Lotse bei Corona-Hilfen für Unternehmer
Der Stader Wirtschaftsförderer Matthias Reichert hilft in schwierigen Zeiten

Matthias Reichert hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Beratungsgespräche zum Thema Corona-Hilfen geführt
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  • hochgeladen von Jörg Dammann

jd. Stade. Für ihn ging es gleich in die Vollen: Matthias Reichert leitet seit Anfang März die Wirtschaftsförderung im Landkreis Stade. Kaum hatte er sein Büro bezogen, ging es los mit der Pandemie. In den vergangenen Wochen drehten sich seine Beratungsgespräche zu 80 Prozent um das Thema Corona. Beim Thema Soforthilfen musste er sich gleich in eine gänzlich neue Materie einarbeiten. Für Reichert aber kein Problem: Beratung ist seit Jahren sein Metier. In den vergangenen Wochen war es seine Hauptaufgabe, Unternehmern beratend zur Seite zu stehen und sie durch die Corona-Krise zu lotsen.

"Bei mir haben sich Gewerbetreibende aus allen Branchen gemeldet", berichtet Reichert. Die Bandbreite reiche von Imbissbetreibern über die Inhaber von Nagelstudios und Änderungsschneidereien bis hin zu Rechtsanwälten und Architekten. Oft ging es um Auskünfte zu dem Soforthilfeprogramm, das jetzt zum Monatsende ausläuft.

"Den dazu von der Förderbank herausgegebenen 17-seitigen Frage-und-Antwort-Katalog kann ich mittlerweile auswendig aufsagen", meint Reichert augenzwinkernd. Da immer wieder neue Fragen aufgekommen sind, liegt dieser Katalog inzwischen in der elften Version vor.

Oft sei es um ganz banale Dinge gegangen, so Reichert: "Einige hatten Probleme, die PDF-Datei herunterzuladen und in ihrem Browser korrekt auszufüllen." Manchmal sei er sozusagen als Mentalcoach gefordert gewesen: "Einige Anrufer waren doch sehr verzweifelt. Die habe ich in den Gesprächen wieder ein wenig aufzurichten versucht."

Einigen Ratsuchenden habe er leider auch klarmachen müssen, dass sie kaum Hilfszahlungen zu erwarten hätten. "Da gab es beispielsweise freiberufliche Dozenten, die im Gegensatz zu einem Geschäftsinhaber keine Betriebsausgaben wie die Ladenmiete ansetzen können." Fördermittel würden aber nur für die betrieblichen Ausgaben abzüglich der Einnahmen gewährt.

Viele Anrufe seien auch aus dem Alten Land gekommen. "Das waren meist Inhaber von Ferienwohnungen, deren Einnahmen aufgrund der wochenlangen Beschränkungen im Touristikbereich auf null fielen." Auch da habe der Teufel oft im Detail gelegen: Hilfszahlungen gebe es nur für diejenigen, die im Vollerwerb als Vermieter tätig sind. Wer nebenberuflich oder sogar nur privat Ferienwohnungen vermiete, gehe leer aus.
Manchmal konnte Reichert ganz einfach praktische Tipps geben, die mit seiner eigentlichen Beratungstätigkeit gar nichts zu tun hatten - wie etwa bei dem Gesangslehrer, dem Reichert empfohlen hat, während der Corona-Beschränkungen mittels Videotutorials oder per Onlinechat zu unterrichten.

In der zweiten Maihälfte gingen die Anfragen in Sachen Corona-Hilfen zurück, so Reichert. Er habe in den vergangenen Tagen tatsächlich wieder Existenzgründer beraten. "Das lässt doch hoffen, wenn die Ersten jetzt wieder den Mut haben, ein Unternehmen zu gründen."

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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