Damit Moose und Farne wachsen können
Mehr Natur am Schiffertor: Stade bringt Tageslicht unter die Straße
- Laura Dettmann aus der Abteilung Stadtplanung und -sanierung der Hansestadt Stade ist Projektleiterin für die Neugestaltung des Stadteingangs Schiffertor
- Foto: Hansestadt Stade
- hochgeladen von Jörg Dammann
Wo heute Beton und Schatten vorherrschen, sollen künftig Farne und Moose wachsen: Am Schiffertor will die Hansestadt Stade einen ungewöhnlichen Weg gehen. Tageslicht soll mithilfe mittels Glasfaser in die dunklen Straßenunterführungen gelangen. Für diesen Teil der Neugestaltung des wichtigen Altstadt-Eingangs erhält Stade jetzt rund 460.000 Euro Fördermittel.
Aus Unterführung wird Lebensraum
Das Projekt trägt den Namen „Schiffer.Tor zur Natur“ und bildet den dritten Bauabschnitt der geplanten Neugestaltung am Schiffertor. Im Mittelpunkt stehen Bereiche, die bislang wenig einladend sind und von Fußgängern kaum noch genutzt werden. Geplant ist, den Gewässerrand entlang der Schwinge zu renaturieren. So sollen u.a. naturnahe Böschungen entstehen, um neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Damit soll aus einem stark von Straßen und Brücken geprägten Bereich ein Stück Natur unmittelbar am Eingang zur Stader Altstadt werden.
Glasfasern bringen die Sonne nach unten
Besonders ungewöhnlich ist die geplante Beleuchtung. Tageslicht soll an der Oberfläche eingefangen und anschließend per Glasfaser unter die Straße geleitet werden. „Wir werden das Tageslicht über sogenannte Sollektoren sammeln und mithilfe von Glasfasern in die dunklen Bereiche leiten“, erläutert Projektleiterin Laura Dettmann aus der Abteilung Stadtplanung und -sanierung. Davon sollen vor allem genügsame Pflanzen wie Farne und Moose profitieren. Doch die Technik hat nicht nur die Begrünung im Blick. Das zusätzliche Licht könne auch Wasserbewohnern helfen, sich beim Unterqueren der Brücke zu orientieren, erklärt Dettmann.
660.000 Euro für den dritten Bauabschnitt
Die Kosten für diesen Abschnitt belaufen sich auf rund 660.000 Euro. Davon kommen 70 Prozent aus dem Förderprogramm „Landschaftswerte 2.0“, das durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Landesmittel finanziert wird. Das Programm soll Naturschutz und nachhaltige Regionalentwicklung miteinander verbinden. Ziel ist unter anderem, die biologische Vielfalt und die grüne Infrastruktur auch innerhalb besiedelter Gebiete zu stärken. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer bringt den Ansatz so auf den Punkt: „Wir wollen unsere bedrohte Natur besser schützen, wiederherstellen und für die Menschen erlebbar machen.“
Gesamtprojekt kostet rund 2,3 Millionen Euro
Der dritte Bauabschnitt ist Teil eines deutlich größeren Vorhabens. Insgesamt veranschlagt die Hansestadt für die Neugestaltung des Stadteingangs Schiffertor rund 2,3 Millionen Euro. Bis Bagger und Bauarbeiter für „Schiffer.Tor zur Natur“ anrücken, dauert es allerdings noch einige Monate. Der Start der Arbeiten ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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