thl. Winsen. Das wird den Pendlern gar nicht schmecken. Die Fertigstellung des lang ersehnten Parkhauses am Winsener Bahnhof verzögert sich offenbar um mehrere Monate. Eigentlich sollte das Gebäude im Juli 2016 in Betrieb gehen. Grund sind Unstimmigkeiten zwischen der Stadt als Bauherr und der Deutschen Bahn.
Zum einen geht es um die Kosten für die Abfuhr von Betonresten und Spundwänden, die die ausführende Baufirma im Boden gefunden. Die Relikte stammen offensichtlich von der Bahn, die beim Bau des dritten Gleises einfach ebenerdig "abgeschnitten" wurden.
Noch gravierender für die Verzögerung ist allerdings ein anderer Streit zwischen der Kommune und dem "Unternehmen Zukunft". Um den geplanten Fahrstuhl bis ins Tiefgeschoss des Parkhauses fahren lassen zu können, muss das Grundwasser abgesenkt werden. Die Stadt hat bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben, das in einem Radius von 150 Metern um die Baustelle eine Beweissicherung vorsieht, falls mögliche Folgeschäden, wie z.B. das Absacken der Bahngleise, auftreten. Doch die Deutsche Bahn will das Gutachten nicht anerkennen und fordert eine Beweissicherung mindestens in einem 500-Meter-Radius.
Bei der Politik löst diese Haltung des Unternehmens nur Kopfschütteln aus. "Müll im Boden hinterlassen und dann solche Forderungen stellen. Unglaublich", so Matthias Hüte (Freie Winsener).
Die Stadt hofft, mit der Bahn schnellstmöglich eine Einigung zu finden, denn auch für sie kann die ganze Aktion richtig ins Geld gehen. "Es ist nicht auszuschließen, dass bei einer langen Verzögerung die bauausführende Firma Regressforderungen gegen uns stellt", sagt Bauamtsleiter Andreas Mayer. Diese würde man dann bei der Bahn versuchen zurückzufordern. Doch das Unternehmen hat - wie die Stadt in der Vergangenheit schon öfter gemerkt hat - bei solchen Sachen einen ganz langen Atem.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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