp Lipa im Nordwesten Bosniens liegt ebenfalls in Schutt und Asche. Über 1.000 Menschen verloren Ende Dezember ihre Unterkunft und sind schutzlos Schnee sowie Temperaturen von bis zu minus elf Grad Celsius ausgeliefert.

Hansestadt Stade will Technologiezentrum für Wasserstoff werden
Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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