"Es war ja auch kein Mord"

Rüdiger Störtebecker wird sein Leben lang Probleme mit dem verletzten Arm haben   Foto: Störtebecker
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  • hochgeladen von Thomas Lipinski

Rüdiger Störtebecker ist sauer, weil das Verfahren gegen Unfallflüchtigen eingestellt wurde

thl. Winsen. "Ich bin fassungslos", sagt Rüdiger Störtebecker aus Borstel. "Offenbar hat der ermittelnde Beamte nicht genug Druck gemacht. Aber es war ja auch kein Mord."
Mitte März hatte Störtebecker einen Unfall in Winsen. Der unbekannte Fahrer eines Kleintransporters hatte dem auf einem Fahrrad fahrenden Störtebecker die Vorfahrt genommen. Der Borsteler war dabei zu Fall gekommen und hatte sich schwer am Arm verletzt. Der Verursacher war weitergefahren (das WOCHENBLATT berichtete).
"Ich hatte bei dem Unfall meine Dashcam dabei und konnte der Polizei so wertvolle Hinweise zur Ermittlung des Flüchtigen geben - dachte ich zumindest", erzählt Störtebecker. Neben Kennzeichenfragmenten gab es auch ein (unscharfes) Foto des Fahrers, der offensichtlich eine Jacke des Postdienstleisters DHL trägt.
Trotzdem kam jetzt der Bescheid von der Staatsanwaltschaft, dass das Verfahren eingestellt wurde, weil der Fahrer nicht ermittelt werden konnte. "Für mich und meine Anwältin ein unglaublicher Vorgang. Ich behaupte, dass da einer keine Lust hatte, seine Arbeit zu machen", ist Rüdiger Störtebecker sauer. "Zumal das Foto nicht schlechter als ist die Qualität von Bildern aus Überwachungskameras, mit denen die Polizei nach Gangstern sucht." Er werde sein Leben lang Probleme mit dem Arm haben und habe bei den vielen bekannten Fakten etwas mehr Einsatz von den Ermittlern erwartet.
Die Staatsanwaltschaft ver-teidigt die Einstellung. Man habe keine andere Möglichkeit gehabt, erklärt Sprecherin Wiebke Bethke. "Grundsätzlich kann eine Halterrecherche selbstverständlich auch dann durchgeführt werden, wenn nur Teile des Kfz-Kennzeichens bekannt sind. In diesem konkreten Fall war außer der Ortskennung (HH) jedoch lediglich ein weiteres Zeichen bekannt. Allein anhand dieser Informationen war wegen der Vielzahl der möglichen Zeichenkombinationen eine Halterrecherche nicht möglich", so Bethke. "Wenn indes schon nicht das Unfallfahrzeug und damit der mögliche Fahrerkreis ermittelt werden konnte, konnte auch trotz der Bilder der Dashcam keine Identifizierung des Unfallfahrers erfolgen."

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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