Erzimport treibt Wachstum voran
Stader Seehafen steigert Güterumschlag um 45 Prozent

Der Stader Seehafen mit den Betriebsanlagen von AOS (oben) und Dow (unten). In der Mitte befindet sich die Baustelle für das landseitige LNG-Terminal | Foto: Martin Elsen/nord-luftbilder.de
  • Der Stader Seehafen mit den Betriebsanlagen von AOS (oben) und Dow (unten). In der Mitte befindet sich die Baustelle für das landseitige LNG-Terminal
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Der Warenumschlag im Stader Seehafen ist im vergangenen Jahr um fast die Hälfte gestiegen. Das Umschlagvolumen wuchs von 3,8 Millionen Tonnen im Jahr 2023 auf 5,5 Millionen Tonnen im Jahr 2024 an. Dies bedeutet eine Steigerung von 45 Prozent. Im Jahr davor gab es noch einen Rückgang von 26 Prozent. Der Hafen in Stade-Bützfleth verzeichnete 2024 bei den umgeschlagenen Gütern den höchsten Anstieg aller neun niedersächsischen Seehäfen. Dies geht aus dem Jahresbericht der landeseigenen Hafenmarketinggesellschaft "Seaports of Niedersachsen" hervor. 

Anstieg der Industrieproduktion

Insbesondere die gestiegene industrielle Produktion am Standort Stade trug maßgeblich zu dieser positiven Entwicklung bei. So zog der Import von Erzen deutlich an und stieg von 980.000 Tonnen (2023) auf rund 2,4 Millionen Tonnen, nachdem das Unternehmen AOS seine Kapazitäten wieder hochgefahren hat. Entsprechend mehr wurde in Stade erzeugtes Aluminiumoxid verschifft. Der Umschlag der vor Ort produzierten chemischen Erzeugnisse bewegt sich hingegen mit rund 1,7 Millionen Tonnen auf Vorjahresniveau.

Güterumschlag im Stader Seehafen geht um 26 Prozent zurück

Energiekosten als wichtiger Faktor

Ein kritischer Faktor für die Zukunft des Stader Hafens ist die Energieversorgung. Die beiden größten Produktionsbetriebe in Stade (AOS und Dow) benötigen aufgrund ihrer energieintensiven Prozesse wettbewerbsfähige Erdgaspreise, um weiterhin wirtschaftlich produzieren zu können. Die Bedeutung dieser Betriebe geht über Stade hinaus: Sie sichern mehr als 1.500 Arbeitsplätze in der Region und sind für die deutsche Aluminium- und Chemieproduktion strategisch relevant.

Stader Hafen hat Zukunftspotenzial

"Perspektivisch ergeben sich für den Seehafen Stade weitere Potenziale zur Steigerung des Umschlags durch verschiedene Zukunftsprojekte im Bereich der Energiewirtschaft, die momentan am Standort diskutiert werden", heißt es von Seaports. Gemeint sind hier Pläne, Stade zu einer Energiedrehscheibe zu machen - besonders in Hinblick auf umweltfreundlichen Wasserstoff. Angesichts der Bedeutung der erneuerbaren Energien wäre auch der Umschlag von Komponenten für Windenergieanlagen oder für die Wasserstofftechnologie denkbar. 

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Insgesamt ein Plus von zehn Prozent

Beim Blick auf die Gesamtmenge der umgeschlagenen Güter nimmt der Stader Seehafen den zweiten Platz unter den Häfen in Niedersachsen ein. Spitzenreiter bleibt Wilhelmshaven mit 35,3 Millionen Tonnen. Dahinter positioniert sich Stade (5,5 Mio. Tonnen), gefolgt von Brake (5,4 Mio. Tonnen), Emden (4,5 Mio. Tonnen) und Cuxhaven (2,5 Mio. Tonnen). Insgesamt steigerten die neun niedersächsischen Seehäfen ihren Warenumschlag im vergangenen Jahr um zehn Prozent - von 50,6 Millionen Tonnen (2023) auf 55,5 Millionen Tonnen (2024). „Mit dem Umschlagsplus von 10 Prozent  sind wir in Niedersachsen angesichts der schwierigen wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen sehr zufrieden“, kommentierte Inke Onnen-Lübben, Geschäftsführerin der Seaports of Niedersachsen, die vorgelegten Zahlen.

Hafenbetriebe bleiben optimistisch

Wie sich Krisen und Handelskonflikte in der Welt auf die künftige Entwicklung der Häfen auswirken, sei allerdings kaum abzuschätzen, so Onnen-Lübben. Sich verändernde Marktstrukturen könnten sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringen. Trotz dieser Unsicherheiten bleibt die Hafenwirtschaft optimistisch und setzt auf Wachstumspotenziale, insbesondere durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Investitionen in neue Krankapazitäten, Lagerhallen und Logistikflächen würden das Vertrauen in die Zukunft unterstreichen, so die Seaports-Geschäftsführerin. Gleichzeitig stünden die Häfen vor strukturellen Herausforderungen, darunter hohe Energiekosten, bürokratische Hürden und die Notwendigkeit einer leistungsfähigen Infrastruktur.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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