IGS Winsen kämpft für neue Möbel
Lernlandschaften statt Frontalunterricht
- Von links: Miriam Belte-Wesner, Hans-Peter Berbega, Bianca Schmitz und Insa Beier kämpfen weiter für ihr über Jahre entwickeltes neues Schulkonzept
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Die Integrierte Gesamtschule Winsen-Roydorf (IGS Winsen) plant mit dem Konzept „LernRaum+“ eine weitreichende pädagogische Neuausrichtung, doch die Finanzierung der benötigten Ausstattung verzögert sich. Im Kreistag wurde das Anliegen der Schule in der vergangenen Woche zunächst abgelehnt. Die Fraktionen lobten die Pläne zwar durchweg, für das laufende Jahr fehlen jedoch die entsprechenden Haushaltsmittel. Zudem äußerten einige Politiker die Sorge, dass andere Schulen mit ähnlichen Förderanträgen nachziehen könnten und dies den finanziellen Rahmen des Landkreises Harburg sprengen würde. Zuvor hatte der Schulausschuss das Konzept bereits behandelt, im Kreisausschuss wurde ihm jedoch aus Kostengründen eine Absage erteilt. Schulleiterin Bianca Schmitz nutzte in der Kreistagssitzung beide Bürgerfragestunden, um ihr Anliegen erneut vorzubringen. Der Kreistag bat um Verständnis, dass es für dieses Jahr zu spät sei, signalisierte aber grundsätzliche Zustimmung in der Sache.
Mit dem Konzept greift die IGS Winsen die gesellschaftliche und politische Forderung nach einer zeitgemäßen Schulentwicklung auf. Ziel ist es, individuelle Lernerfolge zu verbessern und transparenter zu machen. Schulleiterin Schmitz und ihr Kollegium haben „LernRaum+“ über Jahre hinweg erarbeitet.
Hinter dem Vorhaben steht die Abkehr vom klassischen Stundenplan in Klassenverbänden nach festem Zeittakt. Stattdessen soll jedes Kind zu einer jahrgangsübergreifenden Hausgruppe von 14 bis 16 Personen mit einer festen Lehrkraft gehören. Das fachliche Lernen findet in wechselnden Gruppen statt: Die Schüler buchen Inputs passend zu ihrem Lernstand, ein wöchentliches Lernwegecoaching hilft bei der Organisation. Damit dieses selbstorganisierte Lernen funktioniert, werden die Klassenzimmer zu spezialisierten Funktionsräumen umgebaut. Geplant sind unter anderem eine Agora für Präsentationen, ein Ruheraum für Einzelarbeit, ein Sprachraum sowie ein Makerspace für kreatives Arbeiten.
Bauliche Maßnahmen sind für diese neuen Lernlandschaften aus Kostengründen nicht vorgesehen. Stattdessen sollen passgenaue Möbel eine flexible Nutzung der bestehenden Räumlichkeiten ermöglichen. Ein Stufenplan sieht vor, dass für eine Erstausstattung zum Start am 1. August rund 179.000 Euro benötigt werden.
Aufgrund der Verzögerungen auf politischer Ebene ergreift die Schulgemeinschaft bereits selbst die Initiative: Der Schulverein hat ein erstes spezielles Akustikmöbelstück über ein Kleinanzeigenportal beschafft. Damit soll ein Anfang gemacht und verdeutlicht werden, warum die Ausstattung für den Erfolg des Konzeptes wichtig ist.
Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
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