Buchvorstellung im Marstall am 5. Oktober
Wenn Künstliche Intelligenz plötzlich Plattdeutsch spricht
- Henning Lühr ist Mitautor und stellt sein Buch im Marstall vor
- Foto: Museum im Marstall
- hochgeladen von Anika Werner
Aus Künstlicher Intelligenz wird eine „Brägenplietschmaschine“, aus einer Plattform ein „Klönhöök“: Wer über Digitalisierung sprechen möchte, muss dafür nicht unbedingt englische Fachbegriffe verwenden. Wie sich die digitale Welt auf Plattdeutsch erklären lässt, zeigt das Buch „Digitalisierung und KI – Lexikon in verständlicher Sprache und op Platt“. Am Montag, 5. Oktober, stellt Mitautor Henning Lühr das Werk von 18 bis 19.30 Uhr im Museum im Marstall vor.
Henning Lühr hat das Projekt angestoßen und bringt eine persönliche Verbindung zur Region und zur Sprache mit: Er ist auf einem Bauernhof in Roydorf aufgewachsen. Im Alltag wurde dort Platt gesprochen. Bei der Buchvorstellung berichtet er, wie aus der Idee, Begriffe rund um Digitalisierung und Künstliche Intelligenz auf Plattdeutsch zu erklären, ein gemeinsames Buchprojekt entstand.
Die ungewöhnlichen Wortschöpfungen dürften für Gesprächsstoff sorgen. Hinter ihnen steht zugleich eine gesellschaftspolitische Frage: Wie können Menschen über den digitalen Wandel miteinander sprechen, wenn sie ganz unterschiedliche Erfahrungen und Kenntnisse mitbringen? Manche nutzen neue Anwendungen längst selbstverständlich und verfolgen technische Entwicklungen mit Begeisterung. Andere erleben, wie sich ihr Arbeitsalltag durch Digitalisierung verändert und neue Anforderungen entstehen. Wieder andere möchten bewusst offline bleiben.
Das Autorenteam nimmt diese unterschiedlichen Gruppen in den Blick. Verständliche Sprache soll ihnen einen Zugang zur Diskussion ermöglichen. Denn schon die Begriffe, mit denen über Technik gesprochen wird, können darüber entscheiden, wer einem Gespräch folgen und sich daran beteiligen kann.
„Brückenbauen durch Kommunikation – dafür brauchen wir eine verständliche Sprache. Eine Sprache, die auch Minderheiten digitale Teilhabe ermöglicht“, sagt Henning Lühr. Das Plattdeutsche wird in dem Lexikon so zum Ausgangspunkt für die Frage, wie sich technische Zusammenhänge vermitteln lassen und wie mehr Menschen an der Debatte über Digitalisierung teilhaben können.
Gemeinsam mit Reinhard Golz, Kristina Lemmer und Manfred Schloesser hat Henning Lühr das Lexikon verfasst und illustriert. Rund 500 Begriffe werden auf 204 Seiten behandelt, ergänzt durch zahlreiche Illustrationen. Das Buch soll als Nachschlagewerk dienen und Gespräche über Sprache, Technik und gesellschaftliche Teilhabe anregen. Auch der wissenschaftlichen und sozialpolitischen Debatte über digitale Teilhabe möchte das Team damit neue Impulse geben.
Bei der Vorstellung im Museum bleibt neben den Einblicken in die Entstehung des Buches Raum für Gespräche und Diskussionen. Dabei geht es um Plattdeutsch und Künstliche Intelligenz ebenso wie um die Frage, wie der digitale Wandel verständlich erklärt werden kann.
Das Lexikon ist im Kellner Verlag in Bremen erschienen und für 18 Euro im Buchhandel erhältlich. Der Eintritt zur Buchvorstellung kostet für Erwachsene fünf Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins haben freien Eintritt.
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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