Verzögerungen nicht selbst verschuldet?
Stader Grüne verteidigen Ankerplatz: CDU/WG-Antrag ist respektlos
- Kisten und Container: So präsentiert sich die Ankerplatz-Tristesse schon länger den Stadern
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Die Debatte um den Stader Ankerplatz geht in die nächste Runde. Die Gruppe aus CDU und Wählergemeinschaft (WG) im Stader Rat hat einen Antrag gestellt, in dem eine umfassende Überprüfung des Projekts durch die Verwaltung gefordert wird (mehr dazu lesen Sie hier). Dieser Antrag stößt auf Gegenwind bei den Grünen. Deren Ratsfraktion hält nun mit einem eigenen Änderungsantrag dagegen. Ihrer Fraktion gefalle der "scharfe Ton des CDU/WG-Antrages" nicht, erklärt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Karin Aval. Sie ist der Auffassung, dass der Tonfall "jegliche Wertschätzung für so wichtiges Engagement und Ehrenamt vermissen" lasse. Die Stadt hingegen scheint mit dem Antrag von CDU und WG keine Probleme zu haben: "Aus Sicht der Verwaltung spricht nichts gegen den Antrag und den Vorschlag zur Prüfung", heißt es in einer Stellungnahme aus dem Rathaus.
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CDU/WG-Gruppe kritisiert ausbleibenden Fortschritt
Die Gruppe aus CDU/WG hatte in ihrem Antrag deutliche Kritik am bisherigen Verlauf des Ankerplatz-Projekts geübt. Sie bemängelt, dass auf dem Platz seit fünf Jahren kaum einen Fortschritt gab. Der Ankerplatz-Verein habe lediglich Auszeichnungen und Preise für Projektskizzen auf dem Papier eingeheimst, ohne anschließend etwas umzusetzen. Die CDU/WG-Gruppe will daher von der Stadtverwaltung prüfen lassen, ob die für den Ankerplatz angeschafften Container nicht besser anderweitig genutzt oder verkauft werden sollten. Zudem wird vorgeschlagen, dass der Ankerplatz-Verein im Jahr 2025 auf die Teilnahme an weiteren Wettbewerben verzichtet und sich stattdessen auf die Umsetzung des Projekts vor Ort konzentriert.
- Eine Pflanzkiste vor der "berühmten" Palettenlounge des Ankerplatzes. Wachsen hier zarte Pflänzchen der Hoffnung, dass es mit dem Projekt doch noch weitergeht? Im Moment sind diese aus der Erde kommenden Krokusse das einzige, was auf dem Platz gedeiht
- Foto: Malte Neumann
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Alle Artikel zum Thema Ankerplatz: bitte hier klicken.Grüne sprechen von "strukturellen Hürden"
Die Grünen hingegen sind der Ansicht, dass die bisherigen Verzögerungen nicht dem Verein anzulasten seien. Die Verzögerungen würden vielmehr "auf langwierigen Vergabe- und Verwaltungsprozessen sowie weiteren strukturellen Hürden" beruhen. Was damit konkret gemeint ist, findet sich im Grünen-Antrag allerdings nicht. Aval fordert für die Ankerplatz-Akteure "Respekt und Anerkennung" ein, da diese sich trotz aller Herausforderungen weiterhin für das Projekt engagieren. Laut Änderungsantrag der Grünen soll die Forderung aus dem CDU/WG-Antrag gestrichen werden, dass der Ankerplatz-Verein in diesem Jahr auf die Teilnahme an Ideenwettbewerben verzichtet. Außerdem sollte der Nutzungsvertrag der Stadt mit dem Verein weiter verlängert werden, ohne dass dem Verein "unrealistische Bedingungen" gestellt werden.
Die Grünen sehen sich offenbar dazu berufen, den Verein in Schutz zu nehmen. Sie appellieren an die Stader Politik, "gemeinsam konstruktive Lösungen zu finden und die Zukunft des Ankerplatzes so zu gestalten, dass die ursprünglichen Ziele des Projekts möglichst weitgehend umgesetzt werden können". Der Verein sei zur Umsetzung des Ankerplatz-Konzeptes aber "zwingend auf finanzielle Mittel angewiesen". Er verfüge über keine regelmäßigen Einnahmen und müsse daher Fördermittel beantragen. Zudem laufe die vom Verein finanzierte Personalstelle Ende 2025 aus – ohne weitere Anträge auf Zuschüsse sei eine Fortführung des Projekts gefährdet.
Immerhin: Die Grünen wollen eine Vertragsverlängerung ebenfalls mit Bedingungen verknüpfen. Aus ihrer Sicht sollen folgende Kriterien für eine erneute Vertragsverlängerung im Oktober 2025 gelten:
- Der Platz wird aktiv genutzt.
- Der Verein engagiert sich weiterhin erkennbar für das Projekt.
- Eine tragfähige Zukunftsperspektive ist absehbar.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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