70 Jahre Gymnasium Winsen
Jubiläumsfest bringt Generationen zusammen

Das Gymnasium Winsen hat sein 70. Jubiläum gefeiert | Foto: Anika Werner
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Das Gymnasium Winsen hat sein 70-jähriges Bestehen mit einem großen Fest gefeiert. Schüler, Eltern, Lehrer und Ehemalige kamen zusammen und machten die Jubiläumsfeier zu einem lebendigen Treffen der Generationen. Überall auf dem Schulgelände standen Gruppen, die Erinnerungen austauschten oder staunten, wie sehr sich die Schule in sieben Jahrzehnten verändert hat.

Der Vormittag begann mit einem Talentwettbewerb. Den ersten Preis holten die Klassen 6b und 9MINT, die ein Lied von Vincent Weiss in Gebärdensprache aufführten.
Am Nachmittag eröffnete Schulleiter Jens Peter das Fest. „Wir sind das erste Gymnasium in Winsen gewesen, damals noch eine Oberschule. Weniger als zehn Prozent der Kinder besuchten in den 1950er Jahren ein Gymnasium. Heute sind es über 40 Prozent“, erinnerte er. Auch die Rahmenbedingungen hätten sich verbessert. „Früher saßen im Schnitt 48 Schüler in einem Klassenraum.“

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Bürgermeister André Wiese, selbst Abiturient von 1994, nahm die Gäste mit in seine Erinnerungen. „Die Sporthalle war viel kleiner und die Oberstufe hatte kein eigenes Gebäude. Heute können wir stolz sein, dass andere Schulen neidisch auf unsere Ausstattung schauen.“ Mit einem Augenzwinkern ergänzte er: „Die Tischtennisplatten auf dem Schulhof sind aber immer noch dieselben wie früher.“ André Wiese erinnerte sich zudem an seine erste Biologiestunde: „Wir sind rausgegangen, hatten ein Heft in der Hand und mussten eine Misteldrossel beobachten. Das vergesse ich bis heute nicht.“

Landrat Rainer Rempe stellte die Schule als Ort des Lernens und der Freundschaft heraus. „Eine Schule ist weit mehr als Unterrichtsräume. Sie ist ein Ort, an dem Freundschaften fürs Leben entstehen und an dem junge Menschen Werte vermittelt bekommen“, sagte er. Rempe betonte, dass das Gymnasium Winsen nicht nur die Stadt, sondern den ganzen Landkreis geprägt habe. „Sieben Jahrzehnte Bildungsgeschichte hier in Winsen zeigen, wie stark unsere Region von dieser Schule profitiert hat.“
Auch der Schulelternrat zeigte sich dankbar für das Miteinander. „Wir fühlen uns ernst genommen und sind Teil der Schulgemeinschaft“, hieß es in der Ansprache.

Ein Höhepunkt des Programms war die Präsentation der neuen Schulkleidung. Hoodies, Shirts, Kappen und Socken in verschiedenen Farben und mit Logos können individuell über einen Online-Konfigurator bestellt werden. Entwickelt wurde die Kollektion von den Schülern Noah Solaker und Tjark Schmitt mit ihrem Start-up „Severmore“. Der Schulleiter spricht von „einem identitätsstiftenden Angebot, das Zusammengehörigkeit zeigt, ohne Pflicht zu sein“.

Besonders beliebt war das Schulmuseum. Alte Tornister, Overhead-Projektoren, der Diercke-Atlas, in dem Deutschland noch getrennt war und zahlreiche Zeitungsartikel dokumentierten 70 Jahre Schulgeschichte. Ein Schild erinnerte an das „Ende der Kreidezeit“. Heute bestimmen Smartboards und digitale Lernmittel den Alltag, wo früher Tafel und Kreide dominierten.

Abends lockte die Bigband „Birdland“ mit Jazz, eine Modenschau stellte die neue Kleidung vor und ein Poetry Slam setzte kreative Akzente. Dazu gab es Pizza von einem Stand, betrieben von Ehemaligen der Schule.

Für viele Gäste fühlte sich der Tag wie ein riesiges Klassentreffen an. Von Schülern über Eltern bis zu Lehrern, die längst pensioniert sind, begegneten sich Menschen, die mit dem Gymnasium Winsen verbunden sind. Studiendirektor Dirk Benthack, selbst Abiturient von 1989, formulierte es so: „Ich habe erlebt, wie sich die Schule verändert hat. Heute suchen die Schüler den Kontakt zu ihren Lehrern, die Distanz ist viel kleiner geworden. Das macht unser Schulleben menschlicher und lebendiger.“

Die Jubiläumsfeier machte deutlich, wie stark das Gymnasium Winsen mit seiner Geschichte und zugleich mit der Gegenwart verwoben ist. Zwischen Erinnerungen an frühere Zeiten und dem Blick auf moderne Lernwelten entstand ein Tag, der das Selbstverständnis der Schule sichtbar machte und ihre Bedeutung für mehrere Generationen unterstrich.

Redakteur:

Anika Werner aus Winsen

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