Umweltgifte im Landkreis Harburg
Gefahr durch PFAS auf Feldern?
Im Landkreis Harburg wächst die Sorge um giftige Rückstände aus der Landwirtschaft in unseren Böden und Gewässern. Die Kreistagsfraktion Grüne/Linke hat deshalb eine offizielle Anfrage an Landrat Rempe gestellt, um die Belastung durch sogenannte Ewigkeits-Chemikalien (PFAS) zu klären. Das Thema steht am 7. September auf der Tagesordnung des Umweltausschusses in Winsen.
Es geht um eine unsichtbare Gefahr. Sogenannte perfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) stecken in vielen Alltagsprodukten, gelangen aber auch über Pestizide auf die Felder. Das Problem: Diese Stoffe bauen sich in der Natur zu verschiedensten fluorierten Derivaten ab. Am Ende dieses Prozesses bleibt oft Trifluoracetat (TFA) übrig. „TFA ist eine äußerst langlebige und mobile Substanz, die nur durch technisch aufwendige Prozesse aus der Umwelt entfernt werden kann“, warnt Volkmar Block (Grüne/Linke) aus Rosengarten in seinem Schreiben an den Landrat. Die Chemikalie gilt als fortpflanzungsschädigend und beeinträchtigt Leber sowie Schilddrüse.
Für uns Bürger stellt sich die Frage, wie sicher unser Trinkwasser und unsere Böden in Zukunft sind. Laut Daten des Umweltbundesamtes enthalten aktuell 32 von 278 in Deutschland zugelassenen Pestiziden eine fluorierte Molekülkomponente. Die Politik fordert nun konkrete Zahlen von der Kreisverwaltung. Block will wissen, welche PFAS-Pestizide in den vergangenen fünf Jahren im gesamten Kreisgebiet versprüht wurden und in welchen Mengen. Außerdem fragt er nach der genauen Menge an giftigem TFA, die durch den Abbau der Wirkstoffe in unserer Umwelt verbleibt, und wie viel davon im Boden sowie in den Gewässern landet. Die Antworten der Verwaltung werden mit Spannung erwartet. Interessierte Bürger können die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Agrar, Umwelt- und Klimaschutz am 7. September verfolgen.
Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.