Landessuperintendent Dieter Rathing besucht Kirchenkreis Winsen

"Ein wertschätzender Besuch": Landessuperintendent Dieter Rathing (li.) wurde von seinem Kirchenkreis-Kollegen Christian Berndt begrüßt    Foto: ce
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Rathing lobt Engagement bei Flüchtlingsbegleitung" / Rückgang bei Mitgliedern ce. Winsen. "Der Kirchenkreis ist insgesamt gut aufgestellt. Einige 'Hausaufgaben' könnten aber noch gemacht werden." Dieses Fazit zog Landessuperintendent Dieter Rathing, nachdem er jetzt turnusgemäß den Kirchenkreis Winsen besucht hatte. Über 30 Stationen waren während der gut einwöchigen Rundreise absolviert worden.
Dem Kirchenkreis gehören 16 Gemeinden an, in denen derzeit etwa 300 Mitarbeiter aktiv sind.
Rathing war in 2013 zuletzt auf Visiten-Tour im Kirchenkreis. "Damals hatte in Winsen gerade das erste Internationale Café als Begegnungsstätte für Flüchtlinge und Einheimische seine Türen geöffnet. Das Café ist inzwischen zu einem Aktivposten in der Landeskirche bei der Begleitung von Asylbewerbern und zu einem Kompetenzzentrum geworden", zeigte sich Rathing beeindruckt. Auch die Treffpunkte in Stelle und Marschacht würden gut angenommen. Kein Verständnis hatte er dafür, wenn Flüchtlinge, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, abgeschoben werden sollen. "Die Arbeit ist wichtig für ihre Tagesstruktur", pflichtete ihm Kirchenkreis-Superintendent Christian Berndt bei.
In Winsen besuchte Rathing drei Stätten, in denen "mit großem Engagement Kirche an einem anderen Ort gelebt" werde:
• das Krankenhaus mit seiner Seelsorge, dem neuen Andachtsraum und der Palliativabteilung,
• der Herbergsverein, in dem sich Kirchenkreis und Diakonie beispielsweise um Wohnungslose und Suchtkranke kümmern, und
• die Berufsbildenden Schulen Winsen, in denen eine Schulpastorin tätig ist und ebenfalls eine Seelsorge angeboten wird.
Kopfzerbrechen bereitet dem Landessuperintendenten der Rückgang der Mitgliederzahlen im Kirchenkreis - von rund 43.000 im Jahr 2013 auf jetzt gut 39.000 Männer und Frauen. Als Ursachen nannte Rathing den demografischen Wandel ("Wir Pastoren stehen oft mehr an Gräbern als an Taufbecken"), Kirchenaustritte und den zunehmenden Verzicht von Menschen auf die Taufe und damit auf die Mitgliedschaft in der Kirche. "Die Kirchengemeinden sollten dieser Entwicklung mit Unterstützung des Kirchenkreises und der Landeskirche aktiv entgegenwirken", appellierte Rathing.
Aus erster Hand informierte er sich auch über den Fachkräftemangel im zehn Einrichtungen umfassenden Kindertagesstätten-Verband des Kirchenkreises. "Pro Kita fehlt im Durchschnitt eine Fachkraft", berichtete Rathing. Als eine Ursache nannte er die Tatsache, dass es momentan für die bis zu vierjährige Ausbildung zur Erzieherin kein Gehalt gebe. "Ich habe darüber mit dem Leiter der Berufsbildenden Schulen gesprochen. Wir waren uns einig, dass eine duale Ausbildung in Praxis und Schule inklusive einer angemessenen Bezahlung eine Lösung sein könnte", erklärte das Oberhaupt der Landeskirche. "Die Entscheidung darüber ist Sache des Landes Niedersachsen. Ich werde eine solche Idee aber in der öffentlichen Diskussion unterstützen."

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