Landkreis Harburg
Häusliche Gewalt trifft die ganze Familie

Im Rahmen der 16-Tage-Kampagne diskutieren Mitglieder des Netzwerks gegen häusliche Gewalt im Landkreis Harburg und aus dem Lahn-Dill-Kreises das Lahn-Dill-Modell zum Kinderschutz bei häuslicher Gewalt | Foto: Landkreis Harburg
  • Im Rahmen der 16-Tage-Kampagne diskutieren Mitglieder des Netzwerks gegen häusliche Gewalt im Landkreis Harburg und aus dem Lahn-Dill-Kreises das Lahn-Dill-Modell zum Kinderschutz bei häuslicher Gewalt
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Autobahn A7 / Elbtunnel
Vollsperrung zwischen Heimfeld und Stellingen

Es erfolgt eine 55-stündige Vollsperrung der Autobahn A7 zwischen AS HH-Stellingen (26) und HH-Heimfeld (32) von Freitag, 12. Juni, 22 Uhr bis Montag, 15 Juni, 5 Uhr. Wegen der Sperrung gibt es weiträumige Ausweichempfehlung über B205, A21 und A1. Die Durchfahrt für Großraum- und Schwertransporte (GST) ist nicht möglich. Die DEGES wurde durch die Autobahn GmbH des Bundes mit der Planung und Baudurchführung der achtstreifigen Erweiterung der A7 beauftragt. Im Zuge dessen baut die DEGES auch die...

Blaulicht

Polizeieinsatz in Seevetal
2,6 Promille, eine Ananas und ein Platzverweis zu viel

Eine 40-jährige Frau ist am Mittwochabend, 3. Juni, in Maschen von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Zuvor war sie in einem Einkaufsmarkt an der Schulstraße durch einen Diebstahl sowie aggressives Verhalten aufgefallen. Nach Angaben der Polizei hatte die Frau gegen 18.30 Uhr eine Ananas entwendet. Anschließend soll sie Mitarbeiter des Marktes beschimpft und bedroht haben. Ein Atemalkoholtest ergab später einen Wert von mehr als 2,6 Promille. Da gegen die 40-Jährige bereits ein...

Blaulicht

Polizei stoppt Fahrer
E-Scooter mit 65 km/h auf K39 gestoppt

In der Nacht zu Mittwoch, 3. Juni gegen 0.45 Uhr fiel einer Streifenbesatzung der Polizei Buxtehude auf der K39 in Richtung Hamburg ein E-Scooter auf, der ihnen auf dem Radweg mit ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit entgegenkam. Die Beamten wendeten und nahmen die Verfolgung auf. Trotz des Vorsprungs konnten sie den Fahrer schließlich auf Höhe der JVA Hahnöfersand stoppen und kontrollieren. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass an dem E-Scooter ein Versicherungskennzeichen angebracht...

Blaulicht
Das Gebiet um das Winsener Gymnasium wurde weiträumig abgesperrt | Foto: jf
3 Bilder

Großeinsatz an Winsener Gymnasium
Schulgebäude an der Bürgerweide wurde evakuiert. Anrufer bereits in Gewahrsam

Winsen. Am Gymnasium an der Bürgerweide in Winsen läuft derzeit ein größerer Polizeieinsatz. Hintergrund ist nach Angaben der Polizei eine Bedrohungslage. Mutmaßlicher Anrufer befindet sich in PolizeigewahrsamDas Schulgelände wurde abgesperrt. Das Gebäude wurde am Vormittag evakuiert und wird aktuell von Polizeikräften durchsucht. Dabei kommen nach Augenzeugenangaben auch Diensthunde zum Einsatz. Zudem war über dem Schulgelände zeitweise eine Polizeidrohne zu hören beziehungsweise zu...

Blaulicht

Betrunken und mit falschen Kennzeichen unterwegs
Mercedesfahrer flüchtet nach Unfall in Winsen

A1. Maschener Kreuz. Gleich mehrere Straftaten haben Polizeibeamte der Autobahnpolizei Maschen am gestrigen Donnerstagabend, 4. Juni, auf der A1 festgestellt. Gegen 21.45 Uhr sicherten die Beamten im Bereich des Maschener Kreuzes einen Schwertransport ab, als ihnen ein Honda Accord auffiel, der ohne eingeschaltete Beleuchtung auf dem Einfädelungsstreifen von der A39 unterwegs war. Nach Angaben der Polizei versuchte der Fahrer, am Sicherungsfahrzeug und dem Schwertransport vorbeizufahren. Trotz...

Blaulicht
Polizeisprecher Matthias Bekermann | Foto: Polizei
2 Bilder

Schießerei in Buxtehude
Festgenommener wieder auf freiem Fuß - Mordkommission ermittelt

+++ Update Donnerstag, 4. Juni, 8.30 Uhr +++ Die Ermittler haben für das Verfahren jetzt ein digitales Hinweisportal geschaltet. Dort können relevante Dateien direkt hochgeladen sowie Personalien und ergänzende Hinweise übermittelt werden. Link zum Hinweisportal: https://nds.hinweisportal.de/20260601_schiesserei_buxtehude/de/upload +++ Update Mittwoch, 3. Juni, 15.50 Uhr: Festgenommener wieder auf freiem Fuß +++ Im Zusammenhang mit dem versuchten Tötungsdelikt in der Buxtehuder Bahnhofstraße...

Blaulicht

Skrupelloser Diebstahl
Großen Marmorstein eines Grabes geklaut - Polizei bittet um Hinweise

Auf dem Friedhof in Stelle/Ashausen an der Straße Duvendahl haben Unbekannte in der Zeit vom Freitag, 29. auf Samstag, 30. Mai, eine Marmorkante eines Grabes entwendet. Der Stein ist rund 2,20 Meter lang und dürfte aufgrund des Gewichts von zwei Personen getragen worden sein. Der Wert wird auf rund 400 Euro geschätzt.  Hinweise nimmt die Polizei in Stelle unter Tel. 04174 668980 entgegen.

Blaulicht

Großeinsatz in Drage - Zeugen gesucht
Einbrecher auf Kamera erkannt – Festnahme nach Fahndung mit Hubschrauber und Diensthund

Ein mutmaßlicher Einbrecher ist am Donnerstagmorgen, 4. Juni, nach einer groß angelegten Fahndung in Drage/Schwinde festgenommen worden. Auf die Spur der Täter brachte die Polizei die Überwachungskamera eines Hausbesitzers in der Schwinder Straße. Der Komplize des Einbrechers ist vorerst entkommen. Gegen 8.10 Uhr hatte der betroffene Hausbesitzer Bilder von zwei verdächtigen Personen auf seinem Smartphone erhalten und die Polizei alarmiert. Als die ersten Streifenwagen eintrafen, hatten sich...

Blaulicht

Schwerer Unfall bei Hollenstedt
21-Jährige nach Frontalcrash mit Lastwagen schwer verletzt

Bei einem Frontalzusammenstoß auf der Kreisstraße 62 zwischen Wohlesbostel und Hollenstedt ist am Donnerstagmorgen, 4. Juni, eine 21-jährige Autofahrerin schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei geriet die Frau gegen 7 Uhr mit ihrem VW aus bislang ungeklärter Ursache in den Gegenverkehr und kollidierte mit einem entgegenkommenden Sattelzug. Während der Lastwagenfahrer unverletzt blieb, erlitt die 21-Jährige schwere Verletzungen. Nach der Erstversorgung durch einen Notarzt wurde sie mit...

Häusliche Gewalt, Gewalt gegen Frauen - sie betrifft die ganze Familie. Auch Kinder leiden unter der Gewalt. Manchmal erleben sie direkt mit, wie die Mutter geschlagen wird, aber selbst wenn sie die Gewaltszenen nicht selbst miterleben, spüren sie eine Atmosphäre der Angst. Das hinterlässt Spuren: Manche Kinder machen wieder ins Bett, andere bekommen Schlafstörungen, Probleme in der Schule, ziehen sich zurück oder reagieren mit Wut. Der Kinderschutz steht bei häuslicher Gewalt immer zentral im Fokus. Ein Beispiel, wie eine gelungene Kooperation zum Schutz der minderjährigen Kinder zwischen Polizei, Jugendamt und Familiengerichten gestaltet werden kann, hat der Lahn-Dill-Kreis entwickelt. Vertreterinnen des dortigen Netzwerks gegen häusliche Gewalt stellten das Modell jetzt bei einer Fachtagung im Landkreis Harburg vor. Die Veranstaltung im Amtsgericht Tostedt fand im Rahmen der 16-Kampagne-Kampagne gegen Gewalt an Frauen statt.

Häusliche Gewalt kann in vielfältiger Weise Einfluss auf die Familie nehmen. Umso wichtiger ist es, dass Polizei, Familiengerichte und Jugendamt frühzeitig und kooperativ zusammenarbeiten. Oft wird davon ausgegangen, dass Kinder die häusliche Gewalt gar nicht realisieren. Aber das sei ein Irrglaube, so die Erfahrung der Fachleute. "Das gesunde Aufwachsen von Kindern ist durch Gewalt in der Familie immer beeinträchtigt, egal, welche Familienmitglieder von der Gewalt betroffen sind“, betont Katrin Richter-Fuss, Leiterin der Abteilung Jugend und Familie des Landkreises Harburg. "Deshalb ist es wichtig, dass alle Beteiligten gut zusammenarbeiten, um den Schutz der Kinder und die notwendige Unterstützung der Familie zu gewährleisten.“

"Miterlebte und erlebte häusliche Gewalt ist eine potenzielle Kindeswohlgefährdung“, stellten die Referentinnen Dr. Jeanette Vollmer, stellvertretende Direktorin des Amtsgerichts Wetzlar, und Andrea Volk von der Fachstelle gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen des Jugendamtes des Lahn-Dill-Kreises, fest. Und da müsse man schnell handeln. Wenn minderjährige Kinder im Haushalt leben, informiert die Polizei nach dem Lahn-Dill-Modell unmittelbar nach dem Vorfall neben dem Jugendamt auch das zuständige Familiengericht über die häusliche Gewalt. Daraufhin leitet das Familiengericht ein beschleunigtes Verfahren ein. Im zeitnahen Gerichtstermin werden die Beteiligten über die Auswirkungen häuslicher Gewalt auf die Kinder sensibilisiert. Als Hilfestellung gibt es Hinweise auf bestehende Täterarbeitsangebote und die Beratungsstellen für Frauen sowie sonstige Beratungsangebote. Gemeinsam mit dem Jugendamt und dem Verfahrensbeistand wird ein Schutzkonzept erarbeitet und eventuell ein Umgangsmodell entwickelt.

Das kann Dr. Astrid Hillebrenner, die Direktorin des Amtsgerichts Tostedt, nur begrüßen. „Die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Beteiligten ist in allen Verfahren des Familienrechts von grundlegender Bedeutung. Ganz besonders wichtig ist sie aber dort, wo Kinder häusliche Gewalt erfahren – egal, ob unmittelbar oder mittelbar. Nur durch die zügige Weitergabe benötigter Informationen kann in Fällen drohender Kindeswohlgefährdung ihr effektiver und zeitnaher Schutz gewährleistet werden.“

Viele Informationen landen zunächst bei der Polizei, die in Fällen häuslicher Gewalt gerufen wird. „Der Schutz der Opfer und das Durchbrechen der Gewaltspirale hat für die Polizei oberste Priorität“, macht Carsten Bünger von der Polizeiinspektion Harburg deutlich. „Vor allem, da in vielen Familien Kinder und Jugendliche von körperlicher und seelischer Gewalt betroffen sind. Wenn wir das auch durch eine effizientere Weitergabe von Informationen an unsere Netzwerkpartner erreichen können, kann das nur im Sinne einer gelingenden Kooperation sein.“

Die Zahlen zeigen deutlich, wie notwendig die Hilfe für Kinder ist: Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei im Landkreis Harburg 205 Meldungen von häuslicher Gewalt mit 383 betroffenen Kindern, 2021 waren es 137 Meldungen und 356 betroffenen Kindern. Doch die Dunkelziffer dürfte in diesem Bereich wie grundsätzlich bei Fällen von häuslicher Gewalt hoch sein. Die Ergebnisse aus dem gewinnbringenden Fachaustausch werden in den nächsten Treffen im hiesigen Netzwerk gegen häusliche Gewalt mit Blick auf die Vor- und Nachteile diskutiert. Weiterhin wird auch geprüft werden, ob und wieweit das Modell aus dem Lahn-Dill-Kreis Anwendung findet.

Leserreporter:

Thomas Lipinski aus Winsen

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