500 km für die Organspende
Winsener tritt bei Benefiztour in die Pedale
- Machen auf ein unbequemes aber wichtiges Thema aufmerksam: Die Radler pro Organspende
- Foto: Transdia Sport Deutschland
- hochgeladen von Jan Filter
Thomas Becher aus Winsen tritt ab dem 26. Juli bei der bundesweiten „Radtour pro Organspende“ in die Pedale. In sieben Tagen fährt der Transplantierte rund 500 Kilometer von Dortmund nach Wilhelmshaven. Damit will er dem medizinischen Personal danken und Aufmerksamkeit für das lebensrettende Thema Organspende schaffen.
Für den Winsener ist die Tour, die er bereits zum zweiten Mal mitfährt, eine Herzensangelegenheit. Seit 2021 lebt er mit einer Spenderniere. Zuvor musste er jahrelang zur Dialyse. „Es ist wie ein zweites Leben“, erzählt er im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Durch das Spenderorgan fühle er sich heute wieder richtig fit. Auch das möchte die mittlerweile 18. Auflage der Tour beweisen: Ein aktives Leben ist nach einer Transplantation absolut möglich.
Die lange Strecke meistert Becher mit einem E-Bike. Speziell trainiert hat er dafür im Vorfeld nicht. Er pendelt aber täglich 40 Kilometer mit dem Fahrrad zur Arbeit nach Harburg.
Entlang ihrer Strecke steuert die Gruppe aus 36 Teilnehmern ganz gezielt zehn kleinere und mittelgroße Kliniken an. Der Grund: Dort leiten Ärzte und Pflegekräfte den Spendenprozess initial ein, lernen die geretteten Patienten danach aber in der Regel nie kennen. Ihnen sagen die Radler ganz persönlich Danke - und zeigen gleichzeitig, was nach einer Organtransplantation möglich ist.
Die Aktion macht auf ein oft verdrängtes Thema aufmerksam, das jeden betreffen kann. Bundesweit warten derzeit etwa 8.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Thomas Becher und der Verein TransDia Sport Deutschland e.V. setzen sich deshalb für mehr Aufklärung ein. Er wünscht sich zudem von der Politik, dass sie sich endlich für die Widerspruchslösung entscheidet, die die Zahl verfügbarer Spenderorgane erhöhen würde und trotzdem gleichzeitig jedem ermöglicht, die Spende für sich abzulehnen.
Bechers wichtigste Botschaft rund um die Aktion bleibt jedoch eine ganz einfache: „Setzen Sie sich mit dem Thema auseinander.“ Es sei völlig in Ordnung, sich gegen eine Spende zu entscheiden. Aber wer eine klare Entscheidung trifft und diese dokumentiert - auch dazu dient der Organspendeausweis - nimmt seinen Angehörigen in einer ohnehin schwer verkraftbaren Situation die Last ab, sich auch noch mit dieser Frage auseinandersetzen zu müssen.
Mehr über das Thema Organspende - und die Möglichkeit, kostenlos einen Ausweis zu bestellen - finden Sie unter organspende-info.de
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Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
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