Freispruch für Seevetaler? - Zweiter Verhandlungstag gegen mutmaßlichen Polizisten-Schläger

Der Angeklagte (2. v. re.) mit seinen Verteidigern (v. li.) Johannes Rauwald, Dr. Gerhard Strate und Andreas Harms
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  • hochgeladen von Oliver Sander

thl. Lüneburg. "Ich gehe davon aus, dass mein Mandant freigesprochen wird." Zuversichtlich äußerte sich der Hamburger Star-Verteidiger Dr. Gerhard Strate am zweiten Prozesstag vor dem Lüneburger Landgericht gegen einen 33-jährigen Seevetaler, der im August 2015 einen Polizisten ins Koma geprügelt haben soll (das WOCHENBLATT berichtete).
"Unser Mandant lässt sich dahingehend zur Sache ein, dass er sich auf seine Aussage vor dem Amtsgericht Winsen beruft und diese wiederholt." Kurz und knapp war die Erklärung von Rechtsanwalt Dr. Gerhard Strate vor dem Lüneburger Landgericht.
Der Hauptbelastungszeuge, der kürzlich noch im Kosovo war, wiederholte seine Aussage aus dem ersten Prozess ebenfalls und identifizierte den Angeklagten als "den Schläger".
Vorsitzender Richter Matthias Steuernagel wies darauf hin, dass noch ein zusätzlicher Verhandlungstag vorsorglich anberaumt werde, weil noch weitere Zeugen vernommen werden sollen, darunter auch Türsteher der Meckelfelder Gaststätte "Schnurrbart", die in die Schlägerei beim Dorffest verwickelt gewesen sein sollen.
Der Hamburger Star-Jurist Dr. Gerhard Strate versuchte mit juristischen Spitzfindigkeiten, die Aussagen der als Zeugen geladenen Polizeibeamten ins Wackeln zu bringen, was ihm teilweise auch gelang. So sagte eine Beamtin z.B. aus, ihr Kollege sei in eine Gruppe gelaufen, die habe sich dann aufgelöst und ihr Kollege habe am Boden gelegen. Zwei Männer, darunter der Angeklagte, seien ihr entgegengekommen. Nach mehrmaligen Nachfragen Strates stellte sich die Situation so dar, dass die Frau erst die beiden entgegenkommenden Männer und erst danach ihren am Boden liegenden Kollegen wahrgenommen hatte. Der daraus für die Verteidigung resultierende Schluss: Der Angeklagte und der Unbekannte könnten gar nichts mit den Schlägen gegen den Polizisten zu tun haben, weil dieser noch gar nicht am Boden lag, als die beiden den späteren Tatort verließen.
Weitere Polizeibeamten hatten teilweise nur vage Erinnerungen an den Einsatz bzw. den genauen Ablauf des Vorfalls vor zwei Jahren.
• Der Prozess wird am kommenden Mittwoch, 16. August, um 9.15 Uhr fortgesetzt. Dann sollen weitere Zeugen sowie ein Gutachter aussagen.

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