Elbe Kliniken: Betriebsrat und Geschäftsleitung erzielen Übereinkunft
Ein Schritt in Richtung Tarif

Im vergangenen Jahr protestierten Beschäftigte der Elbe Kliniken gegen die Bezahlung unter Tarif   Foto: jd/Archiv
  • Im vergangenen Jahr protestierten Beschäftigte der Elbe Kliniken gegen die Bezahlung unter Tarif Foto: jd/Archiv
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jd. Stade. Die rund 2.000 Beschäftigten der Elbe Kliniken dürfen sich auf mehr Geld im Portmonee freuen. Ihre Gehälter steigen um drei bis dreieinhalb Prozent. Außerdem verbessern sich für viele Beschäftigte die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen.

Eine Arbeitsgruppe aus Arbeitgeber- und Mitarbeitervertretern hatte sich mehrere Monate intensiv darum bemüht, das Dickicht der zahlreichen internen Regelungen bei den Tochtergesellschaften der Elbe Kliniken zu lichten. Herausgekommen ist ein Paket von weitgehend einheitlichen Betriebsvereinbarungen zwischen Klinikleitung und Betriebsrat. Übersichtliche Strukturen gibt es jetzt auch bei den Vergütungsregelungen: Für die Mitarbeiter gelten künftig nur noch drei Entgelttabellen. Die Elbe Kliniken werden zwar weiterhin unter dem Lohnniveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) liegen, doch mit der neuen Vereinbarung bewegen sich die Beschäftigen einen großen Schritt in Richtung Tariflohn. Von den neuen Regelungen profitieren vor allem die examinierten Pflegekräfte, sprich die Krankenschwestern und -pfleger. Sie erhalten wie auch die Hebammen künftig zusätzlich eine unbefristete monatliche Zulage von 200 Euro.

Diese Zahlung galt bisher nicht durchgängig und war zum Teil nur befristet. Was das in Zahlen bedeutet, erläutert Betriebsratsvorsitzender Kai Holm: "Eine Krankenschwester verdiente nach rund sechsjähriger Tätigkeit bisher 2.700 Euro brutto ohne Zuschläge, was rund 600 Euro unter Tarif lag. Künftig werden es 3.000 Euro sein, sodass wir um 50 Prozent aufholen." Hinzu kommen beispielsweise noch Nachtzuschläge. Dass diese Zuschläge ab Juli von 15 auf 25 Prozent erhöht werden, hält Holm für besonders wichtig: "Hier gibt es Freibeträge, sodass das Geld ohne Abzüge eins zu eins bei den Arbeitnehmern ankommt."

Die examinierten Kräfte dürfen sich noch über einen weiteren Vorteil freuen: Sie wechseln mit ihrem Beschäftigungsverhältnis in die Hauptgesellschaft, die Elbe Kliniken Stade-Buxtehude GmbH (EKSB). Dadurch erhalten sie künftig eine zusätzliche Altersversorgung. Alle anderen Kräfte, die nicht in dem sogenannten "weißen Bereich", also der Pflege, beschäftigt sind, bleiben der Firmentochter MediServ zugeordnet. Daneben gibt es noch die Management- und Dienstleistungsgesellschaft, bei der die Mitarbeiter der Verwaltung und die Führungskräfte angestellt sind. Außen vor bleiben die Reinigungskräfte, deren Personalführung bei einer Fremdgesellschaft liegt. Sie sind nach dem Tarif für Gebäudereiniger eingruppiert.

Für die anderen Beschäftigen außer den Ärzten gilt künftig ein einheitlicher Eingruppierungskatalog. Dieser Katalog bildet alle beruflichen Tätigkeiten in den Elbe Kliniken ab und verknüpft diese mit bestimmten Entgeltgruppen. Anhand der erwähnten Entgelttabellen lässt sich verbindlich und nachvollziehbar das jeweilige Gehalt ablesen. Klinikleitung und Betriebsrat betonen, dass niemand im Zuge dieser Umstrukturierungen Einbußen bei seinem Gehalt hinnehmen muss.

• Weitere Betriebsvereinbarungen betreffen u.a. den Urlaub und die Arbeitszeiten. Mehr dazu sowie Stellungnahmen von Klinikchef Siegfried Ristau und Betriebsrat lesen Sie in einer der kommenden WOCHENBLATT-Ausgaben.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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