Solarpark-Pläne in Winsen
Feldbinder will Strom für Produktion selbst erzeugen
- hochgeladen von Thomas Lipinski
Die Feldbinder Spezialfahrzeuge GmbH will ihren Standort in Winsen künftig weitgehend mit selbst erzeugtem Strom versorgen. Gemeinsam mit der Stadtwerke-Tochter SWW Erneuerbare Energien GmbH ist ein Solarpark im Gewerbegebiet Osterwiesen geplant. Auf rund 2,1 Hektar sollen etwa 4.000 Module installiert werden, die zusammen eine Leistung von 2,5 Megawatt liefern. Eine 1,7 Kilometer lange Direktleitung soll den Strom direkt in die Produktion bringen.
Im Planungsausschuss stellte Stadtplanerin Inga Fiss das Vorhaben vor. Sie machte deutlich, warum die Fläche für eine gewerbliche Nutzung ungeeignet ist, für den Solarpark aber passt. „Der Boden ist so torfhaltig, dass die Aufbereitung für andere Gewerbeformen wirtschaftlich nicht möglich wäre. Für eine Photovoltaikanlage ist das dagegen unproblematisch“, sagte sie. Die Fläche ist bereits als Gewerbegebiet ausgewiesen, genutzt wird sie derzeit noch landwirtschaftlich.
Diskutiert wurde im Ausschuss über die Aufteilung der Flächen. Wendelin Schmücker (SPD) kritisierte, dass durch die Anlage Felder zerschnitten würden. Links und rechts der geplanten Module bleiben Streifen landwirtschaftlicher Fläche bestehen. „Das ist für die Bewirtschaftung aufwendig“, gab er zu bedenken. Inga Fiss verwies auf ein Regenrückhaltebecken und vorhandene Baumreihen. „Die kann man nicht einfach verschieben. Verschattungen würden die Anlage beeinträchtigen. Für das Vorhaben ist diese Stelle ideal.“ Schmücker regte zudem an, künftig auch über Agri-Photovoltaik nachzudenken, bei der Landwirtschaft und Energieerzeugung kombiniert werden.
Von CDU-Seite äußerte Jan Jürgens Vorbehalte wegen des Eingriffs in unversiegelte Flächen. Außerdem fragte er, ob auch andere Unternehmen von der Anlage profitieren könnten. Die Stadtplanerin stellte klar, dass das rechtlich nicht möglich ist. Überschüsse, die Feldbinder nicht benötigt, würden ins Netz eingespeist. Um die Stromversorgung zu stabilisieren, ist außerdem ein Speichersystem vorgesehen.
Im Ergebnis bewerteten die Ausschussmitglieder das Projekt positiv. Für die Stadt bedeutet es, dass eine bisher schwer nutzbare Fläche sinnvoll verwendet werden kann. Für Feldbinder eröffnet es die Chance, Stromkosten unabhängiger und kalkulierbarer zu machen. Die endgültige Entscheidung fällt der Verwaltungsausschuss in seiner nächsten Sitzung.
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.