Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Tausche Nuckel gegen Rucksack

Mit dem Wunschzettel eines jungen Elektronikspiel-Fans: Wolfgang Dipper, Chef des Weihnachtspostamts

Wieder 35.000 Briefe aus aller Welt im Christkindpostamt Himmelpforten / Frieden und Handys führen die Wunsch-Hitparade an

tp. Himmmelpforten. Das geschäftige Rascheln von Schreibpapier bestimmt die Geräuschkulisse in der gut geheizten und festlich geschmückten Arbeitsstube des Christkindpostamtes in Himmelpforten. Dazu Fragen wie "kannst du das entziffern?" und das sanfte Poltern des Sonderstempels, den der ehrenamtliche Chef des Christkindpostamtes, Wolfgang Dipper (58), auf die Umschläge drückt. Alle Hände voll zu tun haben wieder die ehrenamtlichen Briefeschreiber im Christkinddorf Himmelpforten.

Laut Wolfgang Dipper, Postler im Ruhestand, sind - gut einen Monat vor dem Fest der Liebe - schon rund 3.500 Wunschbriefe aus Deutschland und 500 aus dem Ausland in Himmelpforten eingegangen. Viel Post aus Übersee kommt aus Taiwan und China. Ein Australier frankierte seinen Brief stilecht mit Känguru-Briefmarken. In diesem Jahr rechnet Wolfgang Dipper - wie im Vorjahr - mit insgesamt 34.000 Zuschriften. 

Jeder Brief wird gelesen. Bei Teenagern führen seit Jahren Smartphones und Spielkonsolen die Wunsch-Hitparade an. Beliebt sind bei den Kleineren nach wie vor auch Lego-Bausteine, Puppen und die gute, alte Modelleisenbahn. Immer wieder gibt es ausgefallene und originelle Wünsche an den Weihnachtsmann: Ein Mädchen, dass dem Schnuller-Alter entwachsen ist, macht dem Rauschebart ein Tauschangebot: "Wenn Du mir einen Rucksack, eine Kamera, Schokolade und Gummibärchen bringst, bekommst du dafür meinen alten Nuckel."
Konkret wird ein junger Trecker-Fan vom Lande, der - neben technischem Hobby-Zubehör - auf eine Arbeitslatzhose in Größe 140 hofft.

Die meisten Zuschriften werden mit einem nett formulierten Formschreiben beantwortet. Bei Absendern, die zum Fest auf Erlösung aus Notlagen bitten, nehmen sich die Ehrenamtlichen Zeit für persönliche Zeilen. Tröstende Worte richteten die Freiwilligen an ein Mädchen, dessen Eltern unter Alkoholproblemen leiden und an einen aus Syrien stammenden Jungen, der sich nichts sehnlicher als endlich Frieden für sein Heimatland wünscht.

http://www.deutschepost.de/de/w/weihnachtspost/wei...