HanseKraft reicht Unterlagen ein
Genehmigungsverfahren für geplantes Altholz-Heizkraft in Stade-Bützfleth startet

Die Visualisierung zeigt das geplante Kraftwerk nördlich des Stader Seehafens. Links befindet sich das Werksgelände von AOS  | Foto: Hansekraft
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Bevor im Industriepark Stade irgendwann Prozessdampf, Strom und Wärme erzeugt werden können, muss sich zunächst das Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg durch einen dicken Stapel Unterlagen arbeiten. Die HanseKraft Stade GmbH hat den Genehmigungsantrag für ihr geplantes Biomasseheizkraftwerk eingereicht – und damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Realisierung des Großprojekts gemacht.

Das Kraftwerk soll im Industriegebiet Stade-Bützfleth direkt am Stader Seehafen entstehen, nördlich angrenzend an die Flächen von AOS und Dow. Genutzt werden soll ein rund 8,4 Hektar großes Areal, auf dem früher eine Müllverbrennungsanlage entstehen sollte. Dieses Projekt scheiterte, die damalige Bauruine wurde später zurückgebaut. Der Standort wurde bewusst wegen seiner Hafenanbindung und der Nähe zu möglichen industriellen Abnehmern gewählt.

Erhitzt geplantes Heizkraftwerk in Bützfleth weiter die Gemüter?

Jetzt ist das Gewerbeaufsichtsamt am Zug
Genehmigt werden soll die Anlage nach dem Bundesimmissionsschutzrecht. Sobald die eingereichten Unterlagen im Rahmen der öffentlichen Bekanntmachung ausgelegt werden, können auch Bürgerinnen und Bürger Einsicht nehmen. HanseKraft kündigt an, das weitere Verfahren transparent begleiten zu wollen. Man wolle mit dem Projekt die Energieversorgung des Industriestandortes breiter aufstellen und fossile Energieträger ersetzen, so Hansekraft-Geschäftsführer Stefan Schmidt. Geplant ist, Prozessdampf, Strom und Wärme vor allem für Abnehmer im Industriepark bereitzustellen. Auch die kommunale Wärmeversorgung könnte profitieren. Nach dem aktuellen Zeitplan soll die Anlage 2031 in den Regelbetrieb gehen. Ursprünglich war der Betriebsstart bereits für Anfang 2028 vorgesehen. 

In Stade soll "grüne Energie" aus Altholz gewonnen werden

Energie aus Altholz statt aus fossilen Quellen
Verfeuert werden soll nach Unternehmensangaben Altholz, das anderweitig nicht mehr sinnvoll stofflich verwertet werden kann. Bei der Vorstellung des Projekts hatte HanseKraft seinerzeit betont, dass kein frisches Holz verbrannt werden solle. Damals war von rund 500.000 Tonnen Altholz pro Jahr die Rede. Ein großer Teil soll wegen der direkten Lage am Stader Seehafen per Schiff angeliefert werden. HanseKraft verbindet mit dem Projekt noch eine weitere Idee: Perspektivisch ist geplant, das bei der Verbrennung entstehende Kohlendioxid abzuleiten und für eine industrielle Nutzung bereitzustellen. In früheren Planungen war zunächst von rund 10.000 Tonnen CO₂ pro Jahr in einer ersten Ausbaustufe die Rede. Das Unternehmen spricht von einer „zukunftsorientierten Kohlenstoffkreislaufwirtschaft“.

Projekt ist nicht unumstritten
Es gibt allerdings Gegenwind bei dem Projekt. Umweltverbände und Teile der Bürgerinitiative Bützfleth hatten in der Vergangenheit Kritik geäußert. Dabei ging es unter anderem um die großen Mengen Altholz, mögliche Immissionen und die Frage, ob Alternativen wie Windenergie, Großwärmepumpen oder Geothermie stärker berücksichtigt werden sollten.

Wärme aus Altholz: Geplantes Kraftwerk in Stade bleibt umstritten

HanseKraft hält dem entgegen, dass ein mehrstufiges Rauchgasreinigungssystem vorgesehen ist. In den bisher bekannten Planungen sollen unter anderem Partikel, Schwermetalle, Dioxine und weitere Schadstoffe aus den Rauchgasen entfernt werden. Die Abgasreinigung soll abwasserfrei arbeiten und kontinuierlich überwacht werden.

Was plant HanseKraft Stade?

Die HanseKraft Stade GmbH plant im Industriepark Stade ein Biomasseheizkraftwerk. Es soll aus nicht mehr stofflich nutzbarem Altholz Prozessdampf, Strom und Wärme erzeugen.

Wo soll das HanseKraft-Heizkraftwerk entstehen?

Das Biomasseheizkraftwerk soll auf einem rund 8,4 Hektar großen Gelände im Industriegebiet Bützfleth direkt am Stader Seehafen entstehen. Das Areal liegt nördlich der Industrieflächen von AOS und Dow.

Welchen Brennstoff will HanseKraft Stade einsetzen?

HanseKraft Stade will Altholz nutzen, das am Ende seiner Nutzungskaskade steht und nicht mehr sinnvoll stofflich verwertet werden kann. Nach früheren Angaben sollen jährlich rund 500.000 Tonnen Altholz eingesetzt werden.

Wie groß soll das Biomasseheizkraftwerk werden?

Die bisher bekannten Planungen sehen eine Gesamtbrennstoffwärmeleistung von rund 240 Megawatt thermisch vor. Geplant sind zwei Verbrennungslinien, die jeweils etwa 33 Tonnen Altholz pro Stunde verarbeiten können.

Welche Energie soll HanseKraft Stade erzeugen?

Das Kraftwerk soll Prozessdampf, Strom und Wärme erzeugen. Frühere Planungen nannten jährlich etwa 1,2 Millionen Megawattstunden Prozessdampf, rund 300.000 Megawattstunden Strom und etwa 150.000 Megawattstunden Wärme.

Wer soll die Energie aus dem HanseKraft-Heizkraftwerk nutzen?

Die erzeugte Energie soll in erster Linie Unternehmen im Industriepark Stade zur Verfügung stehen. Vor allem der Prozessdampf ist für industrielle Abnehmer vorgesehen. Auch die kommunale Wärmeversorgung kann nach Angaben von HanseKraft von dem Projekt profitieren.

Warum soll das Kraftwerk direkt am Stader Seehafen gebaut werden?

Die Hafenlage erleichtert die Anlieferung großer Mengen Altholz per Schiff. Gleichzeitig befinden sich mit Dow, AOS und weiteren Unternehmen mögliche Abnehmer für Prozessdampf, Strom und Wärme in unmittelbarer Nähe.

Wie sollen die Abgase des Biomasseheizkraftwerks gereinigt werden?

Nach den bisher bekannten Planungen ist eine mehrstufige Rauchgasreinigung vorgesehen. Sie soll unter anderem Partikel, Schwermetalle, Dioxine und weitere Schadstoffe aus den Rauchgasen entfernen. Die gereinigten Abgase sollen kontinuierlich überwacht werden.

Was plant HanseKraft mit dem entstehenden CO₂?

HanseKraft will biogenes Kohlendioxid aus dem Prozess perspektivisch abscheiden und für industrielle Anwendungen nutzbar machen. In einer ersten Ausbaustufe waren bislang rund 10.000 Tonnen CO₂ pro Jahr vorgesehen.

Wann soll das HanseKraft-Heizkraftwerk in Betrieb gehen?

Nach dem aktuellen Stand ist der Regelbetrieb für das Jahr 2031 vorgesehen. Frühere Planungen hatten einen früheren Betriebsstart genannt.

Wie weit ist das HanseKraft-Projekt im Genehmigungsverfahren?

HanseKraft Stade hat die Antragsunterlagen für Bau und Betrieb des Biomasseheizkraftwerks beim Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg eingereicht. Die Behörde prüft die Unterlagen im Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzrecht.

Wer steckt hinter HanseKraft Stade?

Die HanseKraft Stade GmbH plant das Biomasseheizkraftwerk für den Industriepark Stade. Ein Gesellschafter betreibt in Emlichheim seit 2006 bereits ein Holzheizkraftwerk, dessen Betriebserfahrungen in das Stader Projekt einfließen sollen.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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